HDR-Monitor - warum es ein HDR-Standard wie DisplayHDR 1000 oder DisplayHDR 1400 sein darf
Hardware

HDR-Monitor: DisplayHDR 1000, 1400 – welches ist der beste HDR-Standard?

Bild: Depositphotos / S.Gvozd

Mittlerweile gibt es kaum einen neuen Monitor, auf dem nicht mindestens ein HDR-Siegel prangt.

Das gilt zumindest für Monitore aus dem gehobenen Preissegment.

Die Krux bei der Sache ist jedoch: Ein HDR-Siegel mag ein tolles Marketing-Instrument für die Monitor-Hersteller sein. Jedoch nützt das dem Kunden nicht in jedem Fall.

Es gibt mehrere HDR-Standards, wobei DisplayHDR (herausgegeben von der VESA, vollständig „VESA Certified DisplayHDR“) der bedeutendste für die Einschätzung der HDR-Leistungsfähigkeit ist.

Den DisplayHDR-Standard gibt es in verschiedenen „Güteklassen“. Soll es ein „echter“ HDR-Monitor sein, darf es tatsächlich DisplayHDR 1000 oder sogar DisplayHDR 1400 (mindestens aber Display HDR 600) sein.

Weshalb das so ist und welche HDR-Monitor eine solche hochwertige HDR-Zertifizierung haben, das erkläre ich hier.

DisplayHDR 400, 500, 600, 1000, 1400 – wo liegt der Unterschied?

Global Dimming vs. Local Dimming

Ein wichtiger Unterschied betrifft nur den „einfachsten“ DisplayHDR-Standard – nämlich DisplayHDR 400.

Diese Version des Standards setzt auf sog. Global Dimming.

Das bedeutet, die Helligkeitssteuerung erstreckt sich über den gesamten Bildschirm. In der Praxis spielt HDR jedoch die Stärken aus, wenn die Hintergrundbeleuchtung gezielt bestimmte Bildbereich ausleuchtet.

Denn HDR zielt ja gerade darauf ab, den Kontrast zu erhöhen – und dafür ist es unerlässlich, gewisse Bildbereiche abzudunkeln und gleichzeitige andere aufzuhellen.

Mit DisplayHDR 400 ist dieses sogenannte Local Dimming jedoch nicht möglich.

Das wäre auch mein größter Kritikpunkt an DisplayHDR – ob DisplayHDR 400 heute noch zeitgemäß ist bzw. hier überhaupt die Rede von „echtem“ HDR sein kann, darf man zumindest kontrovers diskutieren.

Alle Standards darüber (500, 600, 1000, 1400) sehen das Local Dimming vor.

Da darf man dann nochmal unterscheiden – Edge Lit Local Dimming und Full Array Local Dimming (FALD), wobei Dimming-Technologie die am weitesten entwickelte ist.

Dazu fand ich folgende animierte Grafik, die das Wesentliche anschaulich erklären sollte:

Global Dimming vs. Local Dimming (zu unterschieden: Edge Lit oder Full Array Local Dimming)

Bild: Sayeen, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wozu setzen Hersteller dann dennoch weiterhin bei Monitoren auf Direct Lit (Global Dimming) oder Edge-Lit (Local Dimming)?

Es ist recht einfach – Full Array Local Dimming (FALD) treibt die Produktionskosten in die Höhe. Weiterhin können Panel auch nicht so kompakt gebaut werden, wie mit „einfacherer“ Dimmung der Hintergrundbeleuchtung.

Die beste Ausprägung Full Array Local Dimming (FALD) von stellen derzeit übrigens Mini-LEDs dar. Die winzigen LEDs, die eine sehr feine Ausleuchtung des Bildes erlauben, sind nochmal teurer.

Mehr als Mini-LEDs geht in der Hinsicht derzeit aber kaum – zumindest im Bereich konventioneller LED-Panels. OLED ist dann nochmal ein anderes Thema.

Helligkeit typisch bzw. maximal

Das wichtigste Kriterium, um die DisplayHDR-Versionen zu unterscheiden, ist die Helligkeit, die das Monitor-Panel erreichen kann.

Dabei gibt es im Grunde zwei Helligkeitswerte, die relevant sind.

  • max. Helligkeit bzw. Peak-Helligkeit – diese kann kurzfristig erreicht werden
  • typische Helligkeit oder dauerhafte Helligkeit – diese kann über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden

Die Helligkeit wird in cd/m² (Candelas pro Quadratmeter, vor allem in den USA auch als Nits bezeichnet) gemessen und die Mindestwerte sind auf der DisplayHDR-Webseite einsehbar.

DisplayHDR-Spezifikation - Helligkeit (Minimum)

Bild: Screenshot der DisplayHDR-Webseite - DisplayHDR Specs

Mit Blick auf die Tabelle wird schon einmal klar, woher die Zahl in der jeweiligen DisplayHDR-Version kommt:

  • DisplayHDR 1400 – Peak-Helligkeit min. 1400 cd/m²
  • DisplayHDR 1000 – Peak-Helligkeit min. 1000 cd/m²
  • DisplayHDR 600 – Peak-Helligkeit min 600 cd/m²
  • … und so weiter

Für die jeweilige Einstufung in eine DisplayHDR-Version ist aber auch die dauerhafte Helligkeit, die das Panel erreichen kann, relevant.

Hier zeigen sich m.E. die Schwächen von DisplayHDR 400, DisplayHDR 500 und DisplayHDR 600 – dauerhaft müssen lediglich 320 cd/m² bzw. minimal höhere 350 cd/m² bei DisplayHDR 600 erreicht werden.

Wirft man einen Blick in gängige Produktdatenbanken, schafft knapp die Hälfte der gelisteten Monitor mindestens 300 cd/m² und immerhin ein Viertel mindestens 350 cd/m² typische Helligkeit – teils ganz ohne HDR-Zertifizierung.

Bei DisplayHDR 1000 macht die typische Helligkeit einen deutlichen Sprung – hier werden mindestens 600 cd/m² gefordert und bei DisplayHDR 1400 sind es sogar 900 cd/m².

Das schaffen gewöhnliche Desktop-Monitore mit gutem Panel nicht mehr. Hier trennt sich also gewissermaßen die Spreu vom Weizen.

Farbraum und Wide-Gamut

Interessant in den DisplayHDR-Spezifikationen sind sodann noch die Mindestabdeckungen von Farbräumen, die in der jeweiligen Version erreicht werden müssen.

Für DCI-P3 macht DisplayHDR 400 gar keine Vorgaben, bei allen weiteren DisplayHDR-Versionen sind es mindestens 90% mit Ausnahme von DisplayHDR 1400 – hier werden mindestens 95% gefordert.

Auch bei Rec.709 (ITU-R BT.709, im Wesentlichen sRGB) fällt DisplayHDR 400 ab – hier werden lediglich 95% gefordert, während es bei allen anderen Ratings 99% sind.

DisplayHDR-Spezifikation - Farbraum und Wide-Gamut

Bild: Screenshot der DisplayHDR-Webseite - DisplayHDR Specs

Monitore mit DisplayHDR 1000 oder 1400

(Noch) wenige HDR-Monitore mit DisplayHDR 1000 / 1400 verfügbar

Monitore mit DisplayHDR 1400 sind derzeit noch ein rares Gut.

Ich kenne bis dato lediglich zwei Monitore: Den ASUS ROG Swift PG32UQX (Segment: Gaming-Monitor) sowie den ASUS ProArt PA32UCG-K (für professionelle Anwender).

Ich kenne bis dato lediglich vier Monitore: Den ASUS ROG Swift PG32UQX (Segment: Gaming-Monitor), den AOC Porsche Design Agon Pro PD32M (Gaming-Monitor), den ViewSonic Elite XG321UG (Gaming-Monitor) sowie den ASUS ProArt PA32UCG-K (für professionelle Anwender).

Außerdem eine Vorwarnung: Eine „budgetfreundliche“ Option gibt es für DisplayHDR 1400 nicht. Die High-End-Hardware hat aktuell ein stolzes Preisschild.

Bei DisplayHDR 1000 bestehen schon mehr Wahlmöglichkeiten.

Derzeit gibt es gut 20 Monitore, die bei Händlern eingelistet sind. Außerdem sind einige Optionen verfügbar, die den Geldbeutel nicht allzu sehr strapazieren.

Auf eine vollständige Liste verzichte ich deshalb und stelle stellvertretend drei DisplayHDR 1000-Monitor vor: Einen für Gamer, einen für professionelle Anwender und eine budgetfreundliche, günstige Option.

Nichts passendes mit dabei?

Einfach auf der VESA-Webseite nachschauen. Da findet sich eine offizielle Liste, welche Monitore den jeweiligen DisplayHDR-Standard auch wirklich erfüllen – also von der VESA zertifiziert wurden.

DisplayHDR 1400-Monitore

ASUS ROG Swift PG32UQX (32 Zoll, 4K, Gaming)

Der ASUS ROG Swift PG32UQX ist im absoluten High-End-Segment der Gaming-Monitore angesiedelt – ein hohes Budget ist Pflicht, um in Erwägung zu ziehen, bei diesem Monitor-Boliden schwach zu werden.

Bezüglich der Ausstattung geht kaum mehr.

Das IPS-Panel verfügt über 10 Bit native Farbtiefe, Quantum Dot und 4K-Auflösung. Gamer freuen sich über bis zu 144 Hz Bildwiederholfrequenz. Die Adaptive Sync-Fähigkeiten sind mit G-Sync Ultimate zertifiziert.

Die Hintergrundbeleuchtung mit Mini-LEDs bringt dem ASUS ROG Swift PG32UQX entsprechendes HDR-Potenzial ein – und damit auch die Zertifizierung mit DisplayHDR 1400.

ASUS ROG Swift PG32UQX (4K-Monitor)
Produktbild zu ASUS ROG Swift PG32UQX (4K-Monitor)
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Üppige Ausstattung, stolzer Preis: Der ASUS ROG Swift PG32UQX ist ein großformatiger Gaming-Monitor mit 4K-Auflösung, IPS-Panel mit Quantum-Dot, Mini-LEDs, max. 144 Hz und G-Sync Ultimate sowie eben DisplayHDR 1400.
Vollständige Bezeichnung (wie bei Alternate):
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AOC Porsche Design Agon Pro PD32M (32 Zoll, 4K, Gaming)

Den AOC Porsche Design Agon Pro PD32M kauft man vermutlich nicht (nur) wegen der Ausstattung.

Obwohl es da gute Gründe gibt – Mini-LED-Backlight bringt dem Gaming-Monitor das VESA DisplayHDR 1400-Rating ein.

Anspruchsvolle Gamer freuen sich weiterhin über die Konnektivität (2 x HDMI 2.1, 1 x DisplayPort 1.4 sowie USB-C mit DisplayPort), max. 144 Hz Bildwiederholfrequenz sowie 1 ms Reaktionszeit (G2G).

Nein, der AOC Porsche Design Agon Pro PD32M punktet auch mit einer eleganten Anmutung – mit edel anmutendem Aluminium, RGB-Beleuchtung auf der Rückseite sowie Logo-Projizierung.

AOC Porsche Design Agon Pro PD32M (4K-Monitor)
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Edler 4K-Monitor von AOC in Zusammenarbeit mit Porsche Design - der AOC Porsche Design Agon Pro PD32M kombiniert ein elegantes Antlitz mit hochwertiger Ausstattung (u.a. Mini-LED-Backlight).
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ViewSonic Elite XG321UG (32 Zoll, 4K, Gaming)

Der ViewSonic Elite XG321UG verhilft sich ebenfalls mit einer besonders hochwertigen Hintergrundbeleuchtung zum VESA DisplayHDR 1400-Rating.

Denn auch auch hier wird das Full Array Local Dimming (mit 1.152 Zonen) mit Mini-LEDs realisiert.

Die restliche Ausstattung dürfte das ein oder andere Gamer-Herz höher schlagen lassen. Gemeint sind max. 144 Hz sowie G-Sync Ultimate.

Ganz modern ist die Konnektivität des ViewSonic Elite XG321UG nicht: HDMI 2.1 fehlt (stattdessen 2 x HDMI 2.0, schade für Konsoleros. Weiterhin gibt es DisplayPort 1.4 aber kein USB-C.

ViewSonic Elite XG321UG (4K-Monitor)
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Mini-LED-Monitor für Gamer: 4K auf 32 Zoll, max. 144 Hz, Nvidia G-Sync Ultimate, VESA DisplayHDR 1400... die Ausstattung des ViewSonic Elite XG321UG ist beachtlich.
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ASUS ProArt PA32UCG-K (32 Zoll, 4K, Professionals)

Ein Monitor für professionelle Anwender – der ASUS ProArt PA32UCG-K ist der zweite DisplayHDR 1400-Monitor im Bunde und erwartungsgemäß ebenfalls kein „Schnapper“.

Neben DisplayHDR 1400 sind auch HDR-Zertifizierungen für HDR10, Dolby Vision und Ultra HD Premium vorhanden – viel mehr geht in dem Hinblick nicht.

Die Helligkeit wird vom Hersteller mit 1000 cd/​m² (typisch) bzw. 1600 cd/​m² (Peak) angegeben – also mehr als im DisplayHDR 1400-Standard gefordert.

Das IPS-Panel verfügt über Quantum Dot, schafft max. 120 Hz Bildwiederholfrequenz und verfügt über eine Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung.

An Anschlüssen stehen neben 2x HDMI 2.0b, 1x DisplayPort 1.4 auch 1x HDMI 2.1 sowie 2x Thunderbolt 3 zur Verfügung.

Die übrige Ausstattung richtet sich an Profis: Blendschutzhaube, Hardware-Kalibrierung und beigelegtes Colorimeter – X-Rite i1 Display Pro.

ASUS ProArt PA32UCG-K (4K-Monitor)
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alternativ auch gelistet mit-Lieferung Amazon
Mini-LED, DisplayHDR 1400, Adobe RGB, Hardware-Kalibrierung - der ASUS ProArt PA32UCG-K ist ein Profi-Monitor mit sehr hochwertiger Ausstattung, was sich jedoch natürlich auch im Preis bemerkbar macht.
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DisplayHDR 1000-Monitore

Gigabyte AORUS FV43U (43 Zoll, 4K, Gaming)

Der Gigabyte AORUS FV43U ist relativ neu erschienen und bietet eine umfangreiche Ausstattung für Gamer – sowohl für PC-Gamer und auch Konsoleros mit einer NextGen-Konsole wie PlayStation 5 oder Xbox Series X, denn es handelt sich um einen HDMI 2.1-Monitor.

Denn der Monitor unterstützt die neuen Gaming-Funktionen von HDMI 2.1 – VRR und ALLM.

Mit 43 Zoll Bildschirmdiagonale hat der Monitor fast die Maße eines typischen TV-Geräts.

Das VA-Panel verfügt über 4K-Auflösung, max. 144 Hz Bildwiederholfrequenz sowie sowie AMD FreeSync Premium Pro und G-Sync-Compatible.

Neben DisplayHDR 1000 ist auch ein Siegel für HDR10 mit dabei.

Gigabyte AORUS FV43U (4K-Monitor)
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Ein großformatiger Monitor für das Wohnzimmer: Der Gigabyte AORUS FV43U ist vollgepackt mit Features - neben PC-Gaming auch für PS5-Konsoleros sowie Filme und anderen Video-Content interessant.
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Lenovo ThinkVision Creator Extreme (27 Zoll, 4K, Professionals)

Professionelle Anwender dürfen einen Blick auf den Lenovo ThinkVision Creator Extreme werfen.

Das IPS-Panel des 4K-Monitors verfügt nicht nur über eine DisplayHDR 1000-Zertifizierung, sondern auch HDR10, Dolby Vision, Ultra HD Premium und HLG.

Bezüglich der gängigen Farbräume verspricht Lenovo eine Abdeckung von 100% sRGB, 99% Adobe RGB, 99.5% DCI-P3 sowie 100% Rec.709 – Kreativschaffende wie Fotografen dürfte das zufrieden stellen.

Zur weiteren Ausstattung des Lenovo ThinkVision Creator Extreme gehören USB-C mit DisplayPort sowie USB-C PD mit bis zu 100 Watt, ein KVM-Switch und ein USB-Hub.

Lenovo ThinkVision Creator Extreme (4K-Monitor)
Produktbild zu Lenovo ThinkVision Creator Extreme (4K-Monitor)
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Professionals im Blick - der Lenovo ThinkVision Creator Extreme bietet 4K-Auflösung, 27 Zoll Bildschirmdiagonale, ein IPS-Panel mit Mini-LEDs und eben DisplayHDR 1000.
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Philips Momentum 436M6VBPAB (42.5 Zoll, 4K, Budget-Tipp)

Der Philips Momentum 436M6VBPAB hat durchaus ein stattliches Maß. Man darf fragen: Geht das überhaupt noch als Monitor durch? 🙂

Stolze 42.5 Zoll hat der große Gaming-Monitor mit 4K-Auflösung, VA-Panel mit Quantum Dot und eben auch DisplayHDR 1000.

Die Konnektivität kann sich ebenfalls sehen lassen: 1x HDMI 2.0, 1x DisplayPort 1.4, 1x Mini DisplayPort 1.4, 1x USB-C 3.0 mit DisplayPort 1.2 sowie ein USB-Hub stehen zur Verfügung.

Der Philips Momentum 436M6VBPAB spricht eher die spezielle Zielgruppe der „Wohnzimmer-Gamer“ an und mag nicht für Jedermann eine Option sein. Vergleichsweise günstig ist der großformatige Monitor jedoch zu haben.

Philips Momentum 436M6VBPAB (4K-Monitor)
Produktbild zu Philips Momentum 436M6VBPAB  (4K-Monitor)
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Ein echter „Riese“ für Gamer: 42.5 Zoll, VA-Panel, Quantum Dot, DisplayHDR 1000 und das ganze gar nicht mal teuer.
Vollständige Bezeichnung (wie bei Office-partner):
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Noch eine Exkursion – DisplayHDR True Black (für OLED)

Neben den bereits vorgestellten DisplayHDR-Stufen gibt es drei weitere Varianten: DisplayHDR True Black 400, 500 und 600.

Diese haben in der Praxis für Monitore noch keine große Bedeutung, denn DisplayHDR True Black ist für OLED-Panels ausgelegt.

Und OLED-Monitore kann man derzeit an einer Hand abzählen.

Der erst kürzlich erschienene LG UltraFine Display OLED Pro 32EP950-B mit OLED-Panel verfügt beispielsweise über eine DisplayHDR True Black 400-Zertifizierung.

Ansonsten wurden die DisplayHDR True Black-Zertifikate bislang vornehmlich an Notebooks vergeben.

Vereinfacht lässt sich sagen, dass OLEDs zwar eine geringere maximale Helligkeit als hochgezüchtete LCD-Panels mit LED- oder Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung erreichen.

Dafür sind die Schwarzwerte besser, was wiederum für einen hohen Kontrast sorgt.

Eine weitere Besonderheit der OLED-Technologie ist das Pixel-Dimming. Hier werden einzelne Pixel angepasst, um den gewünschten Kontrast zu erreichen – im Gegensatz zu Bildschirmbereichen (Local Dimming) bzw. des gesamten Bildschirms (Global Dimming).

Dies liegt an der grundlegenden Eigenschaft von OLED, dass die Pixel selbstleuchtend sind und somit keine Hintergrundbeleuchtung erforderlich ist.

Neben OLED will die VESA den True Black-Standard auch für die künftige Panel-Technologie microLED (auch mLED genannt) heranziehen – diese muss freilich erst einmal Marktreife erreichen.

Die Unterschiede zeigt folgende Tabelle, die der DisplayHDR-Webseite entnommen ist:

DisplayHDR vs. DisplayHDR True Black - Besonderheiten bei OLED

Bild: Screenshot der DisplayHDR-Webseite - DisplayHDR vs. DisplayHDR True Black

DisplayHDR, HDR, Dolby Vision, HDR10, Ultra HD Premium usw. – welches HDR-Siegel darf es sein?

Hier ging es bislang vor allem um Monitore mit DisplayHDR-Rating, einem Standard der VESA.

Zu allem Überfluss finden sich aber zahlreiche andere HDR-Siegel auf den Verpackungen und in dem Marketing-Material der Monitor-Hersteller.

Statt DisplayHDR 1000 liest man z.B. auch häufig HDR 1000 bzw. statt DisplayHDR 600 auch HDR 600. Das ist jedoch nicht gleichbedeutend.

Denn niemand hat standardisiert, was unter HDR 1000, HDR 600 oder ähnlichem genau zu verstehen ist.

Anders sieht es für den von der VESA gepflegten DisplayHDR-Standard aus.

So funktioniert der DisplayHDR-Standard

Der DisplayHDR-Standard wird von der VESA, der Video Electronics Standards Association, gepflegt. Die Organisation zeichnet sich z.B. auch für den DisplayPort-Standard verantwortlich.

Eine Aussagekraft entfaltet DisplayHDR über die HDR-Leistungsfähigkeit eines Bildschirms.

Dafür hat die VESA sowohl festgelegt was zu testen ist als auch wie es zu testen ist. Jeder Monitor unabhängig des Herstellers durchläuft die gleichen, standardisierten Tests, was eine gewisse Vergleichbarkeit und Aussagekraft über die HDR-Leistungsfähigkeit erlaubt.

Diese Testverfahren werden von der VESA in der CTS (Compliance Test Specification) festgeschrieben, die auf der offiziellen DisplayHDR-Webseite eingesehen werden können.

Das kann u.a. folgt aussehen (Auszüge aus den DisplayHDR-Testverfahren):

10% Center Patch Test

Der 10% Center Patch Test beginnt nach einem einminütigen schwarzen Bild (Reset / Cool-Down). Anschließend wird ein weißer Fleck mit MaxLuminance im Zentrum des Bildschirms eingeblendet, der alle 500 ms zufällig um 1% der Pixel horizontal und vertikal verschoben wird.

Der Test läuft für 30 Minuten, wobei jede Minute die erreichte Helligkeit gemessen wird. Jede der 30 Messungen muss über dem Mindestwert liegen.

Full-Screen Flash Test

Um die Helligkeit für den Full-Screen Flash Test zu messen, ist z.B. ein dreiminütiges schwarzes Bild (Reset / Cool-Down) gefolgt auf ein weißes Bild mit MaxLuminance für mindestens 2 Sekunden gefordert. Danach folgt für 30 Sekunden ein schwarzes Bild (Cool-Down), bevor erneut gemessen wird – für insgesamt fünf Durchläufe.

Die Helligkeit wird in allen fünf Durchläufen in der Mitte des Bildschirmes gemessen und muss jeweils über dem festgelegten Minimum liegen – nur dann besteht der Monitor.

Andere HDR-Siegel, die mehr oder weniger oft auf Monitor-Verpackungen prangen, sind z.B. HDR10 oder HDR10+, Dolby Vision und Hybrid Log Gamma (HLG).

Diese Siegel beschreiben jedoch nicht, dass der Monitor bestimmte Leistungswerte erreicht, sondern dass der Monitor mit gewissen HDR-Daten umzugehen weiß.

Deshalb verfügen Geräte oft über zwei oder mehr HDR-Siegel – z.B. ein DisplayHDR-Rating sowie gleichzeitig auch HDR10.

Eher bei TV Geräten (aber auch bei einigen Monitoren) findet sich zudem das Ultra HD Premium-Siegel.

Dieses besagt, dass der Bildschirm mindestens über UHD-Auflösung (3.840 x 2.160) verfügt, eine Farbtiefe von 10 Bit hat, den Farbraum BT.2020 abdeckt sowie den SMPTE ST.2084-Standard für HDR erfüllt.

Also in Kürze zusammengefasst: DisplayHDR ist…

  • ein „Performance-Siegel“, das die HDR-Leistungsfähigkeit misst,
  • auf standardisierte, herstellerunabhängige Tests setzt,
  • verbindliche Mindestwerte für die jeweilige Ausgabe (z.B. DisplayHDR 1000) vorschreibt
  • und von der VESA als herstellerübergreifende Organisation gepflegt und herausgegeben wird.

Für die Beurteilung der HDR-Leistungsfähigkeit hat sich DisplayHDR damit als bedeutendster Standard für HDR-Monitore durchgesetzt.

Mein Fazit – für „echtes“ HDR zumindest Finger weg von DisplayHDR 400

Ob es gleich ein DisplayHDR 1400-Monitor oder ein DisplayHDR 1000-Monitor sein muss, darf man sicherlich mit Fragezeichen versehen.

Ein entsprechender HDR-Monitor ist nämlich teuer.

Wenn ich mir einen neuen Monitor anschaffe, liegt mein Budget für gewöhnlich jedenfalls unter dem, was z.B. für einen High-End-Boliden wie den ASUS ROG Swift PG32UQX, den AOC Porsche Design Agon Pro PD32M, den ViewSonic Elite XG321UG oder den ASUS ProArt PA32UCG-K aufgerufen werden (jeweils mit DisplayHDR 1400) 🙂

Soll es ein Monitor mit guten HDR-Fähigkeiten sein, würde ich jedoch in jedem Fall das „kleinste“ Rating, nämlich DisplayHDR 400, links liegen lassen.

Dafür gibt es gleich mehrere Gründe:

  • nur Global Dimming, kein Local Dimming
  • eher geringe Peak-Helligkeit von 400 cd/m²
  • nur 95% Rec.709, keine Vorgabe für DCI-P3
  • keine 10 Bit-Farbtiefe (lediglich 8 Bit)

Richtige Freude mit HDR-Content kann mit diesen Vorraussetzungen m.E. nicht aufkommen.

Denn anders als die Zahl in der jeweiligen DisplayHDR-Stufe vermuten lässt, liegen die Unterschiede eben nicht nur in den Helligkeitswerten, die der Monitor erreichen kann.

Mein Tipp ist deshalb, zumindest DisplayHDR 600 als Mindest-Rating zu wählen.

DisplayHDR 500 käme prinzipiell auch in Frage, jedoch gibt es derzeit keine Monitor mit diesem Siegel – lediglich einige Laptops aus der Samsung Galaxy Book Pro 360-Serie.

Denn wichtiger als die höhere Peak-Helligkeit ist in dem Fall: Die anderen drei Schwachpunkte (kein Global Dimming, nur 95% Rec.709-Abdeckung, keine 10 Bit-Farbtiefe) von DisplayHDR 400 eliminieren die nächsthöheren Ratings bereits.

Patrick Woessner

Ich bin Patrick und hier blogge ich zu verschiedenen Themen rund um Technik, Gadgets und mehr. Früher hatte ich gleich mehrere Blogs zu diesem Thema. Mittlerweile steht Tech Junkies im Mittelpunkt.

Diskussion - 2 Kommentare
  • Frank sagt:

    Hi Patrick, eigentlich veröffentliche ich eher selten, in dem Fall mache ich eine Ausnahme. Dein Blog ist der beste, den ich bisher zu dem Thema gelesen habe. Auch wegen der links. Ich suche seit mehr als zwei Jahren einen Monitor und es ist aufwendig immer nach neuen Testberichten Ausschau zu halten. Danke für den Hinweis mit VESA. Mein alter Philipps Monitor hat mehr als 15 Jahre gehalten und ich habe ihn ausgemustert, weil er nicht mehr zeitgemäß war, aber er lief immer noch. Der nächste Monitor soll auch eine gute Qualität haben und muss mindestens HDR 1000, hdmi2.1, 144hz und mehr als 30 Zoll haben und an die Wand montiert werden können. Was hältst du von den Samsung Neo G9? Ist das zu groß zum Arbeiten? Mein Schreibti hat 1,6m. Ich brauche was Großes für mehrere Dokumente, excel und mindestens zwei Laptops. Dann möchte ich viele Bildersammlungen und Filme bearbeiten und auch wenn meine Spieleerfahrung lange zurück liegt, würde ich mir eine Konsole dazu kaufen. Was ist deine Meinung? Was ist die maximale Größe wenn damit auch ernsthaft gearbeitet werden muss?

    • Hallo Frank,

      danke für das nette Feedback.

      Der Samsung Odyssey Neo G9 ist in meinen Augen ein interessanter Monitor – eben auch wegen der sehr guten HDR-Eigenschaften (Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung lässt hier grüßen).

      Als reiner Büro-Monitor wäre er sicher ein „overkill“ – der Monitor ist zu guter letzt eben auch als High-End-Gaming-Monitor aufgestellt (und dafür zahlt man). Die DQHD-Auflösung finde ich aber auch für Office spannend, wenn man gerne mit zwei großen Fenstern nebeneinander arbeitet – schließlich sind das zwei komplette 16:9-QHD-Desktops nebeneinander auf einem Monitor.

      Wenn Du bereit bist, das Budget in dieser Höhe in die Hand zu nehmen und das 32:9-Seitenverhältnis interessant findest, dann hast Du mit dem Samsung Odyssey Neo G9 einen hochwertigen Kandidaten.

      Viele Grüße,
      Patrick

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