Eine Powerbank auf Reisen ist wirklich nützlich – doch im Flugzeug ist sie zuletzt zum Streitfall geworden.
2026 hat die Luftfahrtorganisation IATA neue, strengere Mindestregeln eingeführt:
- höchstens zwei Powerbanks pro Person
- aufgeladen werden darf die Powerbank an Bord nicht mehr
Viele Airlines gehen noch weiter und verbieten auch das Aufladen von Gerätten mittels der Powerbank im Flug.
Schon länger gelten Kapazitätsbeschränkungen – entscheidend ist dabei nicht die mAh-Zahl auf der Verpackung, sondern die Kapazität in Wattstunden (Wh).
Ich habe mir das zum Anlass genommen, um nachzuschauen, was derzeit noch erlaubt ist – wie man mAh in Wh umrechnet und was Lufthansa, Eurowings, Condor, Ryanair, easyJet und weitere Airlines im Detail vorschreiben. Alle Airline-Regeln habe ich direkt auf den Seiten der Fluggesellschaften geprüft .
Powerbank im Flugzeug: Die Regeln im Überblick
Die Grundregeln stammen von der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) und dem Gefahrgut-Regelwerk der IATA.
Daran halten sich praktisch alle Airlines – einige haben jedoch noch strengere Regeln, denn die Grundregeln sind als Mindestvorgabe zu verstehen.
| Kapazität | Erlaubt? | Wo? |
|---|---|---|
| bis 100 Wh | ja, ohne Anmeldung | nur Handgepäck bzw. am Körper |
| über 100 bis 160 Wh | nur mit vorheriger Genehmigung der Airline – manche Airlines lehnen grundsätzlich ab | nur Handgepäck |
| über 160 Wh | nein | – |
Dazu kommen Regeln, die für (fast) alle Airlines gelten:
- Anzahl: höchstens zwei Powerbanks pro Person – bei Wizz Air und Emirates sogar nur eine.
- Aufgabegepäck: Powerbanks dürfen nie in den Koffer, der in den Frachtraum geht.
- Verstauen: nicht im Gepäckfach über dem Sitz, sondern unter dem Vordersitz, in der Sitztasche oder am Körper.
- Laden an Bord: Die Powerbank selbst darf im Flugzeug nicht aufgeladen werden.
- Nutzen an Bord: Ob man damit das Smartphone laden darf, regelt jede Airline selbst – bei vielen ist es inzwischen verboten.
- Schutz: Kontakte gegen Kurzschluss schützen, beschädigte oder zurückgerufene Powerbanks bleiben zu Hause.
Der Trend geht dazu, dass eine Nutzung während des Flugs nicht mehr zulässig ist, sondern lediglich die Mitnahme.
Was sich 2026 geändert hat – und was 2027 kommt
Lange waren Powerbanks im Regelwerk einfach Ersatzbatterien.
Das hat sich geändert, weil es an Bord zunehmend zu Zwischenfällen mit überhitzten Lithium-Akkus kommt.
Neue ICAO-Regeln seit 27. März 2026
Am 27. März 2026 hat die ICAO einen Nachtrag zu ihren technischen Vorschriften veröffentlicht, der sofort gilt.
Die IATA hat die Änderungen in einer Leitlinie für Airlines zusammengefasst:
- Powerbanks werden nicht mehr wie Ersatzbatterien behandelt, sondern gesondert geregelt.
- Pro Person sind höchstens zwei Powerbanks erlaubt (neue Pflicht).
- Powerbanks dürfen an Bord nicht aufgeladen werden (neue Pflicht).
- Powerbanks sollen an Bord nicht zum Laden anderer Geräte genutzt werden (neue Empfehlung).
- Sie bleiben im Handgepäck und müssen gegen Kurzschluss geschützt sein (wie bisher).
Wie schnell die Regeln greifen, hängt davon ab, wie die einzelnen Staaten und Airlines sie umsetzen.
Die großen europäischen Airlines haben das bereits getan – teils schon vorher.
Lufthansa Group und Emirates waren früher dran
Emirates hat die Nutzung von Powerbanks an Bord bereits zum 1. Oktober 2025 komplett verboten.
Die Lufthansa Group (u. a. Lufthansa, Eurowings, SWISS und Austrian) zog am 15. Januar 2026 nach.
Ab 2027: Aus für 100 bis 160 Wh?
Noch erlaubt der ICAO-Nachtrag Powerbanks mit 100 bis 160 Wh, wenn die Airline zustimmt.
Diese Ausnahme soll laut IATA aber nicht in die nächste Ausgabe des Gefahrgut-Regelwerks übernommen werden, die am 1. Januar 2027 in Kraft tritt.
Für die Praxis bedeutet das: Wer jetzt eine Powerbank für Reisen kauft, bleibt am besten unter 100 Wh. Große Laptop-Powerbanks mit mehr Kapazität dürften dann gar nicht mehr mitfliegen.
mAh in Wh umrechnen – so viel darf die Powerbank haben
Auf den meisten Powerbanks steht die Kapazität groß in Milliamperestunden (mAh). Für das Flugzeug zählt aber die Energiemenge in Wattstunden (Wh).
Die Formel nennen auch Lufthansa und das Luftfahrt-Bundesamt:
Wattstunden (Wh) = Milliamperestunden (mAh) x Spannung (V) / 1.000
Beispiel: 20.000 mAh x 3,7 V / 1.000 = 74 Wh
Als Spannung wird bei Powerbanks üblicherweise die Nennspannung der Akkuzellen angesetzt, meist 3,6 oder 3,7 Volt – nicht die 5, 9 oder 20 Volt am USB-Ausgang.
Damit ergibt sich folgende Orientierung:
| Kapazität (mAh) | Wh (bei 3,7 V) | Im Flugzeug |
|---|---|---|
| 10.000 mAh | 37 Wh | erlaubt |
| 20.000 mAh | 74 Wh | erlaubt |
| 25.000 mAh | 92,5 Wh | erlaubt |
| 27.000 mAh | 99,9 Wh | gerade noch erlaubt |
| 30.000 mAh | 111 Wh | nur mit Genehmigung – bei vielen Airlines verboten |
| 40.000 mAh | 148 Wh | nur mit Genehmigung – bei vielen Airlines verboten |
| 50.000 mAh | 185 Wh | verboten |
Faustregel: Bis etwa 27.000 mAh liegt eine Powerbank unter der 100-Wh-Grenze.
Stolperfallen am Flughafen
- Keine Wh-Angabe: Fehlt der Aufdruck, muss sich die Kapazität aus mAh und Volt nachvollziehen lassen. Wizz Air verbietet Powerbanks ohne erkennbare Wh-Angabe ausdrücklich, Emirates verlangt sie ebenfalls.
- Werbeangaben: Ausschlaggebend ist der Aufdruck auf dem Gerät, nicht die Angabe im Shop.
- Mehrere Akkus in einem Gehäuse: Bei Lufthansa zählt dann die Summe der Wattstunden aller Batterien im Gehäuse.
- Zurückgerufene Modelle: Lufthansa nennt ein konkretes Powerbank-Modell, dessen Mitnahme auf allen Flügen der Gruppe verboten ist, Eurowings verbietet mehrere zurückgerufene Anker-Powerbanks.
All das ist verständlich – macht es jedoch für Reisende nicht unbedingt einfacher.
Bei einem Powerbank-Neukauf würde ich empfehlen, darauf zu Achten, dass die Wh-Angabe direkt am Gehäuse aufgedruckt ist – das erspart Nachrechnen und erhöht die Akzeptanz der Airlines.
Patrick Woessner, Autor bei Tech Junkies
Powerbank-Regeln der Airlines im Vergleich
Bei der Wh-Grenze sind sich die Airlines weitgehend einig.
Große Unterschiede gibt es bei der Anzahl und vor allem bei der Frage, ob man die Powerbank an Bord überhaupt benutzen darf.
| Airline | Wh-Grenze | Anzahl | Geräte an Bord laden? | Quelle |
|---|---|---|---|---|
| Lufthansa | 100 Wh; 100-160 Wh mit Genehmigung | max. 2 | nein (Laden und Nutzung verboten) | lufthansa.com |
| Eurowings | 100 Wh; 100-160 Wh mit Genehmigung | max. 2 | nein (Lufthansa-Group-Regel) | eurowings.com |
| Condor | 100 Wh; 100-160 Wh mit Genehmigung | max. 2 | nein | condor.com |
| TUIfly | 100 Wh | max. 2 | nein | tuifly.com |
| Ryanair | 100 Wh (darüber verboten) | max. 2 | ja – außer beim Rollen, Start und Landung | ryanair.com |
| easyJet | 160 Wh | max. 2 | nein | easyjet.com |
| Wizz Air | 100 Wh | max. 1 | nein (keinerlei Nutzung) | wizzair.com |
| Turkish Airlines | 100 Wh (darüber verboten) | max. 2 | nein | turkishairlines.com |
| Emirates | 100 Wh | max. 1 | nein (keinerlei Nutzung) | emirates.com |
Die Regeln ändern sich derzeit häufig, was es nicht unbedingt einfacher macht.
Vor dem Flug lohnt deshalb immer ein Blick auf die aktuelle Seite der eigenen Airline – bei Codeshare-Flügen auf die Seite der Airline, die den Flug tatsächlich durchführt.
Lufthansa und Eurowings
Bei Lufthansa sind Powerbanks bis 100 Wh erlaubt, höchstens zwei pro Person.
Für Modelle zwischen 100 und 160 Wh ist eine Transportgenehmigung nötig, die man bei der Buchung über das Lufthansa Service Center beantragt.
Seit dem 15. Januar 2026 sind Laden und Verwendung von Powerbanks an Bord verboten – ausgenommen ist nur der Einsatz mit zugelassenen medizinischen Geräten.
Verstaut wird die Powerbank unter dem Sitz, in der Sitztasche, am Körper oder im Handgepäck unter dem Sitz, nicht im Gepäckfach.
Eurowings übernimmt die Grenzwerte und die Begrenzung auf zwei Powerbanks.
Das Nutzungs- und Ladeverbot gilt laut Lufthansa Group konzernweit, also auch bei Eurowings.
Wichtig laut Eurowings: Die Wh-Angabe sollte auf der Powerbank erkennbar sein.
Condor und TUIfly
Condor erlaubt zwei Powerbanks pro Person. Bis 100 Wh ist keine Anmeldung nötig, zwischen 100 und 160 Wh muss Condor die Mitnahme vorab genehmigen.
An Bord dürfen Powerbanks weder andere Geräte laden noch selbst über das Bordnetz geladen werden.
Bei TUIfly sind ebenfalls höchstens zwei Powerbanks mit jeweils höchstens 100 Wh erlaubt. Auch hier gilt: an Bord weder laden noch damit andere Geräte laden.
Ryanair – die Ausnahme beim Laden
Ryanair ist bei der Kapazität streng: Über 100 Wh ist nichts erlaubt, weder in der Kabine noch im Koffer.
Powerbanks zählen zu den insgesamt maximal 20 Ersatzbatterien pro Person, davon höchstens zwei Powerbanks.
Dafür darf man bei Ryanair das Smartphone an Bord mit der Powerbank laden – nur nicht beim Rollen, beim Start und bei der Landung oder wenn die Crew etwas anderes anweist.
Die Frage ist – wie lange noch. Ryanair könnte jederzeit mit anderen Airlines mitziehen, die das Laden während des Flugs nicht mehr gestatten.
Die Powerbank selbst darf an Bord nicht geladen werden.
Mehr zu den Ryanair-Regeln fürs Handgepäck steht im Ratgeber Ryanair-Handgepäck.
easyJet – offiziell bis 160 Wh
easyJet nennt auf seiner Gefahrgut-Übersicht als Grenze 160 Wh und höchstens zwei Powerbanks pro Person. An Bord dürfen sie nicht zum Laden anderer Geräte verwendet werden.
Mit der Mitnahme einer Powerbank über 100 Wh wäre ich jedoch vorsichtig – und vorab mit dem Kundenservice sprechen.
Wizz Air, Turkish Airlines und Emirates – besonders streng
Wizz Air und Emirates erlauben nur eine einzige Powerbank pro Person, die an Bord überhaupt nicht benutzt werden darf. Bei Wizz Air sind zudem Powerbanks ohne erkennbare Wh-Angabe verboten.
Turkish Airlines erlaubt zwei Powerbanks bis 100 Wh, verbietet aber Laden und Nutzung während des gesamten Flugs.
Kabellose Powerbanks müssen komplett ausgeschaltet sein und dürfen nicht so nah am Smartphone liegen, dass sie es versehentlich laden.
So kommt man mit der Powerbank durch die Kontrolle
- Wh-Angabe prüfen: Steht sie auf dem Gerät? Wenn nicht, mAh und Volt notieren – oder ein Foto des Datenblatts dabeihaben.
- Regel der eigenen Airline nachlesen: Anzahl, Wh-Grenze, Nutzung an Bord.
- Powerbank ins Handgepäck packen, nie in den Koffer.
- Kontakte schützen: Originalverpackung, eigene Hülle oder abgeklebte Anschlüsse.
- Bei der Sicherheitskontrolle griffbereit halten, falls nach der Kapazität gefragt wird.
- An Bord nicht ins Gepäckfach legen, sondern unter den Vordersitz, in die Sitztasche oder am Körper.
- Geräte vor dem Flug voll laden – bei vielen Airlines bleibt die Powerbank an Bord tabu, viele Flugzeuge haben aber USB-Ports oder Steckdosen am Platz.
- Beschädigte, aufgeblähte oder zurückgerufene Powerbanks zu Hause lassen.
Welche Powerbank eignet sich für Reisen?
Für Flugreisen gilt eine einfache Regel – unter 100 Wh bleiben und auf eine klare Wh-Angabe auf dem Gehäuse achten.
Damit ist man bei fast allen Airlines auf der sicheren Seite – auch nach dem geplanten Wegfall der 160 Wh-Ausnahme.
Diese Powerbanks liegen rechnerisch unter 100 Wh und sind auch für Laptops geeignet:
- INIU Laptop-Powerbank 65 W (20.000 mAh) (gelistet bei Amazon) – rund 74 Wh
- UGREEN Nexode Powerbank 100 W (20.000 mAh) (gelistet bei Amazon) – rund 74 Wh
- INIU Laptop-Powerbank 100 W (25.000 mAh) (gelistet bei Amazon) – rund 92,5 Wh
- Anker Prime Powerbank (26.250 mAh) (gelistet bei Amazon) – rund 97 Wh
Damit lässt sich auch noch ein Laptop wie z.B. ein MacBook laden – siehe MacBook mit Powerbank laden.
Größere Modelle mit 30.000 mAh oder mehr sind für Reisen dagegen keine gute Wahl: Sie brauchen eine Genehmigung, viele Airlines nehmen sie gar nicht mit.
Und ab 2027 dürfte die Ausnahme ganz wegfallen.
Häufige Fragen zur Powerbank im Flugzeug
Darf man eine Powerbank mit ins Flugzeug nehmen?
Ja, aber nur im Handgepäck bzw. am Körper. Bis 100 Wh ist keine Anmeldung nötig, zwischen 100 und 160 Wh braucht man die Genehmigung der Airline, über 160 Wh ist die Mitnahme verboten. Pro Person sind seit März 2026 höchstens zwei Powerbanks (Branchen-Mindestregel) erlaubt. Einzelne Airlines sind noch strenger – bei Wizz Air und Emirates ist nur eine erlaubt.
Ist eine Powerbank mit 20.000 mAh im Flugzeug erlaubt?
Ja. Eine Powerbank mit 20.000 mAh kommt bei 3,7 V Nennspannung auf rund 74 Wh und liegt damit deutlich unter der 100- Wh-Grenze. Sie darf ohne Anmeldung ins Handgepäck.
Wie viel mAh sind 100 Wh?
Bei einer Nennspannung von 3,7 V entsprechen 100 Wh rund 27.000 mAh. Die Formel lautet: Wh = mAh x V / 1.000. Maßgeblich ist aber die Wh-Angabe des Herstellers auf der Powerbank.
Was passiert, wenn die Powerbank im Koffer ist?
Powerbanks sind im aufgegebenen Gepäck verboten. Fällt sie bei der Durchleuchtung auf, wird der Koffer wahrscheinlich geöffnet und die Powerbank entfernt. Auch ein Nicht-Mitnahme des Koffers ist denkbar.
Darf man im Flugzeug das Handy mit der Powerbank laden?
Das hängt von der Airline ab. Bei den meisten ist es nicht mehr erlaubt (u.a. Lufthansa, Eurowings, Condor, TUIfly, easyJet, Wizz Air, Turkish Airlines und Emirates verbieten es). Ryanair erlaubt es, außer bei Taxi, Start und Landung. Die Powerbank selbst darf an Bord bei keiner Airline aufgeladen werden.
Wie viele Powerbanks darf man mit ins Flugzeug nehmen?
Seit dem ICAO-Nachtrag vom 27. März 2026 höchstens zwei pro Person. Das ist eine Mindestregel – Airlines haben teils eigene, noch strengere Gefahrgutregeln. Wizz Air und Emirates erlauben z.B. nur eine.
Was gilt, wenn keine Wh-Angabe auf der Powerbank steht?
Dann muss sich die Kapazität aus mAh und Volt nachvollziehen lassen. Bei Wizz Air sind Powerbanks ohne erkennbare Wh-Angabe verboten, Emirates verlangt die Angabe ebenfalls. Deshalb empfiehlt es sich beim Neukauf darauf zu achten, dass eine Wh-Angabe aufgedruckt ist.
Darf die Powerbank ins Gepäckfach über dem Sitz?
Nein. Fast alle Airlines verlangen inzwischen, dass Powerbanks unter dem Vordersitz, in der Sitztasche oder am Körper bleiben – damit ein überhitzender Akku schnell bemerkt wird.
