Tomorrow Bank - Smartphone-App
FinTech & Finanzen

Meine Erfahrungen mit der nachhaltigen Smartphone-Bank Tomorrow

Bild: Tech Junkies / Patrick Woessner

Smartphone-Konten liegen im Trend und Ansätze für ein nachhaltigeres Leben sind ebenfalls gefragt.

Wieso nicht beides kombinieren?

Das scheint sich das FinTech Tomorrow gedacht zu haben und hat vor nun acht Jahren ein nachhaltiges Mobile-Banking-Produkt lanciert.

Nicht nur wer an einem Girokonto mit App-Steuerung und einem gewissen Fokus auf Nachhaltigkeit interessiert ist, kann einen Blick auf das App-Konto werfen.

Das Konto ist in drei Varianten erhältlich: „Now“, „Change“ und „Plus“ (früher „Zero“).

Übrigens: Das frühere „Free“-Konto wurde 2022 eingestellt – inzwischen lässt sich das Einsteiger-Konto „Now“ aber unter bestimmten Bedingungen wieder auf 0 € stellen (mehr dazu weiter unten).

Ein dauerhaft bedingungslos kostenloses Konto ist es damit nicht, ein kostenloser Einstieg aber wieder möglich.

Stand des Erfahrungsberichts: 2026

Dieser Bericht wurde umfassend aktualisiert. Seit der ersten Veröffentlichung hat sich bei Tomorrow viel getan – hier die wichtigsten Punkte:

– Kontomodelle und Preise neu: „Now“ (regulär 4,90 €, unter Bedingungen ab 0 €), „Change“ (8,90 €) und „Plus“ (früher „Zero“, 17,90 €)
– Ein kostenloser Einstieg ist über „Now ab 0 €“ wieder möglich (an Bedingungen geknüpft)
– Neu hinzugekommen sind ein Dispokredit und ein Tagesgeldkonto
– Der Banking-Partner heißt heute Solaris SE (früher solarisBank AG)
– Tomorrow selbst steckt wirtschaftlich in schwierigem Fahrwasser (dazu weiter unten ein eigener Abschnitt)

Persönlich: Ich habe mein Tomorrow-Konto gekündigt, nachdem das kostenlose Konto wegfiel und eine monatliche Gebühr fällig wurde. Die Kündigung verlief problemlos.

KI-Zusammenfassung

Der Artikel beschreibt einen aktualisierten Erfahrungsbericht zur nachhaltigen Smartphone-Bank Tomorrow, die Girokonten über die Banklizenz der Solaris SE anbietet. Betroffen sind vor allem Verbraucher, die ein App-basiertes Konto mit Nachhaltigkeitsfokus suchen. Beschrieben werden die drei Kontomodelle „Now“, „Change“ und „Plus“, neue Angebote wie Dispokredit und Tagesgeldkonto sowie Bargeldservices im Einzelhandel. Der Autor schildert persönliche Erfahrungen mit App, Karte und Kontoeröffnung und ordnet die wirtschaftliche Lage von Tomorrow sowie Alternativen wie GLS Bank oder UmweltBank ein. Zudem wird erklärt, warum das früher kostenlose Konto entfiel und unter welchen Bedingungen ein kostenloser Einstieg wieder möglich ist.

  • Tomorrow ist selbst keine Bank, sondern nutzt die Banklizenz der Solaris SE, wodurch auch die Einlagensicherung darüber läuft.
  • Ein dauerhaft kostenloses Konto existiert nicht mehr, jedoch ist über „Now ab 0 €“ unter bestimmten Bedingungen ein kostenloser Einstieg möglich.
  • Neu hinzugekommen sind ein Dispokredit mit variablem Sollzins sowie ein Tagesgeldkonto mit zeitlich begrenztem Startzins.
  • Die Investitionsmöglichkeiten beschränken sich auf den hauseigenen Aktienfonds Tomorrow Better Future Stocks, ein klassisches Depot fehlt weiterhin.
  • Tomorrow schreibt seit Jahren Verluste und hat Restrukturierungen durchlaufen, wodurch die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit unsicher bleibt.
KI-generierte Zusammenfassung. Kann Ungenauigkeiten enthalten.

Inhaltsverzeichnis

Eckdaten zu Tomorrow

Was ist eigentlich Tomorrow? Bank oder keine Bank?

Hier schreibe ich teilweise von der Tomorrow Bank, obwohl das inhaltlich eigentlich falsch ist.

Hinter dem Smartphone-Konto steht die Tomorrow GmbH mit Sitz in Hamburg, die jedoch über keine eigene Banklizenz verfügt.

Demnach ist Tomorrow im regulatorischen Sinne keine Bank.

Dennoch steht hinter dem App-Girokonto auch eine Bank mit deutscher Banklizenz. Wie das genau funktioniert, erkläre ich weiter unten.

Was ist eigentlich eine Smartphone-Bank?

Eine Smartphone-Bank bietet Bankdienstleistungen (z.B. Girokonto) mit Fokus auf das Mobile-Banking an. Das bedeutet: Das Konto steuert man über das Smartphone per App.

Außerdem ist eine Smartphone-Bank keine Filialbank. Den Kundenservice kontaktiert man z.B. über eine Chat-Funktion in der App. Dem muss man sich bewusst sein.

Banken, deren Bankdienstleistungen Kunden nur über digitale Kanäle in Anspruch nehmen können, die jedoch nicht rein mobilzentriert sind, nennt man übrigens Digital-Bank.

Sowohl Smartphone-Banken wie auch Digital-Banken kann man außerdem zu den Direktbanken zählen. Solche Banken verfügen über kein Filialnetz.

Tomorrow ist ein junges Unternehmen und für FinTech-Startups gilt es als schwierig bis unmöglich, von Beginn an eine eigene Banklizenz zu erhalten.

Denn als anspruchsvoll und aufwendig gelten die regulatorischen Vorgaben für den Erhalt einer eigenen Banklizenz.

Das Konto bei Tomorrow wird deshalb bei der Solaris SE in Berlin geführt.

Über die Solaris SE greift auch die nationale Einlagensicherung.

Die Solaris SE kennen nicht viele, denn diese Bank vertreibt keine Kontenprodukte wie Girokonten an Endkunden, sondern hat sich darauf spezialisiert, den regulatorischen Rahmen und das Kernbankensystem u.a. für FinTech-Startups bereitzustellen.

Mehr zum Geschäftsmodell der Solaris SE findet sich auf deren Webseite.

Durch Nutzung der Infrastruktur der Solaris SE können sich Startups zunächst darauf konzentrieren, das Produkt zu entwickeln.

Und genau das macht auch Tomorrow.

Die Tomorrow GmbH greift also auf die Dienste der Solaris SE und deren Banklizenz zurück, um das Girokonto anbieten zu können.

Damit ist Tomorrow in guter Gesellschaft.

Neben Tomorrow nutzen derzeit m.W. auch Kontist (Geschäftskonto-Anbieter) und die ADAC Kreditkarte die Technologie- und Bankplattform der Solaris SE.

Wieso nachhaltige Bank?

Zum Start gibt es zwei Dinge, mit denen Tomorrow das Banking nachhaltig gestalten will.

Einerseits werden die Kundeneinlagen ausschließlich für Investitionen in nachhaltige Branchen und Projekte verwendet.

Das verspricht das Banking-Startup.

Andererseits verwendet die Smartphone-Bank die aus den Gebühren, die der Händler bei einer Kartenzahlung an die Bank bezahlt (sog. Interchange), generierten Einnahmen, um ein Projekt zur Regenerierung von Brachland in Südafrika zu fördern.

Das Projekt in Südafrika ist recht neu – früher gingen die Interchange-Gebühren noch an ein Waldschutz-Projekt in Brasilien, welches zu Ende finanziert ist.

Weiterhin gibt es „Tomorrow Plus“ – das teuerste Kontomodell. Hier geht mit jeder Kartenzahlung der doppelte Klimaschutzbeitrag in Förderprojekte.

Mittlerweile gibt es auch weitere Möglichkeiten, um nachhaltig zu investieren – z.B. in einen nachhaltigen Aktienfonds.

Das lässt sich auf der Webseite nachlesen.

Konditionen und Kontomodelle

Einsteiger-Konto „Tomorrow Now“ – ab 0 €, regulär 4,90 € mtl.

Ein kostenloses Girokonto gibt es bei Tomorrow nicht mehr.

Die Alternative ist „Tomorrow Now“, die günstige Einsteiger-Variante in das mobile Banking mit Nachhaltigkeitsfaktor.

Regulär kostet „Now“ 4,90 € im Monat – der Betrag lässt sich aber frei auf 0 bis 4,90 € setzen, sofern man entweder unter 21 Jahre alt ist oder einen monatlichen Geldeingang von mindestens 500 € nachweist. So ist ein kostenloser Einstieg wieder möglich.

  • Überweisungen, Daueraufträge und Zahlkarte
  • Visa Debit als Zahlkarte kostenfrei (Standardkarte; Holzkarte „Wooden Card“ für 20,- €)
  • Apple Pay und Google Pay
  • 1 kostenlose Bargeldabhebung pro Monat, danach 3,- € je Abhebung
  • 2 % Fremdwährungsgebühr bei Kartenzahlungen in fremder Währung (nur bei „Now“; „Change“ und „Plus“ zahlen weltweit ohne Gebühr)
  • 2 Unterkonten (sog. Pockets)
  • Keine Schufa-Abfrage, kein Schufa-Eintrag bei der Kontoeröffnung

Gut zu wissen: Bei „Now“ ist nur eine kostenlose Bargeldabhebung pro Monat enthalten – jede weitere kostet 3,- €. Wer regelmäßig Bargeld braucht, schaut sich besser „Change“ oder „Plus“ an.

Konto mit Inklusivleistungen „Tomorrow Change“ für 8,90 € mtl.

Vor allem wer regelmäßig Bargeld benötigt, darf sich „Tomorrow Change“ genauer anschauen.

  • 5 Bargeldabhebungen je Monat kostenlos (danach 3,- € je Abhebung)
  • 6 Unterkonten (sog. Pockets) verfügbar
  • Gemeinsames Konto auf Wunsch inklusive
  • Weltweit ohne Fremdwährungsgebühr bezahlen
  • Reise- und Freizeitversicherungspaket inkl.
  • Gemeinsames Konto auf Wunsch mgl.

Gravierende Unterschiede zum „Now“-Kontomodell gibt es also nicht. Wer die Inklusivleistungen regelmäßig nutzt, für den sollten sich die 4,- € mtl. zusätzlich (im Vergleich zum vollen „Now“-Monatsbeitrag) jedoch lohnen.

Für die Holzkarte (nennt man bei Tomorrow jetzt „Wooden Card“) werden übrigens auch hier 20,- € je Kartenbestellung fällig.

Premium-Konto „Tomorrow Plus“ (früher „Zero“) für 17,90 € mtl.

Seit einiger Zeigt gibt es bereits das Premium-Konto „Tomorrow Zero“, welches mittlerweile in „Tomorrow Plus“ umbenannt wurde.

Die monatliche Gebühr schlägt mit 17,90 € recht üppig zu Buche, was jedoch auch daran liegt, dass es sich um kein reines Bankprodukt handelt.

Während man bei einer anderen Bank als zahlender Premium-Kunde vielleicht Vorteile wie unlimitierten weltweiten Bargeldbezug oder eine 24-Stunden-Banking-Hotline erhält, gibt es bei Tomorrow ein anderes Konzept.

Vorteile beim Bankprodukt an sich gibt es freilich auch. Das beschränkt sich jedoch im Wesentlichen auf die folgenden vier:

  • ∞ kostenfreie Abhebungen am Geldautomaten je Monat
  • ∞ Pockets / Unterkonten
  • Visa Debit auf Wunsch als Holzkarte ohne Aufpreis (ja, richtig – aus Holz)
  • Weitere „Change-Leistungen“ wie gemeinsames Konto und Versicherungen auch hier inkl.

Als Gegenleistung für 17,90 € im Monat ist das rein auf die Bank-Dienstleistungen bezogen nicht viel. Da bietet eine „konventionelle“ Bank mehr bei einem Premium-Konto.

Durchaus ein interessantes Schmankerl ist die Visa Debit als Holzkarte – gefertigt aus österreichischem Kirschholz.

Jedoch will Tomorrow mit Tomorrow Zero ohnehin anderswo punkten.

Bislang hat das Banking-Startup versprochen, einen CO₂-Ausgleich durchzuführen, der dem Durchschnittsverbrauch eines Deutschen entspricht (ca. 11,17 Tonnen CO₂ pro Jahr).

Mich persönlich spricht die Idee hinter Tomorrow Zero nicht so recht an. CO₂-Kompensation bzw. Klimabeiträge und Finanzdienstleistungen sind für mich zwei Paar Schuhe. Das halte ich lieber getrennt.

Kommentar von Patrick Woessner, Autor bei Tech Junkies

Mittlerweile hat man umgeschwenkt und verspricht nicht mehr, den durchschnittlichen CO₂-Fußabdruck eines Deutschen zu kompensieren. Begründet wird das mit gestiegenen Kosten für Kompensationszertifikate.

Tomorrow sagte hier: Würden wir weiter wie gehabt verfahren, müßte die Kontoführungsgebühren (deutlich) nach oben – und das will man den Kunden nicht zumuten.

Später sollte ein Teil der Kontoführungsgebühren in ein „breites Impact-Portfolio“ fließen. Konkret war die Rede, dass der Beitrag ca. 5,- € monatlich pro Zero-Nutzer beträgt, wobei sich Tomorrow vorbehielt, das je nach Lage anzupassen.

Bis dahin hieß „Plus“ noch „Zero“.

Mittlerweile ist die dritte Regelung verfügbar – nun wird der doppelte Klimaschutzbeitrag je Kartenzahlung im Vergleich zu den beiden anderen Kontomodellen abgefürt.

Legitim ist natürlich die Überlegung: Tut es nicht auch ein anderes Konto und ich spende z.B. 5,- € monatlich an ein Klimaprojekt meiner Wahl (Spendenquittung inkl.)?

Gemeinsames Konto (früher „Tomorrow Together“)

Weiterhin gibt es nun auch ein gemeinsames Konto bei Tomorrow. Früher nannte sich das „Tomorrow Together“, nun spricht die Smartphone-Bank nur noch von einem gemeinsamen Konto.

Zu beachten ist, dass es eben kein Gemeinschaftskonto im klassischen Sinne ist. So heißt es genauer:

Wem gehört das Konto?

Das Geld gehört dem/der Kontoinhaber*in, der/die das Konto eröffnet und dazu eingeladen hat. Alle Zahlungen laufen über ihren/seinen Namen. Geschäfte und Einzugsermächtigungen dürfen lediglich auf Rechnung der/des Kontoinhabers*in vorgenommen werden.

Bei der Beendigung der gemeinsamen Nutzung kann die/der Kontoinhaber*in die Vollmacht entziehen oder die eingeladene Person ihre Vollmacht abgeben. Weitere Abwicklungen und Absprachen bezüglich der Aufteilung werden eigenverantwortlich getroffen – eine gesetzliche Regelung zur 50/50 Aufteilung besteht nicht.

Quelle: Gemeinsames Konto von Tomorrow

Das kann z.B. im Falle einer Trennung relevant werden, sofern es zu Streitigkeiten kommt, wie ein eventuelles Guthaben auf dem Konto aufzuteilen ist.

Voraussetzung ist weiterhin, dass beide Personen ein persönliches Konto bei Tomorrow haben.

Das gemeinsame Konto wird sodann als zusätzliches Konto eingerichtet.

Voraussetzung für die Nutzung des gemeinsamen Kontos ist, dass mindestens eine der beiden Personen ein „Change“- oder „Plus“-Konto hat. Für reine „Now“-Nutzer wird es nicht angeboten.

Kontomodelle im Vergleich

Konten von Tomorrow im Vergleich - Now, Change und Plus
Bild: Screenshot der Tomorrow-Webseite, Stand: 13.07.2026

Tomorrow und das Bargeld – Einzahlungen und Abhebungen im Geschäft

Ich für meinen Teil habe im Alltag eigentlich nichts mehr mit Bargeld am Hut.

Aber ich weiß, dass dies für den ein oder anderen Bankkunden doch noch ein wichtiges Thema hat.

Tomorrow unterhält keine Filialen und die Solaris SE als Partner-Bank ebenfalls nicht.

Das Abheben ist kein Problem – Geldautomaten gibt es schließlich auch anderswo. Doch wie Bargeld auf das Tomorrow-Konto einzahlen?

Das ging bisher nicht ohne Umwege.

Dem war sich natürlich auch das Hamburger Banking-Startup bewusst.

Neu ist deshalb der Service, um in Geschäften (z.B. Supermarkt, Drogerie, Tankstelle) Abhebungen oder Einzahlungen an der Kasse zu tätigen. Dazu muss man sich einen Barcode in der Tomorrow-App generieren.

Folgende Konditionen werden genannt:

  • Bargeld-Abhebungen im Geschäft: Zwischen 1,- bis 300,- € möglich und kostenlos sofern noch monatliche Inklusiv-Abhebungen aus dem jeweiligen Kontomodell vorhanden sind (andernfalls 3,- € je Abhebung).
  • Bargeld-Einzahlungen im Geschäft: Zwischen 50,- bis 500,- € möglich, Gebühr für die Einzahlung beträgt 1,5% („Now“ und „Change“) für „Plus“-Kunden ist es kostenlos

Dann noch die wichtige Frage, wo der Service für Abhebungen und Einzahlungen an der Kasse zur Verfügung steht – folgende Partner-Geschäfte werden genannt:

REWE
Penny
dm
Rossmann
mobilcom-debitel
toom
Unternehmensgruppe Dr. Eckert (z.B. PVQ PresseShop, ServiceStore DB, etc.)
OMV Tankstelle
BUDNI
Q1 Tankstelle

Quelle: Tomorrow FAQ

Damit sollte eigentlich für (fast) jeden ein passendes Geschäft in der Nähe verfügbar sein.

Dispokredit bei Tomorrow

Anders als noch vor einigen Jahren gibt es inzwischen einen Dispokredit.

Beantragt und verwaltet wird er in der App – technisch läuft er über den Banking-Partner Solaris.

  • Variabler Sollzins von 9,75 % p.a. (das in der App genannte Rechenbeispiel mit 15 % ist eine gesetzlich vorgeschriebene Musterrechnung, nicht der reale Zinssatz)
  • Zinsen fallen nur auf den tatsächlich genutzten Betrag an und werden quartalsweise belastet
  • Vor der Einräumung erfolgen eine Schufa-Abfrage sowie eine Prüfung der Kontobewegungen der letzten 90 Tage
  • Für das gemeinsame Konto steht kein Dispo zur Verfügung

Ein Dispo ist bequem, aber teuer – 9,75 % liegen deutlich über einem gewöhnlichen Ratenkredit.

Als kurzfristiger Puffer ist er in Ordnung, als Dauerlösung eher nicht.

Das gilt (zumindest aus meiner Sicht) immer – und nicht nur für den Tomorrow-Dispo.

Tagesgeldkonto bei Tomorrow

Ebenfalls ziemlich neu ist ein Tagesgeldkonto, das sich kostenlos zusätzlich zum Girokonto eröffnen lässt.

  • 2,5 % p.a. Starter-Zins für die ersten 90 Tage (auf Guthaben bis 50.000 €) – bei Kontoeröffnung im Aktionszeitraum
  • Danach gilt ein regulärer Zins, der vom Kontomodell abhängt: bei „Now“ und „Change“ 0,75 %, bei „Plus“ 1,25 % p.a. (Stand 2026)
  • Zinsgutschrift monatlich, Geld jederzeit verfügbar, keine Mindestlaufzeit
  • Voraussetzung ist eine deutsche Steuer-ID; „Now“-Konten, die vor dem 19.02.2025 eröffnet wurden, können kein Tagesgeld eröffnen

Auch für das Tagesgeld greift die Einlagensicherung bis 100.000 € über die Solaris SE.

Was Tomorrow (noch) nicht kann

  • Nur App-Banking, kein klassisches Online-Banking im Browser
  • Kein „echtes“ Gemeinschaftskonto (die zweite Person beim gemeinsamen Konto ist lediglich bevollmächtigt)
  • Kein Geschäftskonto
  • Nur eine Visa Debit als Zahlkarte – keine girocard, keine „echte“ Kreditkarte
  • Kein „echtes“ Depot: Die Geldanlage ist auf den hauseigenen Aktienfonds beschränkt (keine freie Auswahl an Aktien, ETFs, Anleihen usw.)
  • Digital-Direktbank ohne Filialen
  • Zwei frühere Kritikpunkte sind übrigens erledigt: Einen Dispokredit gibt es inzwischen (über Solaris, variabler Sollzins von 9,75 % p.a., mit Schufa-Abfrage), und ein bedingungslos kostenloses Konto ist zwar Geschichte, ein kostenloser Einstieg über „Now ab 0 €“ aber wieder möglich.

Meine Tomorrow-Erfahrungen

Was mich zur Smartphone-Bank brachte

Ich habe mir Tomorrow zugelegt, da ich das Banking-Konzept interessant finde und die Kontoeröffnung sehr einfach ist.

Kommentar von Patrick Woessner, Autor bei Tech Junkies

Was mich dazu bewegt hat, das nachhaltige Konto mit App-Steuerung auszuprobieren?

Um ehrlich zu sein, war es zunächst Spieltrieb 🙂

Ich hatte schon früh von dem Konto-Produkt und dem Startup dahinter gehört und mich für die E-Mail-Liste eingetragen, als das „Baby“ noch in einer Closed-Beta war.

Schließlich erhielt ich eine E-Mail, dass es losgehen kann und ich entschied mich dazu, einen Test zu wagen.

Begünstigt wurde meine Entscheidung zur Kontoeröffnung auch dadurch, dass Tomorrow bzw. die Solaris SE damals weder die Schufa abfragen noch das Konto dort eintragen.

Ich hatte zu dem Zeitpunkt bereits zwei private Girokonten, ein Geschäftskonto sowie diverse Kreditkarten in der Schufa.

Tendenziell wird angenommen, dass viele eingetragene Konten in der Schufa sich eher negativ auf den Schufa-Score auswirken.

Während die Schufa eigentlich nur beim Abschluss eines neuen Konsumentenkredits wirklich wichtig ist, so wäre es doch irgendwo ärgerlich, wenn das Zweit- oder Drittkonto den Schufa-Score stark in Mitleidenschaft zieht.

Kurzum – wäre das Tomorrow-Konto ebenfalls in der Schufa gelandet, hätte ich es damals vermutlich nicht abgeschlossen.

Auch geht die Kontoeröffnung per Video-Ident sehr schnell.

Genutzt habe ich das Girokonto für kleinere Ausgaben und Einkäufe.

Meine Geschichte ist für Tomorrow vermutlich nicht die eines „Vorzeige-Kunden“, denn im heutigen Umfeld ist es schwierig für Banken, Geld im Privatkundengeschäft zu verdienen.

Bei vielen Banken werden deshalb Kunden bevorzugt, die das Girokonto aktiv und als Hauptkonto nutzen. Das bedeutet: Gehaltseingang und intensive Konto- und Kartennutzung.

Kontoeröffnung bei Tomorrow

Hier gibt es nicht viel zu erzählen.

Der Prozess ist einfach und es ging sehr schnell bei mir:

  • App herunterladen
  • Stammdaten in der App eintragen
  • Video-Ident durchführen
  • Konto ist erstellt
  • Debit-Karte kommt per Post (ging bei mir vier Tage)

So macht Mobile-Banking Spaß 😀

Wofür ich das Tomorrow-Girokonto genutzt habe

Die Nutzung als Gehaltskonto kam für mich nicht in Frage.

Da bin ich altmodisch – klassisches Online-Banking möchte ich neben dem reinen App-Banking eben doch haben.

Außerdem nutze ich bei meiner Hausbank einige zusätzlich Bankprodukte (z.B. Depot, girocard, „echte“ Kreditkarte), die es so bei Tomorrow nicht aus einer Hand gibt.

Wer ein schlankes Kontoprodukt bevorzugt, der mag das aber anders sehen.

Ich jedenfalls nutze das App-Konto einstweilen als Ausgabenkonto.

Ich lud das Konto per Überweisung von einem anderen Konto auf und nutzte die Karte für verschiedene Ausgaben z.B. im Einzelhandel oder in Restaurants.

Supermarket, Drogerie, Restaurantbesuch, Fahrscheinautomaten oder Einzelhandel – hier zückte ich die schicke Tomorrow-Karte (bzw. das Smartphone).

Ich hatte zunächst noch die „alte“ Mastercard, die jedoch später automatisch auf eine Visa-Karte umgestellt wurde.

Zwischenzeitlich gab es von Tomorrow dann noch ein neues Karten-Design, so dass die Visa Debit ein neues Antlitz erhalten hat.

Zu schätzen wusste ich:

  • Debit-Karte lässt sich in der App deaktivieren – zusätzliche Sicherheitsfunktion
  • Kartenumsätze werden per Push-Nachricht gemeldet

Zwar haben viele „traditionellen“ Banken nachgerüstet und bieten ähnliche App-Funktionen – dennoch: Bzgl. der Einbindung der Debit-Karte hatte ich bei Tomorrow nichts zu meckern.

Wie mir die Smartphone-App gefällt

Eine Smartphone-Bank braucht eine gute App – soweit logisch 🙂

Die App von Tomorrow hat mir gut gefallen.

Das User-Interface fällt minimalistisch aus.

Viele Funktionen gibt es nicht, jedoch ist Bedienung sehr intuitiv. Das gefällt mir allemal besser als eine überladene App.

Im Test sind mir keine nennenswerten Ausfälle der App aufgefallen. Die Infrastruktur dahinter scheint zuverlässig zu laufen.

Eine Weile nach dem Launch hat sich Tomorrow ein neues Antlitz gegeben.

Mit dem Künstler-Duo „PLATFORM“ ist ein komplett neues Design bzw. CI/CD entstanden, was sich nun auch in der App widerspiegelt.

Mehr zu den Hintergründen der Design-Änderungen gibt es im Blog von Tomorrow.

Zunächst vermisste ich das alte Design, dann kam die Eingewöhnung.

Nutzer und Änderungen – manchmal dauert es eben ein wenig, bis man sich mit Neuheiten angefreundet hat 🙂

Nützlich ist der IBAN-Scanner – ein nettes App-Feature.

Will man schnell und unkompliziert z.B. eine Rechnung bezahlen, aktiviert man den IBAN-Scanner und zeigt mit der Kamera auf die IBAN.

Lästiges IBAN-Abtippen entfällt damit und die Überweisung geht ruck-zuck auf die Reise zum Empfänger 🙂

Was die App gut kann, ist Feedback geben.

„Kiezkonto“ – der Community-Modus der App

Früher gab es das Kiezkonto mit dem FC St. Pauli.

Zwar ist die Landingpage beim FC St. Pauli immer noch aktiv, jedoch führt der Link mittlerweile ins Leere – das Kiezkonto scheint also nicht mehr angeboten zu werden.

Anders als man auf den ersten Blick meinen könnte, handelte es sich dabei um kein neues Kontomodell. Man konnte sowohl mit dem mittlerweile nicht mehr angebotenen Free-Konto wie auch mit einem gebührenpflichtigen Konto (damals Now, Change oder Zero) das Kiezkonto aktivieren.

Hatte man das Kiezkonto aktiviert, ändern sich das Theme der App ein wenig und es gibt eine Debit-Karte im jeweiligen Design. Bestandskunden mussten jedoch auf den nächsten Kartentausch warten oder eine Ersatzkarte bestellen (in letzterem Falle – 10,- € für die FC St. Pauli-Karte).

Anders sah es bei Neukunden aus – diese konnten von Start weg das Kiezkonto aktivieren und erhielten dann direkt auch die Debit-Karte im FC St. Pauli-Look.

In der App waren die Änderungen beim Look nicht gravierend.

Visa Debit von Tomorrow – auf Wunsch auch aus Holz

Bei Tomorrow gibt es genau ein Karten-Produkt – eine Visa Debit.

Auf eine „echte“ Kreditkarte, eine girocard oder eine Maestro-Karte muss man verzichten.

Ich persönlich komme mit der Visa Debit im Alltag sehr gut klar. Bewusst ist mir aber auch, dass es in Deutschland vielerorts immer noch heißt: „Wir nehmen hier nur girocard…“ (ehemals EC-Karte).

Dafür gibt es jedoch immerhin ein V-Pay-Cobranding, was in solchen „girocard-only“-Fällen doch ein wenig Abhilfe schaffen sollte.

Ich verwendete die „normale“ Visa Debit von Tomorrow – eine Karte aus Plastik.

Für Tomorrow Zero-Abonnenten wird noch ein besonderes Schmankerl angeboten: Auf Wunsch gibt es die Visa Debit auch aus Holz – ohne Mehrkosten.

Ja, richtig gehört – eine Zahlkarte aus Holz.

Alle anderen Tomorrow-Kunden dürfen auch auf die Holzkarte umsteigen. Dann werden jedoch einmalig 20,- € fällig (zum Vergleich – für eine neue Plastikkarte werden 10,- € berechnet).

Auf den Bildern, die ich gesehen habe, sieht die Holzkarte durchaus schick aus. Verwendet wird laut Tomorrow Kirschholz.

Insgesamt ist das für mich aber doch eher ein Gag.

Nur für eine Visa Debit aus Holz würde ich Tomorrow Zero jedenfalls nicht abschließen.

Es stellt sich mir dann auch die Frage, wie nachhaltig eine Holzkarte tatsächlich ist.

Eine Zahlkarte ist schließlich weniger als ein Millimeter dick (sonst passt sie auch nicht mehr in die Zahl-Terminals). Wie lange eine so dünne Holzkarte wohl hält?

Tomorrow schreibt auch, dass die Holzkarte das anfallende Einwegplastik um 80% reduziert – im Umkehrschluss ist also weiterhin ein gewisser Anteil Plastik enthalten.

Der Service rund um die Karte ist übrigens gut bei Tomorrow. Jedenfalls hat sich bei mir zuvor noch keine Bank gemeldet, um proaktiv eine defekte Karte auszutauschen.

SMS von Tomorrow - Visa Debit defekt und wird getauscht

Ein Service, den man so nicht unbedingt von seiner Bank erwartet, oder?

Wie man das bei der Bank herausfindet? Vermutlich war die gesamte Charge defekt.

Ich schließe den Absatz mit Bildern der Visa Debit – wie gesagt die Version „normal“ und eben nicht die Holzkarte für Zero-Abonnenten.

Pflegeleichte PSD2-Implementierung

Bei manch einer Bank muss man seit der PSD2-Einführung (Zahlungsdiensterichtlinie, siehe hier) jede Menge TAN-Nummern generieren – z.B. um sich in das Online-Banking einzuloggen.

Bei Tomorrow ist das einfach gelöst.

Die App wird per „device binding“ fest mit dem Mobilgerät gekoppelt. Dazu muss man einmalig einen SMS-Sicherheitscode eingeben.

Danach bleibt einem die regelmäßige TAN-Generierung erspart – für App-Banking eine komfortable Lösung.

Und da viele Banken Banking-App und TAN-Generator auf dem gleichen Smartphone erlauben, ist die transaktionsbasierte Zwei-Faktor-Authentifizierung ohnehin in gewisser Weise Augenwischerei.

Nach der Kopplung (dem „device binding“), kann man sich z.B. ganz einfach per Fingerabdruck-Login in der Tomorrow-App anmelden.

PSD2 sorgt übrigens nicht nur für neue und teils kompliziertere Login-Verfahren.

Bestandteil der PSD2-Richtlinie ist auch eine Schnittstelle, mit der u.a. ein Umsatzabruf möglich ist.

Eine solche PSD2-Schnittstelle gibt es auch von Tomorrow bzw. genauer gesagt von der Solaris SE, die die Bank-Plattform für das Konto betreibt.

Das kann durchaus nützlich sein, wenn man eine Banking-Software nutzt.

Denn wie bei vielen anderen Digital-Banken und Smartphone-Banken auch, gibt es für das Tomorrow-Konto keine FinTS-/HBCI-Schnittstelle mehr.

Mit einer MoneyMoney für den Mac konnte konnte ich das Tomorrow-Konto so immerhin für den Umsatzabruf über die PSD2-Schnittstelle der Solaris SE anlegen.

Mittlerweile ist der PSD2-Onlinedienst der Multi-Banking-Software dem Beta-Status entwachsen. Wer gerne den Überblick behält und mit reinem Umsatzabruf zufrieden ist, hat also zumindest eine PSD2-Schnittstelle zur Verfügung.

Apple Pay und Google Pay nutzen

Zunächst kam Google Pay für Android-Smartphones.

Mittlerweile dürfen sich auch Apple-Jünger freuen: Apple Pay für das iPhone wurde mittlerweile ebenfalls freigeschaltet.

Ich konnte beim Mobile-Payment mittels Google Pay zunächst noch nicht mitmachen, da mir die Visa-Karte fehlte (nur diese wird unterstützt).

Bestandskunden hatten zum Launch-Zeitpunkt von Google Pay nämlich teilweise noch eine Mastercard.

Nachdem ich jedoch später automatisch von Mastercard auf Visa umgestellt wurde, konnte ich Tomorrow ebenfalls in Google Pay hinterlegen.

Eine direkte Hinterlegung aus der Tomorrow-App wird auch angeboten. Man muss die Kartendaten nicht mehr zwangsweise von Hand in der Google Pay-App eingeben, sondern kann die Shortcut aus der App heraus nutzen.

Zur Hinterlegung der Karte in Google Pay wird schließlich noch eine TAN per SMS zugestellt, womit die Einrichtung komplett ist.

Vielen Nutzern dürfte noch Apple Pay gefehlt haben. Das hat Tomorrow auch nachgeliefert, womit beide wichtige Mobile-Payment-Systeme unterstützt werden.

Google Pay mit der Tomorrow Visa

Umzug in das Ausland oder Kontoeröffnung aus dem Ausland

Ein Blick auf die Tomorrow Bank lohnt sich auch für Auslandsdeutsche.

Bei mir Stand ein Umzug in das Ausland an und Tomorrow ist hier „pflegeleicht“ – zumindest in meinem Fall, bei dem es um einen Umzug in das EU-Ausland ging.

Manch eine Bank schreibt zwingend einen Wohnsitz in Deutschland vor. In diesem Fall wird das Girokonto bei Wohnsitzverlegung gekündigt.

Tomorrow hingegen ist auch für Auslandsresidenten interessant, die ein deutsches Konto behalten wollen.

Früher war beides möglich – Kontoeröffnung aus dem Ausland und Fortführung des Girokontos nach Umzug in das Ausland.

Mittlerweile scheint laut FAQ nur noch letzteres möglich zu sein – bei Kontoeröffnung ist ein Wohnsitz in Deutschland oder in Österreich erforderlich.

Die Visa Debit-Karte wird auch in das Ausland verschickt.

Erst kürzlich bekam ich Post von Tomorrow mit einer neuen Debit-Karte.

Der Auslandsversand ging in meinem Fall gut drei Wochen, wobei ich die eher lange Postlaufzeit größtenteils der Lage und der hiesigen Post zuschreibe 😛

Versand der Tomorrow-Karte in das Ausland - Girokonto für AuslandsresidentenBild: Tech Junkies / Patrick Woessner

Aufrunden – und für Entwicklungsprojekt spenden

Ein weiteres App-Feature nennt sich Aufrunden.

Das scheint der Marketing-Abteilung bei Tomorrow teils zu langweilig zu sein – deshalb spricht man beim Banking-Startup auch von „Rounding Up“.

Was ist gemeint?

Es geht um Kartenzahlungen mit der Visa Debit von Tomorrow. In etwa so funktioniert es:

Habe ich die Aufrunden-Funktion in der App aktiviert und bezahle ich mit der Visa Debit von Tomorrow einen Espresso für 2,50 €, so werden insgesamt 3,- € vom Tomorrow-Konto abgebucht.

Das ergibt sich aus 2,50 € für meinen Espresso und 0,50 € Aufrundungsbetrag, der an ein Projekt geht.

Die Projekte wechseln regelmäßig – und zwar sobald das Spendenziel erreicht ist. Das aktuelle Projekt für „Rounding Up“ kann man sich in der App anzeigen lassen.

Übrigens: Wer fleißig mit der Tomorrow-Karte bezahlt, darf den mit der Aufrunden-Funktion abgeführten Betrag wohl als Spende deklarieren – zu einer Spendenbescheinigung heißt es jedenfalls:

Bis einem Spendenbetrag von 300 Euro können Spenden ohne Nachweis beim Finanzamt steuerlich geltend gemacht werden, bzw. genügen dem Finanzamt auf Rückfrage die jeweiligen Kontoauszüge. Solltest du eine Spendenbescheinigung benötigen, die über diesen Betrag hinaus geht, melde dich gerne beim Support unter support@tomorrow.one.

Quelle: FAQ von Tomorrow

Ist das Aufrunden-Feature eine tolle Sache? Das muss jeder Nutzer selbst für sich entscheiden.

Andere FinTech-Anbieter haben auch eine Aufrunden-Funktion – jedoch kenne ich es da eher so, dass der Aufrundungsbetrag auf ein Sparkonto eingezahlt wird.

Sofern ich die Debit-Karte z.B. ca. 10 mal im Monat nutze, kämen ca. 5,- € durch die Aufrundung zu Stande (ich rechne mit 10 x 0,50 €).

Man könnte natürlich auch einen Dauerauftrag für eine selbst ausgewählte Hilfsorganisation über 5,- € monatlich, 60,- € jährlich oder einen sonstigen Betrag einrichten.

Mit der Aufrunden-Funktion ist es eben einfacher (und vielleicht auch „hipper“).

Investieren mit Tomorrow

Aktienfonds – der Tomorrow Better Future Stocks Fonds

Lange hat Tomorrow Kunden und Interessenten auf die Folter gespannt. Die Investieren-Funktion war gefühlt eine halbe Ewigkeit angekündigt.

Eines gleich vorweg – wer eine klassische Depot-Funktion der App erwartet, wird enttäuscht werden.

Tomorrow hat einen eigenen Aktienfonds aufgelegt und zwar mit diesen Eckdaten:

Name: Tomorrow Better Future Stocks
ISIN: DE000A2QK5D4
WKN: A2QK5D

Weitere Fonds-Daten: siehe Tomorrow-Webseite

Quelle: Tomorrow-Webseite

Da muss man als potenzieller Anleger also die Hausaufgaben machen und sich genau anschauen, ob dieser Aktienfonds eine interessante Wahl ist.

Tomorrow scheint einige Arbeit in den Auswahlprozess gesteckt zu haben – dafür gibt es ebenfalls Details auf der Webseite.

Mit einem Aktienfonds ist dann auch noch die Sache – die Tomorrow-App braucht man dafür im Grunde nicht. Ich finde den Fonds jedenfalls auch über die Wertpapier-Suche im Depot einer anderen Bank.

Tomorrow Better Future Stocks Fonds mit ISIN DE000A2QK5D4 und WKN A2QK5D in der Wertpapiersuche in einem anderen Depot
Bild: Screenshot der Wertpapiersuche bei DAB BNP Paribas

Vorteil bei der Depot-Funktion der Tomorrow-App jedenfalls: Gebühren für die Depotführung sowie Kauf- oder Verkaufsorders sollen nicht anfallen.

Auch das Anlegen von kleinen Beträgen soll problemlos möglich sein.

Konkret sagt Tomorrow folgendes zu den Gebühren:

Depotgebühren – 0 €
Kauf/Verkauf – bis zu 1 €
Fondskosten pro Jahr – 1,2 %
Ausgabeaufschlag – 0 €
Transaktionskosten pro Jahr – circa 0,30%

Quelle: Tomorrow-Webseite (Stand: 13.07.2026)

Für den Fonds und die Depot-Funktion sind sodann gleich fünf Partner mit im Boot:

1. Die Solaris SE ist als Haftungsinstitut hinter Tomorrow als vertraglich gebundenen Vermittler für die Anlagevermittlung zuständig.
2. Die Baader Bank AG ist die zuständige Depotbank. Dort werden die Wertpapiere verwahrt.
3. Universal Investment ist die Kapitalanlagegesellschaft, die den Fonds verwaltet und aufgesetzt hat.
4. Evergreen ist der Anlagemanager, der den Fonds unter Berücksichtigung festgelegter Kriterien managed.
5. DonauCapital ist Abschlussvermittler.

Quelle: Tomorrow-Webseite

Da kriegt man auch eine Idee, weshalb sich das mit der Investieren-Funktion so lange hingezogen hat – sicher nicht einfach, das mit fünf Partnern zu koordinieren.

Als potenzieller Anleger muss man sich dann eben überlegen – das „Depot“ dient hier einzig und alleine dazu, den Tomorrow Better Future Stocks (ISIN: DE000A2QK5D4, WKN: A2QK5D) zu handeln.

Der Tomorrow-Fund scheint mäßig beliebt zu sein – Stand 13.07.2026 beträgt das Fondsvolumen 17,52 Mio. € – nicht sehr viel.

Zeitlich begrenzt gab es noch die Möglichkeit, in Anleihen zu investieren – z.B. eine grüne Wasserstoff-Anleihe oder eine Windkraft-Anleihe. Auf weitere Wertpapiere hat man keinen Zugriff.

Ein vollwertiges Tomorrow Depot gibt es also nicht.

Investieren über die Tomorrow-App ist super bequem. Ein klassisches Depot bietet jedoch mehr Freiheiten für eigene Anlageentscheidungen.

Kommentar von Patrick Woessner, Autor bei Tech Junkies

Kein vollwertiges Depot (Aktien, ETFs, Anleihen, Edelmetalle usw.)

Wichtiger Punkt ist aus meiner Sicht – im Zuge der Freischaltung der Investieren-Funktion wird zwar ein Depot bei der depotführenden Bank (i.e. Baader Bank AG) eröffnet.

Dies dient jedoch derzeit einzig und allein dazu, um den von Tomorrow lancierten Aktienfonds zu handeln – also derzeit der Tomorrow Better Future Stocks.

Es mag sein, dass künftig noch mehr dazu kommt. Die rechtlichen Dokumente bei der Depoteröffnung lassen zumindest den Spielraum dafür:

Spektrum der vermittelten Finanzinstrumente
Dem Kunden wird unter diesem Rahmenvertrag eine Auswahl an Finanzinstrumenten angeboten, die von Dritten emittiert werden. Die vermittelbaren Instrumente sind in der App von Tomorrow aufrufbar.

Quelle: Auszug aus dem Kundendokument von DonauCapital

Im Maschinenraum lese ich auch, dass künftig Sparpläne mit dem Depot möglich sein werden und weitere Investment-Produkte folgen sollen (ohne weitere Details).

Das steht dort jedoch schon länger.

Wer ein vollwertiges Depot erwartet, bei dem man über die Wertpapiersuche eine breite Auswahl von Aktien, ETFs, Anleihen, Edelmetalle usw. suchen sowie kaufen und verkaufen kann, ist hier aber nicht richtig.

Onboarding für das Depot

Wer sich für das Depot bzw. die Investieren-Funktion mit dem Tomorrow Better Future Stocks interessiert, muss einen separaten Onboarding-Prozess durchlaufen.

Dabei bekommt man die Verkaufsunterlagen des Tomorrow Better Future Stocks, wird über die Depot-Partnerbank informiert und muss die persönlichen Daten bestätigen.

Weiterhin ist auch ein erneutes Video-Identverfahren zu durchlaufen.

Im Rahmen des Depot-Onboardings wird auch auf die Risiken hingewiesen – immerhin ist der Tomorrow Better Future Stocks ein Aktienfonds und hat damit natürlich ein ganz anderes Risikoprofil als Einlagen auf dem Tomorrow-Girokonto.

Wie gesagt – ich kann niemandem abnehmen, sich ausführlich selbst zu informieren und zu entscheiden, ob die Investieren-Funktion in dieser Form interessant ist (oder nicht).

Benefits – Angebote für Kunden von Tomorrow

Ebenfalls eine Erwähnung wert ist eine weitere App-Funktion – die Benefits.

Gemeint sind Ermäßigungen und andere Vorteile, die es bei anderen Marken und Unternehmen für Kunden von Tomorrow gibt.

Wenig verwunderlich: Hier tummeln sich vor allem Startups, die ebenfalls im nachhaltigen Sektor anzusiedeln sind (Ökostrom, nachhaltige Mode usw.).

Von vielen habe ich noch nie etwas gehört. Aber es gehört mittlerweile zum guten Ton, so etwas anzubieten.

Denn immer mehr FinTech-Anbieter bauen Coupon, Cashback und sonstige Partner-Angebote in ihre Banking-Apps ein. Die Branche scheint zu versuchen, sich breiter aufzustellen und eben nicht nur die klassischen Dienstleistungen einer Bank anzubieten.

Und dass Tomorrow dem ganzen einen nachhaltigen Anstrich verpasst, dürfte nicht verwundern.

Tschüss, kostenloses Konto – Tomorrow Free verabschiedet sich endgültig

Ich habe es mir fast gedacht.

Der FinTech-Markt, der bislang nur rasantes Wachstum kannte und Investoren ziemlich einfach begeistern konnte, sieht raueren Zeiten entgegen.

So jedenfalls mein Eindruck.

Und vermutlich wird auch Tomorrow liefern müssen – und zwar in Form eines Geschäftsmodell, bei dem mit den Kontomodellen auch Erträge erwirtschaftet werden können.

So hat Tomorrow bekannt gegeben, dass kostenlose Konto, was sich Tomorrow Free nannte, zum 15.10.2022 endgültig einzustellen.

In der App wird dazu z.B. die folgende Benachrichtigung angezeigt:

Kostenloses Konto Tomorrow Free endgültig eingestellt

Bei der Einführung der neuen Kontomodelle hörte sich das zunächst noch anders an.

Später hat man aber in der Tomorrow-Zentrale in St. Pauli entschieden – kein Draufzahlen mehr. Entweder wechseln die Kunden mit einem kostenlosen Konto in eines der Kontomodelle mit monatlicher Gebühr oder man kündigt das Konto.

Immerhin gab es einen Rabatt auf die ersten 12 Monate für Bestandskunden, die sich für ein Kontomodell mit monatlicher Gebühr entschieden.

Jedoch – Nachtrag 2026: Ganz vom Tisch ist das kostenlose Konto inzwischen nicht mehr – über „Now ab 0 €“ (mit Bedingungen, siehe oben) gibt es wieder einen kostenlosen Einstieg.

Ist Tomorrow 2026 noch sicher – und zukunftsfähig?

Bei einem Konto ist die Frage nach der Sicherheit berechtigt – gerade bei einem Anbieter, der seit Jahren wirtschaftlich zu kämpfen hat. Den Medien war jedenfalls das ein oder andere hoch und tief zu entnehmen.

Zunächst das Wichtigste: Das Geld auf dem Konto liegt nicht bei Tomorrow selbst, sondern bei der Solaris SE – einer voll regulierten, von der BaFin beaufsichtigten deutschen Bank.

Für die Einlagen greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde.

Selbst wenn Tomorrow als Unternehmen ausfiele, wären die Guthaben in diesem Rahmen also geschützt. Das Invest-Produkt „Tomorrow Fund“ fällt zwar nicht unter die Einlagensicherung – als gesetzliches Sondervermögen ist es bei einer Insolvenz aber trotzdem vor dem Zugriff von Gläubigern geschützt und trägt „nur“ das übliche Kursrisiko.

Trotzdem sollte man die Lage kennen: Tomorrow schreibt seit Jahren rote Zahlen. Der Jahresverlust ist zuletzt aber rückläufig. Das Unternehmen hat aber zwei Entlassungswellen hinter sich (Ende 2022 sowie Mitte 2025) und musste sich restrukturieren.

Eine Insolvenz ist nicht angemeldet, die Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells wird in der Community aber offen diskutiert.

Auch der Partner Solaris SE stand zuletzt unter verschärfter BaFin-Aufsicht (unter anderem wegen Mängeln in der Geldwäscheprävention) – hat Anfang 2025 aber frisches Kapital eingesammelt (eine Finanzierungsrunde über rund 140 Mio. €, angeführt unter anderem von der Börse Stuttgart) und mit der japanischen SBI Group einen neuen Mehrheitseigner bekommen.

„Unter Aufsicht“ ist also nicht gleich „vor dem Kollaps“.

Was man jedoch als Tomorrow-Kunde auf dem Schirm haben sollte – wenn die Profitabilität nicht passt, sind Anpassungen im Produktportfolio wahrscheinlicher. Und auch eine Geschäftsaufgabe wäre denkbar.

Tomorrow-Alternativen 2026

Wer ein digital geführtes Konto mit Karte sucht – ob mit Nachhaltigkeits-Fokus wie bei Tomorrow oder einfach als schlanke App-Bank, hat 2026 einige Alternativen.

Wie folgt würde ich das Feld derzeit einschätzen. Wichtig dabei – aktuelle Konditionen direkt bei der jeweiligen Bank prüfen, da ich die folgende Tabelle nicht fortlaufend aktualisieren kann.

AnbieterAusrichtungPreis/MonatKarteBesonderheit
GLS Bankstark nachhaltig, genossenschaftlich~3,80 € + 5 € GLS-Beitraggirocard (~15 €/Jahr), Mastercard optionalstrengste Nachhaltigkeitskriterien, mit Filialen
UmweltBanknachhaltig1. Jahr 0 €, dann 4,90 €Debit / girocardgrüne Ausrichtung, rein online
bunqdigital, teils nachhaltigFree 0 € (Pro-Tarife kostenpflichtig)Debit MastercardApp-first, Sparzins, pflanzt Bäume
C24digital, kostenlos0 €Debit + kostenlose girocardeinzige Neobank mit gratis girocard, Guthabenzins
N26digitalStandard 0 €Debit Mastercardetablierte App-Bank, mehrere Tarife
Revolutdigital, internationalStandard 0 €Debitstark bei Fremdwährung und Reisen
Digitale und nachhaltige Konto-Alternativen zu Tomorrow im Überblick (Stand 2026, ohne Anspruch auf Vollständigkeit).

Ein Hinweis noch: Die niederländische Triodos – eine der nachhaltigsten Banken Europas – zieht sich bis 2027 aus dem deutschen Markt zurück und fällt als neue Option damit weg. Bestandskunden werden über eine Kooperation mit der UmweltBank umgezogen.

Wer ein Konto mit Nachhaltigkeits-Anspruch sucht, schaut bei Tomorrow-Alternativen derzeit also vor allem auf die GLS oder die UmweltBank.

Wenn es um Preis und App-Bedienung geht, kommen Banken wie C24, N26 und Revolut als Alternative in Betracht.

Mein Fazit zur Tomorrow-Bank (die eigentlich gar keine Bank ist)

Ich habe das Tomorrow-Konto mehrere Jahre als Ausgabenkonto (Lastschriften, Kartenzahlung) genutzt und schließlich gekündigt, als das kostenlose Konto wegfiel und eine monatliche Gebühr fällig wurde. Die Kündigung selbst verlief völlig problemlos. Inzwischen wäre über „Now ab 0 €“ wieder ein kostenloser Einstieg möglich – mit Bedingungen.

Die Infrastruktur scheint gut zu funktionieren. Weder habe ich Ausfälle der App bemerken können, noch hat die Zahlung per Karte jemals Probleme gemacht.

Die App ist schlicht, aber gut gemacht.

Dabei gibt es die digitalen Features, die man von einer Smartphone-Bank gewöhnt ist: Push-Nachrichten bei Zahlungen und die Möglichkeit, die Karte über die App temporär zu deaktivieren.

Gut ist auch das „grüne Feedback“, dass man über die App bekommt.

Die App nennt sogar die Summe der Kundeneinlagen und die Anzahl der Kunden – das ist eine Transparenz, die ich so von einer Bank noch nicht kannte.

Was sich dabei noch zeigen muss: Kann die nachhaltige Smartphone-Bank auch ein nachhaltiges Geschäftsmodell entwickeln?

Von ganz ehrgeizigen Zielen scheint man auch ein wenig abgerückt zu sein. Von einer Million Kunden war zuletzt nicht mehr häufig die Rede, von der internationalen Expansion auch nicht.

An der Profitabilität will manwohl arbeiten – seit Oktober 2021 wird „Tomorrow Free“, das kostenloses Girokonto, nicht mehr angeboten. Zunächst hieß es: Bestandskunden sollten davon nicht betroffen sein. Nochmal ein Jahr später war das kostenlose Konto für alle Kunden Geschichte – auch Bestandskunden.

Zur Finanzierung des Wachstums griff die Smartphone-Bank auf Investoren zurück.

Schon in vergangenen Finanzierungsrunden gab es frische Investorengelder von professionellen Investoren und auch eine Crowd-Investing-Kampagne schien reges Interesse hervor zu rufen.

Auch auf anderen Wegen schaffte es die Smartphone-Bank, Investorengelder in Millionenhöhe einzusammeln – teils auch von prominenten Investoren.

Dafür, dass ich in Erwägung ziehe würde, das nachhaltige und mobile Konto auch als Hauptkonto zu verwenden, müsste sich noch einiges tun.

Zu einer nachhaltigen Bank gehören meines Erachtens Anlageprodukte dazu. Da gibt es endlich Bewegung – jedoch ist man derzeit auf einen Aktienfonds beschränkt (Tomorrow Better Future Stocks, ISIN: DE000A2QK5D4, WKN: A2QK5D).

Schön ist, dass Tomorrow mittlerweile neben Google Pay auch Apple Pay unterstützt.

Anderen Nutzern fehlt ggf. noch etwas an anderer Stelle. Eine „echte“ Kreditkarte gibt es nicht. Eine girocard ebenfalls nicht.

Und Online-Banking zusätzlich zur App-Steuerung auch nicht.

Viel Neues erzähle ich dem Gründer-Team damit nicht. Künftige Features listet das Startup im Maschinenraum – und hat alles (und noch mehr) auf dem Schirm, was ich vermisse.

Neben der Entwicklung des Banking-Produkts ist dann noch die Frage, ob es dem Banking-Startup aus St. Pauli gelingt, mittelfristig ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept zu entwickeln.

Ich für meinen Teil verfolge die Entwicklung bei Tomorrow weiterhin mit Interesse – ob ich zurückkehre, hängt davon ab, wie sich Konditionen entwickeln.

Gut gefallen hat mir noch, dass ein Umzug in das Ausland (zumindest wenn es in das EU-Ausland geht) mit Tomorrow kein Problem ist – ausländische Wohnsitze werden akzeptiert.

Wer sich selbst ein Bild von Tomorrow machen will, schaut am besten auf der Webseite vorbei. Gut gemacht sind auch die FAQ – hier wird (fast) jede Frage beantwortet.

Patrick Woessner

Ich bin Patrick und hier blogge ich zu verschiedenen Themen rund um Technik, Gadgets und mehr. Früher hatte ich gleich mehrere Blogs zu diesem Thema. Mittlerweile steht Tech Junkies im Mittelpunkt.

Diskussion - 29 Kommentare
  • Carina sagt:

    Hey, aus welchem Grund würdest du die Tomorrow Bank nicht als Gehaltskonto verwenden?

    • Hallo Carina,

      das sollte nicht wie ein generelles Fazit klingen, sondern ist nur das Ergebnis meiner persönlicheb Entscheidung. Ich nutze das Girokonto selbst und beschreibe, wie ich es tue.

      Für mich waren u.a. ausschlaggebend:
      – Meine derzeitige Hausbank ist ein „Vollsortimenter“ wo ich z.B. auch Depot, girocard, Kreditkarte habe. Das gibt es so bei Tomorrow (noch) nicht aus einer Hand.
      – Reines App-Banking, derzeit kein Online-Banking.
      – Tomorrow ist ein Startup – ob man sich langfristig mit diesen Konditionen am Markt behaupten kann, muss sich noch zeigen.

      Jeder hat andere Anforderungen an ein Girokonto und wer das nicht braucht bzw. für den Tomorrow alles notwendige bietet, der kann sich natürlich auch überlegen, ein Gehaltskonto einzurichten.

      Ich kenne jedenfalls auch jemanden, der das Girokonto von Tomorrow als Gehaltskonto führt 🙂

      Vielleicht noch ein Tipp – bei Tomorrow gibt es auch ein Community-Forum. Dort sieht man, was andere Nutzer so beschäftigt.

      Viele Grüße,
      Patrick

  • Tom sagt:

    Die Interchange beträgt laut tomorrow 0,2 % und davon werden erst mal die allgemeinen Kosten abgezogen und nur 0,13 % gespendet.

    Quelle: https://support.tomorrow.one/de/support/solutions/articles/15000027750-wie-funktioniert-der-klimaschutzbeitrag-

    • Hallo Tom,

      ja, stimmt. Durch die EU ist das Interchange reguliert und auf 0,2% gedeckelt (Debit-Karten). Das hat mit Tomorrow erstmal nichts zu tun, sondern ist durch eine EU-Verordnung vorgegeben:
      https://www.visa.co.uk/dam/VCOM/regional/ve/unitedkingdom/PDF/fees-and-interchange/Intra-Europe-EEA-December-2019.pdf

      Wer also die Tomorrow Debit-Visa bei Händlern innerhalb der EU bzw. genauer dem EWR einsetzt und 500,- € monatlich über Kartenzahlungen z.B. im Supermarkt generiert, für den sollte Tomorrow jährlich 12 * 500 € * 0,13 % = 7,80 € in das Waldschutz-Projekt in Brasilien abführen.

      Schafft jemand das doppelte (1.000 € mtl.) sind es rechnerisch 15,60 € jährlich.

      Das Interchange außerhalb des EWR ist teils nicht reguliert bzw. anders reguliert. Wer öfters auf Reise ist (gut – aktuell eher nicht) oder Online-Shopping im Ausland betreibt – da fällt teils ein höheres Interchange für die Bank ab. Mir ist aber nichts davon bekannt, dass Tomorrow dahingehend unterscheiden würde.

      Kurzum – ja, viel kommt nicht zusammen. Aber die Margen im Retail-Banking sind gering (dafür kann Tomorrow nichts). Viel mehr lässt sich da m.E. nicht machen – es sei denn, Tomorrow würde noch draufzahlen und das kann kein dauerhaftes Geschäftsmodell sein.

      Viele Grüße,
      Patrick

  • A. M. sagt:

    Danke für die ausführliche Darstellung von Tomorrow. War für mich hilfreich.
    Ich gebrauche derzeit Moneyou Go und nutze es wie du nur zum Bezahlen im Internet/Geschäfte.
    Leider wird nun Moneyou Go geschlossen und ich suche nach einer Alternative.
    Leider gibt es nicht viele , mit den Kriterien, Guthabenbasis und einer Debit-Karte.
    mfg., I AM

    • Hallo A.M.,

      dass Moneyou aufgibt, habe ich gelesen.

      Für das Girokonto-Produkt Moneyou Go kann man Tomorrow vermutlich als Alternative in Erwägung ziehen.

      Ansonsten war Moneyou m.W. ja auch stark mit Tagesgeld und Festgeld unterwegs und hat auch ein Depot-Produkt für Investmentfonds im Angebot gehabt. Das gibt es bei Tomorrow derzeit noch nicht.

      Viele Grüße,
      Patrick

  • Michael sagt:

    Hey, sehr schöner ausführlicher Kommentar zu Tomorrow.
    Eine Frage stellt sich mir aber: Die Holzkarte hat doch V-Pay, dann müsste sie ja auch überall akzeptiert werden, wo nur Girokarten akzeptiert werden, oder?
    Viele Grüße
    Michael

  • Su sagt:

    Vielen Dank für den super Artikel! Geht genau auf meine Bedenken ein und bestätigt, wie mir vorschwebt, mein zukünftiges Tomorrow Girokonto zu nutzen. Weiter so! 🙂

  • Athorak sagt:

    Sehr informativ und angenehm zu lesen. Ohne viel unnötiges bla bla drum herum. Herzlichen Dank 🙂

    Ich persönlich überlege Tomorrow so wie du zu nutzen, um sie etwas zu unterstützen. Ab und zu, aber nicht als Hauptkonto. Bin dann zwar auch kein Vorzeige-Kunde, aber besser als nichts hoffe ich 🙂
    Als Hauptkonto ist es mir noch nicht rund genug. Aber die Richtung ist toll!

  • Patrick Leitner sagt:

    Bin seit 1. Jänner dabei. Habe das Modell mit der Holzkarte bestellt, bin zwischenzeitlich auf die Together umgestiegen. Als Nebenkonto lohnt sich Zero monatlich nicht wirklich. Die Karte kann man weiter benutzen, nur für die Beantragung der Holzkarte muss man mindestens für 1 Monat das teure Konto buchen. Das Hauptkonto bei der Hausbank werde ich weiterhin nutzen, da hier auch keine Bargeldzahlungen möglich sind und wie im Beitrag geschrieben keine girocard. Für online Zahlungen geht das Konto sehr gut.

  • Denis sagt:

    Hallo Patrick,
    vielen Dank für Deinen tollen Beitrag. Leider habe ich Ihn erst gelesen haben, nachdem ich das Konto bei Tormorrow schon eröffnet hatte.
    Die Auslandskontoeröffnung lief bei mir einwandfrei.
    Mir geht es wir Dir, die Bank bietet leider noch nicht genügend Produkte (Wertpapierdepot und echte Kreditkarte fehlen mir), damit Sie zur Hausbank werden können. Glaube aber auch, dass hier noch einiges kommen wird.

    • Hallo Denis,

      stimmt! Ich hatte hier schon Leser, die gerade die Einfachheit geschätzt haben (eben NUR Konto und Debit-Karte). Persönlich sehe ich es aber ganz ähnlich.

      Die geplanten, künftigen Features kann man ja im Tomorrow-Maschinenraum einsehen. Ich lasse mich überraschen, in welche Richtung die weitere Entwicklung geht 🙂

      Bzgl. Kreditkarte und Depot habe ich noch nichts gehört…

      Viele Grüße,
      Patrick

      • Denis sagt:

        Ich bin auch schon in der Community bei Tomorrow aktiv.
        Leider gibt’s auch da zu Kreditkarte / Depot noch keine News.
        Ich bin auch schon sehr gespannt.

  • Julia sagt:

    Hallo und vielen Dank für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht. Ich bin durch Check24 auf Tomorrow gestoßen. Da mir das überhaupt nichts sagte, hab ich mal Tante Google bemüht und bin auf deinen Blog gestoßen. Ich suche ein Konto für ´´Konsumausgabenˋˋ wie es so schön heißt. Also genauso, wie du Tomorrow nutzt. Deshalb werde ich vermutlich, dank deiner Beschreibung, mich für Tomorrow entscheiden. Dass ich dabei noch etwas Gutes tue ist natürlich ein netter Bonus.

    • Hallo Julia,

      die Nutzung von Tomorrow als Zweitkonto / Ausgabenkonto scheint häufig gewählt zu werden – das machen viele Bankkunden so. Von daher wärst Du in guter Gesellschaft 🙂

      Und ja, stimmt – neben Banken tummeln sich auch immer mehr FinTech-Anbieter mit Girokonten am Markt. Da ist es nicht immer einfach, den Überblick zu behalten bzw. jeden Konto-Anbieter zu kennen.

      Viele Grüße,
      Patrick

  • Stefan Mai sagt:

    Danke für den schönen Bericht.

    Da ich nur einmal im Jahr in Deutschland einen grösseren Betrag verdiene, bin ich sehr an der App-Bank interessiert. Aber wie sieht es aus mit Belegen für die Steuererklärung & co? Ist das ein Problem oder wäre es möglich, damit auch seine Abrechnung für die Einkommenssteuer zu bestreiten, falls diese nach Belegen (PDFs) fragt? danke für die Auskunft

    • Hallo Stefan,

      in Deutschland gilt es ja immer aufzusagen: Die Beratung in steuerlichen Angelegenheiten ist den Angehörigen der steuerberatenden Berufen vorbehalten – und zu denen gehöre ich als Technik-Blogger nicht 🙂 Es hört sich auch ein wenig so an, wie wenn Du ggf. in einem anderen Land als Deutschland steuerlich ansässig bist. Ganz bis zu Ende kann ich Dir das also nicht beantworten.

      Ich kann Dir aber sagen, was es bei Tomorrow gibt: In der App findest Du unter Profil ➔ Konto verwalten ➔ Kontoauszug einen monatlichen Kontoauszug als PDF zum Download, aus dem die Kontobewegungen hervorgehen.

      Ach, vielleicht noch Stichwort „großer Einmalbetrag“: Das hört sich weniger wie Lohn / Gehalt, sondern eher unternehmerische Tätigkeit an (oder sonstigen Einkünften). Naja, nur eine Vermutung (Arbeitnehmer werden jedenfalls normalerweise nicht 1 x jährlich bezahlt). Ein Geschäftskonto bietet Tomorrow (noch) nicht an. Ein Freelancer-Konto ist zwar schon längere Zeit angekündigt, noch ist das Geschäftskonto jedoch nicht verfügbar.

      Viele Grüße,
      Patrick

  • Pinarek sagt:

    Man sollte die App so schreiben das die auch auf einem iPad im Querformat zu bedienen ist, nicht wie zur Zeit im altmodischen Hochkant Portrait-Format. Was soll denn das im Jahr 2021?

    • Hallo Pinarek,

      die Tomorrow-App ist m.W. nur für das iPhone optimiert. Auf dem iPad läuft die App auch, ist aber eben nicht für den großen Tablet-Bildschirm ausgelegt. Kennt man so ja auch von anderen Apps.

      Kenne auch einige andere Banking-Apps, bei denen das so ist.

      Auf meinem iPad nutze ich meist das Online-Banking. Problem ist dann eben eine Smartphone-Bank, die kein Online-Banking hat – das geht das natürlich nicht 🙂

      Ob Tomorrow da künftig ggf. nachbessert und eine „optimierte“ iPad-App rausbringt, entzieht sich meiner Kenntnis.

      Viele Grüße,
      Patrick

  • Maren sagt:

    Danke für den interessanten Beitrag. Ich überlege schon länger, ein tomorrow Konto als Haupt- oder Zweitkonto zu eröffnen, da mein aktuelles Hauptkonto höhere Gebühren nimmt und ich grundsätzlich lieber ein nachhaltiges hätte.

    Du verweist mehrmals darauf, dass bei tomorrow kein Online-Banking möglich ist. Was bedeutet das praktisch? Bei meinem aktuellen Konto benutze ich das Online-Banking aktuell meist per App und bin mit der Funktionalität zufrieden, daher die Frage wo du den Unterschied festmachst?

    Das Thema Bargeld ließ mich bislang zögern. Die von dir beschriebene Einzahlungsgebühr im Einzelhandel von 1,5-1,75% kommt mir sehr viel vor, besonders wenn man das mit 999€ macht. Ist das tatsächlich die einzige Möglichkeit Cash ins Konto zu bekommen?

    Außerdem zur Akzeptanz von Visa debit in Deutschland: Habe keinerlei Erfahrungswerte, da ich immer nur mit Girocard zahle (geht in der Stadt fast überall, außer bei Restaurants die nur Barzahlung akzeptieren). Siehst du da große Risiken bzw. hast Erfahrungswerte von Menschen, die die Karte im Deutschland nutzen?

    Danke und viele Grüße
    Maren

    • Hallo Maren,

      Du sprichst aus meiner Sicht einige wichtige Punkte an. Wie folgt möchte ich Dir antworten:

      • Stichwort Online-Banking: Wenn Du ohnehin die Banking-App auf dem Smartphone nutzt, ist dieser Punkt bei Tomorrow kein Nachteil. Es gibt Nutzer, die gerne zusätzlich das klassische Online-Banking im Browser z.B. am Computer oder auf dem Tablet nutzen – dann wäre das ggf. ein Nachteil.
      • Stichwort Bargeld: Ja, direkte Einzahlung geht nur im Einzelhandel. Da Du Tomorrow ggf. als Zweitkonto verwenden willst, könntest Du als „Behelfslösung“ Bargeld auf Dein Hauptkonto einzahlen (sofern es bei Deiner Hausbank kostenlos möglich ist) und dann zu Tomorrow weiter überweisen.
      • Meiner Erfahrung nach hat man mit Visa Debit keine großen Nachteile mit der Akzeptanz mehr. Es kommt aber sehr darauf an, wo Du wohnst – teils gibt es doch noch Ecken, wo „girocard only“ ein Thema ist. Da hilft nur, die Augen beim Einkauf ein wenig offen zu haben. Tomorrow hat aber bereits nachgebessert – neu ausgegebene Karten haben ein so gennantes „Co-Branding“ (Tomorrow nennt es sperrig „Doppelfunktions-Chip“) und zusätzlich zu Visa Debit ist auch V-Pay verfügbar (mit der gleichen Karte, siehe hier). In der Regel wird V-Pay (und Maestro, das vergleichbare Scheme von MasterCard) dort akzeptiert, wo girocard zur Zahlung angeboten wird.

      Ich hoffe, meine Ausführungen helfen Dir weiter.

      Viele Grüße,
      Patrick

  • Lara sagt:

    Danke für deinen Bericht!

    Bin zur Zeit noch bei N26 und mag die Einfachheit, & Praktikabilität, denke aber dennoch darüber nach zu Tomorrow zu wechseln.

    Ich vermisse weder Kreditkarte noch Girocard, was mir aber bei der Nutzung von N26 aufgefallen ist (welche ja sehr ähnlich prinzipiell zu Tomorrow zu sein scheint), dass mir 3 kostenlose Abhebungen pro Monat nicht reichen (das heißt 5 waren schon Mal besser), was wiederum damit zu tun hat, dass viele Geschäfte hier keine „Kreditkarte“ annehmen, obwohl es ja Debitkarten sind. Mit dem Begriff können viele scheinbar gar nichts anfangen. Und für das Verarbeitungssystem sind es wahrscheinlich einfach Visa/MasterCard und damit Kreditkarten. Wenn’s nach mir ginge, bräuchte ich kein Bargeld mehr.

    Ich habe jetzt noch nicht ganz verstanden, wie das mit dem V-pay funktioniert.
    Hat das nur die Holzkarte (an der ich kein Interesse habe)?
    Bedeutet das, dass man in vielen Geschäften, die keine Visa/MasterCard annehmen, trotzdem mit der Visa bezahlen kann?
    Das wäre für mich nämlich ein absoluter Pluspunkt und würde wahrscheinlich alle Nachteile für mich lösen 🙂

    Vielen Dank!

    • Hallo Lara,

      die aktuellen Debit-Karten von Tomorrow sollten mittlerweile zusätzlich zu Visa Debit alle auch mit V-Pay kommen – also Holz und Plastik. Siehe dazu hier…

      https://support.tomorrow.one/de/support/solutions/articles/15000043657

      Wie weit es Dir bei Händlern in Deiner Region hilft, kann ich Dir nicht versprechen. Es gibt da nämlich verschiedene Szenarien wie a) das Karten-Terminal kann wirklich nur girocard, V-Pay… b) eigentlich gingen auch Debit- oder Kreditkarten, der Händler will das aber nicht (meist da der Zahlungsdienstleister bzw. die Hausbank ihm da eine etwas höhere Gebühren berechnet).

      Ggf. wären auch Erklärungen Deinerseits nötig, da auf der Tomorrow-Karte äußerlich erstmal das Visa-Logo prangt.

      In der Praxis ist es so, dass bei einem sog. Co-Branding auf einer Karte beides steckt – Visa Debit-Application und V-Pay-Application. Am Bezahlterminal kann man sich dann ggf. auch eines aussuchen – das nennt sich „Card Application Selection“.

      Viele Grüße,
      Patrick

  • Dom sagt:

    Servus, und nutzt du noch immer das Girokonto der Tomorror Bank?

    • Hallo Dom,

      nein, ich bin nicht mehr bei der Tomorrow-Bank (meinen Erfahrungsbericht muss ich dahingehend aktualisieren – habe ich noch nicht geschafft).

      Nachdem die Gebühren kamen, bin ich noch eine Weile dabei geblieben. Aber die neuen Features fand ich nicht mehr so wirklich interessant und einige interessante Projekte (z.B. Freelancer-Konto bzw. Konto für Selbständige und Firmen) scheint Tomorrow jetzt ganz aus dem Backlog gestrichen zu haben – nachdem es lange angekündigt war.

      Viele Grüße,
      Patrick

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