Powerbank im Einsatz am Flughafen
Gadgets

Gehört die Powerbank ins Flugzeug-Handgepäck?

Bild: Depositphotos / © 160275

Gerade bei Flugreisen darf man die Powerbank durchaus als sinnvolles Reise-Gadget einstufen. Unterwegs steht nicht immer eine Steckdose zur Verfügung – da ist solch ein Zusatzakku super.

Im Flugzeug gibt es jedoch einiges zu beachten.

Grundsätzlich stellen moderne Akkus (Lithium-Ionen-Akkus) immer ein Brandrisiko dar. Und somit gilt das auch für eine Powerbank.

Powerbanks dürfen aber dennoch mit ins Flugzeug. Airlines stufen diese jedoch als „gefährliche Gegenstände“ ein, weshalb einige Regeln zu beachten sind.

Powerbank in den Koffer oder in das Handgepäck?

Grundsätzlich gilt: Die Powerbank gehört immer ins Handgepäck.

Das hat einen ganz einfachen Grund. Würde man den Ersatzakku in den Koffer oder anderes Aufgabegepäck verfrachten, so landet dieser im Frachtraum des Flugzeugs.

Und dort verbleiben die Gegenstände ohne Überwachung.

In Powerbanks werden Lithium-Ionen-Akkuzellen verwendet, die grundsätzlich ein Brandrisiko bergen.

Würde sich eine Powerbank im Frachtraum entzünden (das angesprochene Brandrisiko), so könnte niemand mehr eingreifen. Anders sieht es in der Kabine aus. Hier besteht die Möglichkeit, einzugreifen.

Die Crew (also die Flugbegleiter) erhalten ein Training im Umgang mit einem möglichen Feuer hervorgerufen durch die Batterie eines elektrischen Gerätes.

Wer sich für die Hintergründe interessiert, kann sich z.B. ein YouTube-Video der FAA (Federal Aviation Administration – die Flugaufsichtsbehörde der USA) dazu anschauen.

Powerbank in den Gepäck-Regeln ausgewählter Airlines

Regeln der Lufthansa

Zu der Mitnahme von Batterien führt die Lufthansa gleich mehrere Batterie-Varianten aus.

In den Fußnoten wird ersichtlich, was für eine Powerbank gilt. Hier schreibt die Lufthansa:

Gegenstände, die als Energiequelle genutzt werden, wie etwa Powerbanks, gelten als Ersatzbatterien.

Quelle: Lufthansa – Mitnahme von gefährlichen Gegenständen

Weiterhin stuft die Lufthansa die Batterien nach deren Leistungswerten ab.

Verwendet wird die Einheit Wh (Wattstunden), die vielleicht nicht jedem Powerbank-Besitzer geläufig ist. Meistens steht der Wert jedoch auf der Powerbank vermerkt.

Ansonsten kann man selbst rechnen:

Wh = mAh × V / 1000

Die Powerbank, die ich für das Laden meines MacBook nutze (mit USB-C PD), hat z.B. 20.100 mAh bei 3,6 V. Das ergibt dann 72,36 Wh.

Damit werde ich in den Lufthansa-Gepäckregeln für gefährliche Gegenstände im folgenden Abschnitt fündig:

Regeln für Ersatzbatterien

1. Lithium-Metall- oder Lithium-Ionen-Ersatzzellen / -batterien mit einer Nennenergie von bis zu 100 Wh für solche elektronischen Gebrauchsgegenstände:

– Nur im Handgepäck und in Mengen für den persönlichen Gebrauch.
– Diese Batterien müssen einzeln gegen Kurzschluss gesichert sein.

2. Keine eingebaute Batterie oder Ersatzbatterie darf folgende Werte überschreiten:

Ein Lithiumgehalt von 2 g bei Lithium-Metall-Batterien oder Batterien mit Lithium-Legierung oder eine Nennenergie von 100 Wh bei Lithium-Ionen-Batterien.

3. Lithium-Ionen-Ersatzbatterien für die genannten elektronischen Gebrauchsgegenstände mit einer Nennenergie von zwischen 100 Wh und 160 Wh:

– Maximal zwei Ersatzbatterien pro Person
– Nur im Handgepäck erlaubt
– Genehmigung der Fluggesellschaft erforderlich*

Quelle: Lufthansa – Mitnahme von gefährlichen Gegenständen

Meine Powerbank darf ich bei der Lufthansa also im Handgepäck und „in Mengen für den persönlichen Gebrauch“ mitnehmen.

Eine Powerbank mit 20.000 mAh und 5 V wäre auch noch ohne Probleme möglich (da liegt man genau bei den 100 Wh, die die Lufthansa als Grenze festlegt).

Kritischer wird es bei höheren Kapazitäten, die teilweise auch angeboten werden. Eine Powerbank mit 30.000 mAh und 5 V läge bei 150 Wh – und wäre damit genehmigungspflichtig.

Um einen Staatsakt scheint es sich bei dieser Genehmigung jedoch nicht zu handeln:

Es handelt sich um keine schriftliche Genehmigung. Sie wird durch die Anfrage und mündliche Bestätigung im Service Center oder spätestens beim Check-in am Flughafen erteilt.

Quelle: Lufthansa – Mitnahme von gefährlichen Gegenständen

Eine ganz große Powerbank (z.B. 50.000 mAh, wie vereinzelt angeboten) wäre nach den Lufthansa-Regeln nicht erlaubt – nicht im Handgepäck für die Kabine und schon gar nicht im Koffer.

Regeln der Eurowings

Eurowings gehört zur Lufthansa-Gruppe und damit wenig überraschend – die Regeln zur Mitnahme orientieren sich an denen der Lufthansa.

Das Wichtigste zur Handhabung bei Eurowings vorab:

  • Beförderung grundsätzlich im Handgepäck („Carry-On Luggage“)
  • Bis 100 Wh ohne Genehmigung, ab dieser Schwelle und bis 160 Wh mit Airline-Genehmigung

Nachfolgend noch der vollständige Text von der Eurowings-Webseite:

Powerbank auf Eurowings-Flügen - Regeln für gefährliche Gegenstände

Bild: Screenshot Eurowings-Webseite / Gefährliche Güter (abgerufen: 09.12.2021)

Diese Regeln gelten für Flüge mit der Eurowings-Flotte.

Soweit ich weiß, zählt der neue Ferienflug-Ableger Eurowings Discover derzeit noch organisatorisch zur Lufthansa. Da die Regeln für die Mitnahme einer Powerbank im Grunde gleich sind, ist das dann aber irrelevant.

Regeln der Condor

Der Ferienflieger Condor hat natürlich auch eine entsprechende Übersicht parat – hier gehören Batterien zu den „gefährlichen Gütern“.

Bei Condor gibt es eine Tabelle statt langer Prosa und da findet sich folgende Zeile:

Powerbank mitnehmen bei der Condor (aus Regeln zur Mitnahme gefährlicher Güter)

Bild: Screenshot Condor-Webseite / Gefährliche Güter (abgerufen: 09.12.2021)

Auch bei Condor gilt also: Powerbank bitte nur im Handgepäck mitnehmen. In das aufgegebene Gepäck (z.B. Koffer) gehört eine solche Batterie nicht.

Eine Aufschlüsselung nach den Leistungswerten spart sich der Ferienflieger. Mit einer halbwegs handelsüblichen Powerbank sollte man bei Condor keine Probleme haben.

Regeln der Ryanair

Die dritte Airline im Bunde – der Billigflieger Ryanair.

Hier schaue ich in den FAQ der Airline nach und werde auch hier fündig. Jedoch nicht so deutlich wie bei der Lufthansa und der Condor.

Auszugsweise schreibt Ryanair:

Von Lithium-Batterien betriebene Geräte werden zur Beförderung in der Kabine akzeptiert, sofern die Batterie 160 Wattstunden nicht überschreitet. Wenn die Batterie 160 Wattstunden überschreitet, wird das Gerät nicht zur Beförderung angenommen.

Quelle: Ryanair FAQ

Ich vermute, dass das der entsprechende Auszug auch für eine Powerbank-Batterie greift.

Die 160 Wh reichen für die Powerbank-Ausführungen in den üblichen Größenordnungen. So z.B. auch eine größer bemessene Powerbank mit 30.000 mAh und 5 V (entspricht 150 Wh).

Zu beachten ist der Hinweis zur Beförderung in der Kabine. Auch bei Ryanair gehört eine Powerbank also immer in das Handgepäck und nicht in das aufgegebene Gepäck.

Leistungswerte der Powerbank für den Flug überprüfen

Je nachdem wohin und mit welcher Fluglinie man fliegt, kann die Leistung der Powerbank wichtig sein.

Da stellt sich dann natürlich ein mögliches Problem: Woher soll der Security-Mitarbeiter an der Sicherheitskontrolle wissen, welche Kapazität und Leistung die vorgezeigte Powerbank hat?

Glücklicherweise sind die meisten Geräte beschriftet (aber nicht alle).

Gerade Vielreisende sind deshalb gut damit beraten, vor dem Kauf der Powerbank zu prüfen, ob auch alle relevanten Daten aufgedruckt sind.

Bei meiner Powerbank sind die Angaben aufgedruckt – und können so z.B. von einem Check-In-Agenten oder Security-Mitarbeiter auch nachvollzogen werden.

Kapazität der Powerbank - Angaben für Reisen mit dem Flugzeug

Bild: Tech Junkies / Patrick Woessner

Und was passiert, wenn die Powerbank doch versehentlich im Koffer gelandet ist?

Unwissenheit, Stress vor der Abreise – beim Kofferpacken kann auch einmal etwas schief gehen.

Das Aufgabegepäck wird am Flughafen kontrolliert – ähnlich wie das Handgepäck. Diese Kontrollen führt je nach Land z.B. die Polizei oder ein von ihr beauftragter Dienstleister durch.

Wird dabei ein zu beanstandender Gegenstand wie eine Powerbank gefunden, dürfte das Gepäck in den meisten Fällen geöffnet und der zu beanstandende Gegenstand entfernt werden.

Im besten Fall wird ein Protokoll in den Koffer gelegt, das den entfernten Gegenstand auflistet und ggf. auch auf eine Möglichkeiten, diesen nach der Reise wieder abzuholen, hinweist.

Im schlechteren Fall ist die Powerbank futsch.

Auch denkbar ist, dass der Koffer am Gepäckband des Flughafens am Reisezieles erstmal fehlt und letztlich verspätet oder gar nicht mehr ankommt.

Deshalb und für die Sicherheit während des Fluges ist es deshalb am besten, die (zulässige) Powerbank von Anfang an im Handgepäck unterzubringen und in die Kabine mitzunehmen.

Patrick Woessner

Ich bin Patrick und hier blogge ich zu verschiedenen Themen rund um Technik, Gadgets und mehr. Früher hatte ich gleich mehrere Blogs zu diesem Thema. Mittlerweile steht Tech Junkies im Mittelpunkt.

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