Endlich Tschüss zur ausgebeulten Hosentasche sagen? Die Idee hinter einem Mini-Wallet hört sich durchaus verlockend an.
Und mal ganz ehrlich: Viele Dinge aus dem Geldbeutel benötigt man heutzutage ohnehin kaum mehr.
Zahlen mit Bargeld? Ist bei mir jedenfalls eher Ausnahme statt Regel. Zahlen per Kredit- bzw. Debit-Karte? Ich nutze eigentlich nur noch Apple Pay oder Google Pay.
Schon länger schiele ich deshalb auf die Geldbeutel-Alternativen, die sich Kartenetui, Mini-Wallet, Slim-Wallet, Magic-Wallet, Tiny-Wallet usw. nennen – oder was auch immer sich die Marketingabteilung noch so einfallen lässt 🙂
Gemeint sind Mini-Geldbörsen, die neben einigen Karten im Scheckkartenformat teils noch eine Geldklammer für Banknoten oder ein kleines Münzfach haben.
Ich will es wissen – was taugt die Geldbeutel-Alternative im Alltag?
In diesem Beitrag steht deshalb beides: meine eigenen Erfahrungen nach dem Umstieg und ein Überblick über die Modelle, die derzeit am Markt eine Rolle spielen – jedoch kein ausführlicher Testbericht.
Der Artikel stellt Mini-Wallets bzw. Kartenetuis als Alternative zum klassischen Geldbeutel vor und richtet sich an alle, die überwiegend per Karte oder Smartphone zahlen, aber noch etwas Bargeld mitführen wollen. Der Autor beschreibt seinen eigenen Umstieg von einem prallen Portemonnaie auf ein schlankes Aluminium-Etui und vergleicht anschließend gängige Modelle wie I-CLIP, The Ridge, Secrid, Ekster, Jaimie Jacobs, VON HEESEN, DONBOLSO, Anders & Komisch und Space Wallet. Dabei geht es um Bauformen, Münzfächer, RFID-Schutz, Tracker-Karten und Haltbarkeit. Fazit: Die Wahl hängt vor allem davon ab, wie viel Bargeld man tatsächlich benötigt.
- Slim Wallets gibt es hauptsächlich als Kartenschieber, Magic Wallet oder Mini-Portemonnaie mit unterschiedlichem Platzangebot für Karten und Bargeld.
- Ein Münzfach fehlt bei vielen reinen Kartenschiebern, weshalb Vielzahler von Bargeld eher zu einem Modell mit geschlossenem Münzfach greifen sollten.
- RFID-Schutz ist mittlerweile weit verbreitet, schützt aber oft nur Karten im abgeschirmten Kern und lässt sich leicht am Terminal überprüfen.
- Tracker-Karten im Scheckkartenformat ermöglichen bei manchen Modellen das Wiederfinden per Smartphone-Netzwerk.
- Bei etablierten Marken lassen sich verschlissene Gummibänder und Geldklammern nachkaufen, bei No-Name-Nachbauten endet damit oft die Nutzungsdauer.
Qual der Wahl bei den „smarten“ Portemonnaies
Bargeld – geht es wirklich ohne? Bei mir nicht!
Schön wäre es (jedenfalls für mich) – gar kein Bargeld mehr.
Ich habe jedenfalls kein Problem damit, überall per Karte zu zahlen. Aber ganz ohne geht es dann eben doch nicht.
Bäcker, Frisör, Getränkeautomat, Behörde… bei manchem Händler geht es auch heute noch nur noch mit Bargeld.
Deswegen will ich für meinen Teil immer einen „Notgroschen“ dabei haben.
Zwei oder drei Scheine und den obligatorischen Euro für den Einkaufswagen – mehr muss es dann aber auch nicht sein.
Bedingung deshalb für mich: Mein neues „Slim-Wallet“ braucht auch weiterhin ein Fach für etwas Bargeld.
Wie viel Karten sollen (noch) mit?
Karten, die ich bereits im Smartphone-Wallet (also Apple Pay oder Google Pay) habe, muss ich in physischer Form eigentlich nicht mehr mitnehmen.
Die meisten Banken, bei denen ich ein Konto oder eine Karte habe, unterstützen Apple Pay und Google Pay mittlerweile (z.B. hier im Blog vorgestellt: Tomorrow).
Einige Karten braucht man jedoch zwangsweise.
Das wären in meinem Fall Ausweis und Führerschein sowie zwei Krankenversicherungskarten.
Ganz ohne physische Zahlkarte will ich dann auch nicht unterwegs sein.
Vielleicht streikt das Smartphone einmal (Akku leer) oder das Händler-Terminal. Also lieber jeweils eine Kreditkarte und eine Debit-Karte in physischer Variante mitnehmen.
So komme ich auf sechs Karten insgesamt.
Was muss mein minimalistischer Geldbeutel also anbieten?
Nach etwas Überlegen habe ich mich also nach folgendem umgeschaut:
- kleines, dünnes „Slim-Wallet“
- Platz für mindestens 6 Karten
- sowie für den „Notgroschen“ (Schein und Münze)
Das Material war mir eigentlich egal.
Nach einer ersten Recherche hatte ich dann aber nur noch Aluminium-Wallets in der engeren Auswahl.
Leder wäre auch eine Option gewesen, aber man kann auch einmal etwas Neues ausprobieren.
Das Design will ich aber doch eher schlicht haben.
Preislich ist die Spanne groß.
Zwischen den namenlosen Aluminium-Etuis und den Modellen der etablierten Marken liegt ein Vielfaches – nach oben ist die Spanne offen.
Ich will erstmal den Test im Alltag machen, bevor ich mir ein hochwertiges Mini-Wallet zulege.
Passend dazu gab es beim Offline-Händler im nächsten Ort ein Aluminium-Wallet mit Fach für Scheine und Münzen für um die 5,- € – perfekt für den Test!
Ich hatte jedoch schon eine Wunschliste im Kopf, sofern ich mich dazu entscheide, dauerhaft umzusteigen.
Aus dieser Wunschliste ist inzwischen der Überblick geworden, der weiter unten folgt – zuerst aber zu den Punkten, an denen sich die Modelle unterscheiden.

Worauf es beim Slim Wallet ankommt
Bevor es zu den Modellen geht, lohnt ein Blick auf die Auswahlkriterien.
Ein paar Punkte entscheiden darüber, ob man mit einem Kartenetui im Alltag glücklich wird oder es nach zwei Wochen wieder in die Schublade legt.
Bauform – Kartenschieber, Magic Wallet oder Mini-Portemonnaie
Beim Kartenschieber sitzen die Karten in einem Metallkern und werden mit dem Daumen herausgefächert. Das geht schnell und schützt die Karten, kostet aber Platz für Bargeld.
Das Magic Wallet arbeitet mit einem Klappmechanismus, der Scheine über gekreuzte Bänder festklemmt. Es fühlt sich am ehesten wie ein klassisches Portemonnaie an.
Das Mini-Portemonnaie ist die konservativste Variante – kleiner geschnitten als ein normaler Geldbeutel, aber mit den gewohnten Fächern samt Münzfach.
Münzfach – der häufigste Kompromiss
Kleingeld ist die Schwachstelle der ganzen Kategorie. Viele Kartenschieber haben gar kein Münzfach, und wo eines vorhanden ist, fällt es oft knapp aus.
In Nutzerberichten taucht dazu regelmäßig dieselbe Frage auf – halten die Münzen auch dann, wenn das Etui einmal herunterfällt? Bei Modellen mit offener Lasche statt Reißverschluss bin ich da eher skeptisch.
Wer regelmäßig mit Bargeld zahlt, sollte also gezielt nach einem geschlossenen Münzfach suchen – oder sich von vornherein darauf einstellen, Wechselgeld anders zu transportieren.
RFID-Schutz – nützlich, aber kein Qualitätsmerkmal
RFID-Schutz soll verhindern, dass kontaktlose Karten unbemerkt ausgelesen werden. Fast jedes Modell wirbt inzwischen damit.
Zwei Einschränkungen sollte man kennen. Erstens sagt die Aufschrift auf der Verpackung nichts über die Verarbeitung aus. Zweitens gilt der Schutz häufig nur für die Karten im abgeschirmten Kern – Karten in einem Außenfach bleiben ungeschützt.
Prüfbar ist das ganz einfach: Karte im Etui lassen und an einem Terminal kontaktlos zahlen wollen. Klappt die Zahlung, greift der Schutz an dieser Stelle nicht.
Tracker-Karte und AirTag – das Wallet wiederfinden
Ein Punkt, den es 2021 so noch nicht gab: Etliche Hersteller bieten inzwischen eine Tracker-Karte im Scheckkartenformat an, die in ein freies Fach wandert.
Manche Varianten arbeiten mit dem Apple-Netzwerk „Wo ist?“, andere mit einer eigenen App. Es gibt sie mit Solarzelle und mit wechselbarer Batterie.
Alternativ passt in einige Mini-Portemonnaies auch ein AirTag – was man vorher prüfen sollte, denn der trägt spürbar auf.
Langlebigkeit – woran Slim Wallets scheitern
Die Kartenschieber aus Metall halten mechanisch einiges aus. Was verschleißt, ist das Gummiband, das Karten und Scheine zusammenhält.
Bei den etablierten Marken ist das kein Drama, weil sich Band und Geldklammer als Ersatzteil nachkaufen lassen. Bei No-Name-Modellen endet die Nutzungsdauer an dieser Stelle.
Bei Leder ist es umgekehrt: Kratzer und Gebrauchsspuren kommen früh, das Material selbst hält aber lange durch.
Slim Wallets im Überblick – die wichtigsten Modelle
I-CLIP Original
I-CLIP ist sowas wie der Pionier unter den Mini-Wallets.
Auch hervorzuheben: Hinter I-CLIP steht die Flux Design Products GmbH aus Bad Dürkheim, die nach eigenen Angaben auch in Deutschland produziert.
Ein Mini-Geldbeutel „Made in Germany“ also – durchaus eine Erwähnung wert.
Mittlerweile gibt es eine große Auswahl an Wallets bei I-CLIP.
Ich zeige hier das Original mit Münzfach – die Variante aus Leder mit integrierter Geldklammer.
Das Kartenfach fasst laut Hersteller bis zu zwölf Karten, wobei das Sichtfenster den Schnellzugriff auf etwa zehn davon erlaubt. Die Geldklammer nimmt bis zu 20 Banknoten auf.
Das Münzfach sitzt unter einer dehnbaren Lederabdeckung – damit deckt dieses Modell den Punkt ab, an dem die meisten reinen Kartenschieber passen müssen.
RFID-Schutz müsste man allerdings nachrüsten: I-CLIP verkauft dafür eine separate RFID-Karte, die mit ins Kartenfach wandert.
I-CLIP ist bekannt für seine Mini-Geldbeutel - darüber hinaus sind die cleveren und robusten Wallets „Made in Germany“.
The Ridge
In englischsprachigen Foren führt kein Weg an The Ridge vorbei – wer dort nach einem minimalistischen Wallet fragt, bekommt diesen Namen am häufigsten genannt.
Der Aufbau ist denkbar einfach – zwei Außenplatten, dazwischen zwei RFID-blockierende Innenplatten aus eloxiertem Aluminium und ein T-förmiges Gummiband, das alles zusammenhält.
Laut Hersteller fasst der Schieber ein bis zwölf Karten. Für Scheine gibt es wahlweise eine Geldklammer oder ein breites Gummiband außen.
Interessant ist der modulare Ansatz: Band und Klammer sind Verschleißteile und lassen sich einzeln nachkaufen. Genau daran scheitern günstige Nachbauten auf Dauer.
Ein Münzfach sucht man allerdings vergeblich – Kleingeld ist bei dieser Bauform nicht vorgesehen.
Kartenschieber aus eloxiertem Aluminium mit RFID-Schutz und austauschbarer Geldklammer - robust und modular aufgebaut, ein Münzfach gibt es dafür nicht.
Secrid Slimwallet
Secrid hat gleich mehrere Mini-Wallets im Angebot und scheint sich einen Namen dafür gemacht zu haben.
Jedenfalls wurde ich bei meinen Recherchen gleich mehrmals auf Secrid aufmerksam 🙂
Das Konzept scheint bei allen Mini-Geldbeuteln ähnlich zu sein.
Der Kern ist ein Kartenschieber aus Aluminium, dem die Produktdesigner zusätzlich einen Mantel aus Leder bzw. Lederimitat verpasst haben.
Vorteil dabei: Zusätzlicher Platz für Kreditkarten, Ausweis, Führerschein oder eben Bargeld.
Aluminium-Kartenschieber mit Ledermantel - der Klassiker unter den Slim Wallets, mit zusätzlichem Platz für Ausweis, Führerschein und ein paar Scheine.
Ekster Parliament
Das Ekster Parliament kombiniert einen Kartenschieber mit Vollnarbenleder. Ein Druck auf den Knopf an der Unterseite, und die Karten fahren gefächert heraus.
Der Hersteller nennt vier geprägte oder sechs ungeprägte Karten für den Schieber. Prägungen tragen eben auf – eine Einschränkung, die für alle Modelle dieser Bauform gilt.
Interessant ist das Zubehör – Ekster bietet eine Tracker-Karte im Scheckkartenformat an, die sich mit dem Apple-Netzwerk „Wo ist?“ orten lässt. Es gibt sie mit Solarzelle, sodass das Laden weitgehend entfällt.
Die Tracker-Karte gehört allerdings nicht zum Lieferumfang, sondern wird separat verkauft.
Leder-Wallet mit Auswurfmechanismus auf Knopfdruck und optional erhältlicher Tracker-Karte - der RFID-Schutz gilt laut Hersteller für die Karten im Schieber.
Jaimie Jacobs Flap Boy Slim
Der Jaimie Jacobs Flap Boy Slim ist ein Magic Wallet – beim Aufklappen wechselt der Inhalt die Seite, und gekreuzte Bänder klemmen die Scheine fest.
Wäre ein Wallet-Testsieger zu küren, hätte dieses Modell gute Karten – die Verarbeitung ist vielversprechend und es fühlt sich trotz schlanker Bauweise wie ein richtiges Portemonnaie an.
Zwei Punkte sollte man kennen. Die Karten sitzen stramm, was das Herausziehen an der Kasse zäh macht. Und die hier verlinkte Slim-Variante kommt ohne Münzfach.
Beim RFID-Schutz lohnt außerdem der eigene Test am Terminal – bei Wallets mit außen liegenden Kartenfächern greift die Abschirmung dort oft nicht.
Magic Wallet aus Leder - der Klappmechanismus klemmt Geldscheine fest und macht das Etui eher zum klassischen Portemonnaie im Kleinformat.
VON HEESEN Slim Wallet
Das VON HEESEN Slim Wallet ist ein Kartenetui aus Echtleder mit RFID-Schutz und gehört zu den günstigeren Vertretern.
Interessant ist es vor allem für den Einstieg – wer erst herausfinden will, ob die Bauform zum eigenen Alltag passt, muss dafür nicht gleich in die Vollen gehen.
Kartenetui aus Echtleder mit RFID-Schutz - eine der günstigeren Optionen unter den bekannteren deutschen Anbietern.
DONBOLSO Slim Wallet XS
Noch eine Nummer kleiner fällt das DONBOLSO Slim Wallet XS aus.
Der Zusatz XS ist hier Programm – das Etui zielt konsequent auf möglichst wenig Volumen.
Das ist die passende Wahl für alle, die wirklich nur eine Handvoll Karten und einen gefalteten Schein mitnehmen. Wer sechs Karten und Kleingeld unterbringen will, greift besser zu einem der größeren Modelle.
Besonders kompaktes Kartenetui aus Leder - die XS-Variante zielt konsequent auf möglichst wenig Volumen in der Hosentasche.
Anders & Komisch A&K MINI
Wer beim Umstieg nicht auf Kleingeld verzichten will, landet schnell beim Mini-Portemonnaie – und damit vielleicht bei Anders & Komisch.
Das A&K MINI hat ein vollwertiges Münzfach und ist damit die Antwort auf genau den Punkt, an dem die Kartenschieber passen müssen.
Der Hersteller führt mehrere Varianten der MINI-Reihe, unter anderem mit RFID-Schutz und mit Schnellzugriff auf die Karten. Beim Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf die genaue Modellbezeichnung.
Mini-Portemonnaie mit vollwertigem Münzfach - für alle, die beim Umstieg auf ein Slim Wallet nicht auf Kleingeld verzichten wollen.
Space Wallet Push
Hinter dem Space Wallet steht ebenfalls ein deutsches Unternehmen. Gefertigt wird dieses Mini-Wallet in der Europäischen Union.
Nichts geringeres als eine „Geldbeutel-Revolution“ verspricht der Hersteller 🙂
Von der Optik her hebt sich das Space Wallet ab. Denn hier wird mit einer Leder-Textil-Kombination gearbeitet.
Es gibt verschiedene Modelle in jeweils mehreren Farben.
Wer es lieber vegan möchte, kann sich statt Lamm-Nappa-Leder für eine Variante aus veganem Leder entscheiden.
Von Haus aus hat das Space Wallet keinen RFID-Schutz. Diesen kann man jedoch mit den „Card Shields“ des gleichen Herstellers nachrüsten.
Clevere Leder-Textil-Kombination - der Space Wallet hebt sich mit seinem lässigen Design ab.
Alternativen zu den bekannten Marken
Auffällig oft wird nicht nach einem Slim Wallet an sich gesucht, sondern nach einer Alternative zu einem ganz bestimmten Modell – man ist eben wählerisch und oft stört ein konkreter Punkt.
Wer beim I-CLIP den fehlenden RFID-Schutz vermisst und ihn nicht per Zusatzkarte nachrüsten will, findet beim Secrid Slimwallet die Abschirmung ab Werk.
Wem das Secrid zu wenig Platz für Scheine bietet, ist beim Jaimie Jacobs Flap Boy Slim besser aufgehoben – dessen Klappmechanismus ist genau dafür gebaut.
Und wer ein Wallet sucht, das ein Wiederfinden per Smartphone erlaubt, kommt vielleicht am ehesten beim Ekster Parliament mit seiner Tracker-Karte an.
Ein Wort noch zu den Nachbauten – zu jedem bekannten Kartenschieber gibt es optisch ähnliche Modelle zum Bruchteil des Preises, und im Alltag machen die zunächst wenig falsch. Der Unterschied zeigt sich erst, wenn das Gummiband ausleiert – Ersatzteile bekommt man nur bei den etablierten Anbietern.
Eine ganz andere Richtung schlagen übrigens diejenigen ein, die den Geldbeutel gleich ans Smartphone hängen. Kartenhalter zum Anstecken sind eine eigene Kategorie – siehe MagSafe-Zubehör.
Mein neues Kartenetui aus Aluminium
Mein erstes „Slim-Wallet“ hat weniger als 5,- € gekostet.
Dafür gab es Folgendes:
- Kartenetui mit Aluminium-Gehäuse
- RFID-Block
- Platz für bis zu 6 Karten im Kartenschieber
- Stoff-Tasche für Münzen, Scheine und / oder zusätzliche Karten
Insgesamt war ich recht angetan von der Qualität.
Die wichtigen Karten sowie der Notfallgroschen hatten allemal Platz.
Und das Wichtigste: In der Jeanstasche verstaut ist das „Tiny-Wallet“ wirklich ein Winzling. Es sieht eher so aus, wie wenn gar kein Geldbeutel in der Tasche ist.



Meine Erfahrungen im Alltag mit einem dünnen Kartenetui (aber ohne Geldbeutel)
Irgendwo ist man doch ein Gewohnheitstier.
Kriegt man einen Kassenzettel, eine Visitenkarte oder eine Notiz in die Hand gedrückt, dann wird das ggf. gefaltet und erstmal im Geldbeutel verstaut.
Alle paar Wochen ärgert man sich dann, weshalb der Geldbeutel kurz vor dem Platzen steht und muss erstmal ausmisten 😉
Als stolzer Besitzer eines Mini-Wallets muss man also ein wenig Umdenken.
Für „Firlefanz“ ist in einem Kartenetui nämlich kein Platz mehr.
Das gilt übrigens auch für Wechselgeld.
Den obligatorischen „Einkaufswagen-Euro“ habe ich immer dabei. Jedoch dürfen es nicht viel mehr Münzen werden.
Beholfen habe ich mir nun erstmal mit einem Münzgeld-Glas zu Hause, in das überschüssige Münzen wandern.
Gelegentlich muss ich nämlich auch weiterhin noch einen Geldschein zücken.
Für Scheine habe ich zwar fast unbegrenzt Platz in meinem „Tiny-Wallet“ (denn man kann diese bei Bedarf sehr klein falten).
Ein Problem ist jedoch Wechselgeld in Münzen, das man erhält.
Schön ist in jedem Fall: Keine ausgebeulte Hosentasche mehr. Kein langes Umhersuchen im überfüllten Geldbeutel.
Ein Mini-Wallet hat am Ende des Tages Vor- und Nachteile.
Ich für meinen Teil kann nach dem Alltagstest jedenfalls sagen, dass es nicht zwangsweise ein klassischer Geldbeutel sein muss.
Deswegen kommt mein „Schnäppchen-Mini-Wallet“ auch weiterhin in die Hosentasche und beizeiten werde ich nach einem geeigneten hochwertigen Nachfolger Ausschau halten.
Fazit – für wen sich der Umstieg lohnt
Aus dem „beizeiten“ sind inzwischen ein paar Jahre geworden.
Das getestete Aluminium-Etui vom Offline-Händler war ein namenloses Modell ohne Aufdruck, wie es unter wechselnden Bezeichnungen bei vielen Anbietern auftaucht – deshalb steht hier auch kein Link dazu.
Bemerkenswert finde ich trotzdem, dass es so lange durchgehalten hat. Die Bauform funktioniert also auch in der günstigsten Ausführung.
Mittlerweile ist bei mir ein anderes Slim Wallet im Einsatz – diesmal aus Leder.
Was ich aus der Zeit mitgenommen habe: Die Entscheidung fällt nicht am Material und nicht am Preis, sondern an einer einzigen Frage – wie viel Kleingeld man wirklich mit sich herumträgt.
Wer ohnehin fast alles per Karte oder Smartphone zahlt, fährt mit einem Kartenschieber am besten. Wer den Bäcker um die Ecke bar bezahlt, sollte gleich zu einem Modell mit geschlossenem Münzfach greifen und die zusätzlichen Millimeter in Kauf nehmen.
Und wer sich unsicher ist, macht es wie ich damals: erst mit einem günstigen Etui ausprobieren, ob man mit der Beschränkung zurechtkommt. Umsteigen kann man immer noch.
Häufige Fragen zu Slim Wallets
Bei den Kartenschiebern aus Metall liegt die Spanne je nach Modell etwa zwischen vier und zwölf Karten. Entscheidend ist dabei weniger die Zahl als die Art der Karten: Geprägte Karten mit erhabenen Ziffern tragen deutlich stärker auf als flach bedruckte. Hersteller nennen ihre Kapazitäten deshalb oft getrennt – beim Ekster Parliament etwa vier geprägte oder sechs ungeprägte Karten.
Ja, aber nicht bei jeder Bauform. Reine Kartenschieber wie The Ridge kommen ohne Kleingeldfach aus. Wer Münzen mitnehmen will, greift zu einem Mini-Portemonnaie – etwa dem MINI von Anders und Komisch – oder zu einem Modell mit separatem Reißverschlussfach. Offene Laschen statt Reißverschluss sind mit Vorsicht zu genießen: Fällt das Etui herunter, verteilt sich das Kleingeld.
Schaden kann er nicht, ein Qualitätsmerkmal ist er aber nicht. Fast jedes Modell wirbt inzwischen damit, und die Abschirmung gilt häufig nur für die Karten im geschlossenen Kern – Karten in einem Außenfach bleiben ungeschützt. Prüfen lässt sich das mit wenig Aufwand: Karte im Wallet lassen und an einem Terminal kontaktlos zahlen wollen. Geht die Zahlung durch, greift der Schutz an dieser Stelle nicht.
Direkt passt ein AirTag nur in Modelle mit ausreichend großem Fach, weil er spürbar aufträgt. Verbreiteter sind deshalb Tracker-Karten im Scheckkartenformat, die in ein freies Kartenfach wandern. Ekster bietet eine solche Karte an, die sich über das Apple-Netzwerk „Wo ist?“ orten lässt und wahlweise mit Solarzelle kommt. Sie gehört allerdings nicht zum Lieferumfang des Wallets.
Im Alltag machen sie zunächst wenig falsch – die Bauform funktioniert auch in der einfachen Ausführung. Der Unterschied zeigt sich beim Verschleiß: Das Gummiband, das Karten und Scheine zusammenhält, leiert mit der Zeit aus. Bei den etablierten Anbietern lässt es sich als Ersatzteil nachkaufen, bei No-Name-Modellen endet die Nutzungsdauer an dieser Stelle.






















































Danke für den Artikel. Was genau ist denn nun das Modell, das hier am Ende besprochen wurde?
Hallo „R.“,
das ist eine durchaus berechtigte Frage 🙂
Ich kann leider keine großartigen Informationen zum besprochenen Mini-Wallet geben, da es sich um ein No-Name-Produkt handelt, welches ich in einem Lederwaren-Geschäfts erworben habe.
Deswegen kann ich bis auf die Fotos leider nicht viel mehr anfügen – auch keinen Link zu einem Online-Shop.
Das günstige Kartenetui schlägt sich jedoch wacker und ist weiterhin im Einsatz.
Viele Grüße,
Patrick