Kambodscha ist einer der wenigen Orte, an denen zwei Währungen gleichzeitig im Alltag gelten: Offizielles Zahlungsmittel ist der Kambodschanische Riel, den Ton geben aber seit Jahrzehnten die US-Dollar an.
Wer das in einem älteren Reiseführer nachliest, verpasst eine Entwicklung. Kambodscha hat die Stufe der Kartenterminals weitgehend übersprungen und zahlt heute per QR-Code – über ein System, das die Zentralbank selbst betreibt.
Dieser Leitfaden klärt beides: die Bargeld-Eigenheiten, an denen sich Reisende bis heute die Zähne ausbeißen, und die digitale Infrastruktur hinter KHQR, dem QR-Code Bezahlsystem Land der Khmer.
Kambodscha nutzt im Alltag zwei Währungen parallel: den offiziellen Riel und den US-Dollar, wobei für Reisende die Faustregel 4.000 Riel je Dollar gilt. Beschädigte Dollarnoten werden häufig abgelehnt, während der Zustand von Riel-Scheinen keine Rolle spielt. Gleichzeitig hat das Land klassische Kartenterminals weitgehend übersprungen und setzt auf KHQR, das nationale QR-Zahlungssystem der Zentralbank, das über die Bakong Tourists App auch ohne lokales Bankkonto nutzbar ist. Der Artikel richtet sich an Reisende nach Kambodscha und erklärt, wie Bargeld, Geldautomaten, Kreditkarten und QR-Zahlung sinnvoll kombiniert werden.
- US-Dollar und Riel sind frei mischbar, wobei Riel vor allem für kleine Beträge und Wechselgeld verwendet wird.
- Beschädigte Dollarnoten werden von Händlern oft zurückgewiesen, während zerknitterte Riel-Scheine problemlos akzeptiert werden.
- Riel lässt sich außerhalb Kambodschas kaum beschaffen oder zurücktauschen und sollte deshalb erst vor Ort besorgt werden.
- Bakong und der KHQR-Standard ermöglichen bankübergreifende QR-Zahlungen, wobei 2025 laut Nationalbank bereits mehr Transaktionen in Riel als in Dollar liefen.
- Die Bakong Tourists App erlaubt Touristen seit Ende 2024 QR-Zahlungen ohne kambodschanisches Konto, setzt jedoch eine funktionierende Internetverbindung voraus.
Inhaltsverzeichnis
Die Währung in Kambodscha: Riel und US-Dollar
Zwei Währungen im Alltag
Die offizielle Landeswährung ist der Kambodschanische Riel (KHR). Im Alltag läuft trotzdem vieles über US-Dollar: Hotels, Touren, Restaurants und größere Anschaffungen werden üblicherweise in Dollar ausgezeichnet und abgerechnet.
Beide Währungen sind dabei frei mischbar.
Man zahlt eine Rechnung in Dollar und bekommt das Wechselgeld in Riel zurück – schlicht deshalb, weil US-Münzen in Kambodscha nicht im Umlauf sind. Alles unterhalb eines Dollars wird in Riel herausgegeben.
Der Riel ist damit vor allem die Währung der kleinen Beträge: Wechselgeld, Straßenküche, Markt, kurze Fahrten. Je ländlicher die Gegend, desto selbstverständlicher wird komplett in Riel gerechnet.
Der Umrechnungskurs – stets bei 4.000
Im Juli 2026 lag der offizielle Kurs bei 4.045 Riel je US-Dollar.
Für den Alltag ist diese Genauigkeit allerdings unerheblich, denn gerechnet wird im ganzen Land mit einer glatten Faustregel: 4.000 Riel entsprechen einem US-Dollar.
Das ist schon seit Jahren so – selbst bei meiner ersten Kambodscha-Reise vor über 15 Jahren.
Diese Umrechnung sitzt so fest, dass Händler sie unabhängig vom Tageskurs anwenden. Wer sie im Kopf hat, kann jeden Preis sofort einordnen:
| Riel | ~ US-Dollar | typischer Anlass |
|---|---|---|
| 1.000 KHR | 0,25 USD | Wasserflasche, kleiner Snack |
| 4.000 KHR | 1 USD | kurze Tuk-Tuk-Fahrt, Kaffee |
| 10.000 KHR | 2,50 USD | einfaches Essen an der Straße |
| 20.000 KHR | 5 USD | Mittagessen im Restaurant |
| 40.000 KHR | 10 USD | größere Besorgung, längere Fahrt |
Warum überhaupt US-Dollar?
Der Grund liegt in der Geschichte.
Die Roten Khmer schafften den Riel Ende der 1970er Jahre vorübergehend vollständig ab.
Die Wiedereinführung erfolgte erst in den 1980er Jahren. In der Zeit des Wiederaufbaus und der internationalen Hilfsmissionen etablierte sich der US-Dollar als stabile Parallelwährung.
Ein ähnliches Muster gibt es auch anderswo – z.B. in Venezuela, dort allerdings ausgelöst durch eine Hyperinflation. Gemeinsam ist beiden Fällen, dass eine Parallelwährung Vertrauen ersetzt, das die eigene Währung verloren hat.
Die kambodschanische Nationalbank arbeitet seit Jahren daran, das zurückzudrehen. Und anders als früher zeigt diese Politik inzwischen messbare Wirkung – wie weiter unten deutlich wird, ausgerechnet über den digitalen Zahlungsverkehr.
Mit Euro bezahlen lässt sich in Kambodscha praktisch nicht – als Zahlungsmittel spielt er keine Rolle. Umtauschen ist dagegen problemlos möglich, sowohl in Banken und Wechselstuben als auch direkt am Flughafen.
In den Grenzregionen gilt: Nahe Thailand wird häufig auch Thailändischer Baht akzeptiert, Richtung Vietnam entsprechend Vietnamesischer Dong. Je weiter man ins Landesinnere kommt, desto unwahrscheinlicher wird das.
Bargeld: worauf es wirklich ankommt
Der Zustand der Dollarnoten
US-Dollar werden in Kambodscha nur in einwandfreiem Zustand akzeptiert. Ein Einriss, ein Kugelschreiberstrich, eine stärkere Knickfalte – und der Schein wird oft zurückgewiesen.
Der Hintergrund ist nachvollziehbar. Banken nehmen beschädigte Dollarnoten bei der Einzahlung nur mit Abschlag an – oder gar nicht. Das Risiko wollen viele Händler in Kambodscha vermeiden.
Bemerkenswert ist der Gegensatz: Beim Riel spielt der Zustand keine Rolle. Ein völlig zerknitterter Riel-Schein wird anstandslos genommen, ein leicht eingerissener Zehn-Dollar-Schein nicht.
Wer Dollar von zu Hause mitbringt, sollte auf Dollarnoten im einwandfreien Zustand achten und sie unterwegs flach transportieren.
Aus meiner Zeit in Kambodscha kenne ich das Thema gut – und würde es trotzdem nicht dramatisieren. Wird eine ältere Note irgendwo abgelehnt, hilft meist schlicht Weiterprobieren: Was der eine Händler zurückweist, nimmt der nächste problemlos.
Patrick Woessner, Autor bei Tech Junkies
Kleine Dollarnoten werden knapp
Ein Ratschlag aus älteren Reiseführern hat sich inzwischen überholt – möglichst viele kleine Dollarnoten mitzunehmen.
Denn Ein-, Zwei- und Fünf-Dollar-Scheine werden von kambodschanischen Banken kaum noch ausgegeben.
Das ist kein Zufall, sondern Teil der Politik, den Riel im Kleinbetragsbereich zu stärken. Für alles unterhalb weniger Dollar sind heute Riel oder QR-Zahlung der vorgesehene Weg.
Geld wechseln in Kambodscha
Wechselstuben gibt es in touristischen Orten an fast jeder Ecke, dazu Bankfilialen, Schalter am Flughafen und vielerorts einen Wechselservice in Hotels und Guesthouses. Alle gängigen Währungen werden angenommen, Euro eingeschlossen.
Die Kurse unterscheiden sich allerdings deutlich.
Am Flughafen, an der Hotelrezeption und im Reisebüro sind sie erfahrungsgemäß am schlechtesten – dort wechselt man am besten nur den Betrag, den man für die ersten Stunden braucht – oder eben in dringenden Fällen.
Wechselstuben in den Städten bieten in der Regel die besseren Kurse. Vor größeren Beträgen lohnt ein Vergleich zwischen zwei, drei Anbietern, da die Spanne spürbar ausfallen kann.
Wer ohnehin eine Karte dabei hat, fährt mit der Abhebung am Automaten meist besser als mit dem Umtausch von mitgebrachtem Bargeld – vorausgesetzt, man hebt selten und dafür größere Beträge ab.
Beim Wechseln gilt – sofort nachzählen und die Scheine kurz auf ihren Zustand prüfen. Beschädigte Dollarnoten, die man an der Kasse zurückbekommt, wird man später nur schwer wieder los.
Der Riel ist eine geschlossene Währung
Zwei Punkte, die man bei einer Kambodscha-Reise wissen sollte:
- Riel lässt sich außerhalb Kambodschas kaum beschaffen. Ein Umtausch in Deutschland vor der Abreise ist praktisch aussichtslos.
- Zurücktauschen funktioniert genauso wenig. Wer mit einem Bündel Riel ausreist, wird es anderswo nicht mehr los.
Die Regel lautet deshalb: Riel erst im Land besorgen und vor der Ausreise möglichst wieder aufbrauchen.
Geld abheben am Automaten
US-Dollar oder Riel abheben?
Geldautomaten sind in allen größeren Orten verbreitet, betrieben unter anderem von ABA, ACLEDA, Canadia, Maybank und BRED. In aller Regel lässt sich am Automaten zwischen US-Dollar und Riel wählen.
Diese Wahlmöglichkeit ist recht neue – früher gab es am Geldautomaten grundsätzlich Dollar.
Wer Dollar zieht, bekommt häufig 50er- oder 100er-Noten, die sich bei kleinen Händlern schlecht wechseln lassen. Riel kommt in kleineren Stückelungen aus dem Automaten und ist damit im Alltag oft die unkompliziertere Wahl.
Ein gemischter Ansatz funktioniert gut: Riel für den täglichen Bedarf, dazu ein Dollar-Vorrat für größere Ausgaben.

Kosten einer Abhebung am Geldautomaten
Hier lohnt es sich, zwei Gebühren sauber auseinanderzuhalten – sie werden regelmäßig verwechselt.
Die erste erhebt der kambodschanische Automatenbetreiber, und zwar unabhängig davon, welche Karte man einsteckt. Übliche Größenordnung sind 3 bis 6 US-Dollar pro Abhebung, viele große Banken liegen bei 5 US-Dollar.
Diese Gebühr fällt pro Vorgang an, nicht prozentual – es ist eine Fremdgebühr am Geldautomaten. Wer seltener und dafür größere Beträge abhebt, zahlt in Summe deutlich weniger.
Die zweite Gebühr kommt von der eigenen Bank und entfällt lediglich, sofern man eine Karte mit weltweit kostenlosen Abhebungen hat, wie z.B. die DKB (mit Aktivstatus) oder comdirect.
Abrechnung immer in Landeswährung
Automaten und Kartenterminals in Kambodscha bieten gerne an, direkt in Euro abzurechnen. Dieses Angebot nennt sich Dynamic Currency Conversion, und es ist fast immer die teurere Variante.
Denn dann bestimmt der Betreiber den Wechselkurs, nicht das eigene Kartennetzwerk. Der Aufschlag ist im Kurs versteckt und taucht auf der Abrechnung nicht als Gebühr auf.
Immer die Abrechnung in Landeswährung wählen, also in Riel oder US-Dollar, und Angebote mit garantiertem Kurs ablehnen.
Bezahlen per QR-Code: KHQR und Bakong
Und damit zu dem Teil, der Kambodscha im Zahlungsverkehr tatsächlich interessant macht.
Weil Bargeld so umständlich und Kartenakzeptanz so lückenhaft war, hat das Land die westliche Entwicklungsstufe der Kartenterminals weitgehend übersprungen und ist direkt bei mobilen QR-Zahlungen gelandet.
Ein Code für alle Banken
Bakong ist das Zahlungssystem der kambodschanischen Nationalbank, gestartet im Oktober 2020. KHQR ist der nationale QR-Standard, der darauf aufsetzt.
Für Reisende ist davon vor allem eines wichtig: Der Händler zeigt einen einzigen Code, und jede kompatible App kann ihn lesen.
Bei welcher kambodschanischen Bank (z.B. ABA, ACLEDA oder Wing) der Kunde sein Konto hat, spielt keine Rolle. Das aus anderen Ländern bekannte Nebeneinander konkurrierender QR-Systeme gibt es hier schlicht nicht.
Vorgesehen sind statische Codes, wie sie als laminiertes Schild an der Kasse hängen, ebenso wie dynamische mit fest hinterlegtem Betrag. Derselbe Code kann dabei eine Zahlung in Riel oder in US-Dollar auslösen.
Bakong wurde gemeinsam mit dem japanischen Unternehmen Soramitsu entwickelt und läuft auf Hyperledger Iroha, einer Distributed-Ledger-Technologie.
Anders als eine öffentliche Blockchain ist das Netz geschlossen und zugangsbeschränkt: Die Knoten stehen bei der Zentralbank, Banken und Zahlungsdienstleister docken über Schnittstellen an.
Eine echte digitale Zentralbankwährung ist es trotzdem nicht – dafür müsste das Guthaben eine direkte Verbindlichkeit der Zentralbank sein.
Stattdessen unterhalten die teilnehmenden Banken dort ein Verrechnungskonto, auf dem das Nutzerguthaben als Gegenwert gespiegelt wird. Das nennt man Quasi-CBDC.
Der QR-Standard selbst folgt einer Nutzdaten-Struktur nach EMV-Vorbild, mit Tags, Prüfsumme und Händlerkennung – verwandt mit dem, was auch auf Kreditkarten steckt (siehe Offline-Zahlung und Offline-PIN bei Kreditkarten).
Die Währungsumrechnung findet übrigens nicht im System selbst statt, sondern bei der jeweiligen Bank. Einen einheitlichen Systemkurs gibt es deshalb nicht.
Wie weit das Ganze trägt, zeigen die Zahlen der Nationalbank für 2025 (abrufbar als PDF-Report).
Rund 1,33 Milliarden Transaktionen über Bakong, etwa 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Bemerkenswert ist die Aufteilung – 771,2 Millionen Transaktionen liefen in Riel, 554,5 Millionen in US-Dollar.
Der Riel liegt im digitalen Zahlungsverkehr also vorn.
Nach Jahrzehnten der Dollarisierung ist das die vielleicht deutlichste Kennzahl dafür, dass die Politik der Nationalbank aufgeht – und sie erklärt zugleich, warum kleine Dollarnoten aus dem Umlauf verschwinden.
Die Bakong Tourists App für Reisende
Lange war das alles für Besucher nicht nutzbar, weil ein kambodschanisches Bankkonto vorausgesetzt wurde. Seit Ende 2024 gibt es dafür eine eigene Lösung.
Die Bakong Tourists App der Nationalbank erlaubt die Nutzung ohne lokales Konto. Der Ablauf in Kurzform:
- App installieren – Android oder iPhone
- Mit E-Mail-Adresse registrieren
- Identität per Reisepass verifizieren, inklusive Passfoto und Selfie-Abgleich
- Guthaben aufladen – per verknüpfter Visa- oder Mastercard, in bar am Schalter einer Partnerbank oder am Flughafen
- an KHQR-Akzeptanzstellen per Code-Scan bezahlen
Die Limits sind nach Verifikationsstufe gestaffelt – ohne vollständige Verifikation etwa 1.000 US-Dollar pro Tag, danach rund 3.000 US-Dollar. Für eine normale Reise ist das reichlich bemessen.
Drei Dinge erleichtern die Einrichtung erheblich, wenn man sie vorher weiß.
Erstens sollte die Registrierung nicht auf den Ankunftstag gelegt werden. Die Prüfung der Passdaten läuft nicht immer sofort durch – in Nutzerberichten ist von Wartezeiten bis zu mehreren Tagen die Rede. Wer die App schon zu Hause einrichtet, hat den Puffer.
Zweitens lohnt es sich, zwei Karten unterschiedlicher Banken bereitzuhalten. Es kommt vor, dass eine Karte bei der Aufladung abgelehnt wird, während die andere funktioniert.
Drittens hilft bei der Gesichtsverifikation ein größerer Abstand zum Telefon, als die App nahelegt – ein Detail, das in der Community regelmäßig als Lösung genannt wird, wenn der Schritt fehlschlägt.
Kosten der Bakong Tourists App
An diesem Punkt lohnt Genauigkeit, denn die Angaben gehen auseinander.
Offiziell erhebt Bakong für die Zahlung selbst kein Entgelt – anfallende Kosten entstünden auf Seiten der Kartenanbieter. Portale nennen für die Kartenaufladung Größenordnungen von 1,5 bis 2,5 Prozent zuzüglich einer festen Einzahlgebühr.
In Nutzerberichten aus der Reise-Community wird die tatsächliche Belastung dagegen regelmäßig mit etwa 3 bis 3,5 Prozent beziffert. Bei kleinen Aufladungen fällt zusätzlich die feste Gebühr ins Gewicht, sodass der effektive Satz spürbar höher liegen kann.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens lohnt sich die App eher bei größeren Aufladungen als bei mehreren kleinen. Zweitens gibt es einen Weg an der Kartengebühr vorbei, der kaum kommuniziert wird – die Aufladung in bar am Schalter einer Partnerbank.
Vor der ersten größeren Aufladung sollte man die aktuell in der App angezeigten Gebühren prüfen – sie sind die einzige verbindliche Angabe.
Guthaben lässt sich am Ende der Reise bei Partnerbanken und am Flughafen auszahlen, alternativ innerhalb der App an Hilfsorganisationen spenden.
Eine Rücküberweisung auf die ursprünglich verknüpfte Kreditkarte gehört nach Berichten von Nutzern allerdings nicht. Am einfachsten lädt man deshalb nur so viel auf, wie man tatsächlich ausgeben möchte.
QR-Zahlung erfordert Internetverbindung
Der KHQR-Ablauf aus Scannen, Bestätigen, Weiterleiten und Rückmeldung setzt eine Online-Verbindung im Moment der Zahlung voraus. Ein Offline-Guthaben auf dem Gerät, wie man es von einer Kreditkarte kennt, gibt es nicht.
Fällt das Mobilfunknetz aus – was zu Stoßzeiten wie dem Khmer-Neujahr durchaus vorkommt – oder ist schlicht der Akku leer, funktioniert die Zahlung nicht.
Bargeld sollte man deshalb in Kambodscha immer zur Hand haben.
Bezahlen per Kreditkarte
Die Kartenakzeptanz hat sich verbessert, bleibt aber die schwächste der drei Optionen. Visa und Mastercard funktionieren zuverlässig in Hotels, größeren Restaurants, modernen Supermärkten, Einkaufszentren und bei Ketten.
Im kleinen Handel, an Marktständen und in der Straßenküche ist die Karte dagegen weiterhin die Ausnahme.
Dort führt der Weg über QR-Code oder Bargeld.
Für Reisende bleibt die Karte damit vor allem eines – das Werkzeug, um am Automaten an Bargeld zu kommen und die App aufzuladen.
Mehr zum Bezahlen in Kambodscha
„Payment-Stack“ für die Kambodscha-Reise
Statt sich auf ein Zahlungsmittel festzulegen, fährt man in Kambodscha am besten mit einer gestaffelten Lösung.
Ich persönlich würde auf KHQR bei kürzeren Kambodscha-Reisen verzichten – also Bargeld in Riel und US-Dollar, sowie Kreditkarten (mindestens zwei unterschiedlicher Banken sind empfehlenswert).
| Zahlungsmittel | Akzeptanz | Kosten für Reisende |
|---|---|---|
| KHQR per App | sehr hoch, rund 4,5 Millionen Akzeptanzstellen | Aufladung kostet; Zahlung selbst gebührenfrei |
| Bargeld in Riel | sehr hoch, ideal für kleine Beträge | keine laufenden Kosten |
| Bargeld in US-Dollar | hoch, aber bei kleinen Noten rückläufig | Abhebegebühr pro Vorgang |
| Kreditkarte | gering bis mittel, vor allem Hotels und Ketten | Automatengebühr, gegebenenfalls Fremdwährungsentgelt |
Trinkgeld
Trinkgeld ist in Kambodscha nicht verpflichtend, in Hotels, besseren Restaurants sowie bei Fahrern, Guides und im Spa aber zunehmend üblich.
Eine feste Prozentregel wie in den USA gibt es nicht. Üblich ist schlichtes Aufrunden oder ein kleiner Betrag in Riel – und genau dafür ist es praktisch, immer ein paar kleine Scheine dabeizuhaben.
Bar bleibt dabei der einfachste Weg. KHQR ist auf die Zahlung an den Händler ausgelegt, nicht auf ein Trinkgeld obendrauf.
Ankunft in Kambodscha
Endlich in Kambodscha, Ankunft am Flughafen – aber ohne passendes Bargeld. Also was tun?
- Das Visum bei Ankunft kostet 30 US-Dollar für Touristen und wird in bar verlangt – eine QR-Zahlung ist dafür nicht vorgesehen. Der passende Betrag in einwandfreien Scheinen gehört also ins Handgepäck.
- Die e-Arrival-Card vorab ausfüllen (siehe Kasten unten) – sie ersetzt die früheren Papierformulare bei der Einreise auf dem Luftweg.
- Sofern für KHQR registriert – direkt nach der Ankunft eine lokale SIM-Karte oder eSIM einrichten – ohne Datenverbindung bleibt die QR-Zahlung ungenutzt.
- Am Flughafenautomaten einen Grundstock abheben, dabei möglichst Riel wählen.
- Fahrten lassen sich über Ride-Hailing-Apps direkt in der App bezahlen. Das erspart die Diskussion über Wechselgeld und macht den Preis vorab verbindlich.
So gelingt die Ankunft in Kambodscha stressfrei.
Fazit
Kambodscha ist längst kein reines Bargeldland mehr. Für Reisende gibt es drei Zahlungsmittel: QR-Zahlung, Bargeld und Kreditkarte vor allem für den Automaten.
Die klassischen Eigenheiten bleiben dabei bestehen. Der Zustand der Dollarnoten wird weiter streng geprüft, der Riel bleibt außerhalb des Landes wertlos, und die 4.000er-Regel (Wechselkurs) gilt unverändert.
Neu ist, dass diese Eigenheiten an Gewicht verlieren.
Mit einem QR-Code am Marktstand spielen Stückelung, Notenzustand und Wechselgeld schlicht keine Rolle mehr – und genau das macht Kambodscha zu einem der interessantesten Zahlungsmärkte Südostasiens.
Häufige Fragen zur Währung in Kambodscha
Offizielles Zahlungsmittel ist der Kambodschanische Riel (KHR). Im Alltag wird jedoch weitgehend gleichberechtigt in US-Dollar gezahlt, vor allem bei größeren Beträgen. Der Riel dient überwiegend für kleine Beträge und als Wechselgeld, da US-Münzen in Kambodscha nicht im Umlauf sind.
Im Alltag gilt landesweit die Faustregel 4.000 Riel für einen US-Dollar. Der offizielle Kurs lag im Juli 2026 bei ca. 4.045 Riel je US-Dollar, doch gerechnet wird mit dem glatten Wert.
Riel lässt sich außerhalb Kambodschas kaum beschaffen und sollte erst vor Ort besorgt werden. Wer Bargeld mitbringt, nimmt US-Dollar – allerdings ausschließlich in einwandfreiem Zustand, da beschädigte Scheine regelmäßig abgelehnt werden.
Als Zahlungsmittel spielt der Euro keine Rolle. Umtauschen lässt er sich dagegen problemlos in Banken, Wechselstuben und am Flughafen, wobei die Kurse in den Städten meist besser sind als direkt am Flughafenterminal.
Bakong ist das Zahlungssystem der kambodschanischen Nationalbank, gestartet 2020 auf Basis der Distributed-Ledger-Technologie Hyperledger Iroha. KHQR ist der darauf aufsetzende nationale QR-Standard: Händler zeigen einen einzigen Code, den jede kompatible Bank-App lesen kann.
Ja. Die Bakong Tourists App der Nationalbank funktioniert ohne kambodschanisches Bankkonto. Nach Registrierung und Verifikation per Reisepass lässt sich Guthaben per Visa- oder Mastercard sowie in bar aufladen und an KHQR-Akzeptanzstellen ausgeben.
In der Regel nicht. Einrisse, Markierungen oder starke Knicke führen häufig zur Ablehnung, weil Banken solche Noten nur mit Abschlag annehmen. Beim Riel spielt der Zustand des Scheins dagegen keine Rolle.
Der kambodschanische Automatenbetreiber berechnet üblicherweise 3 bis 6 US-Dollar pro Abhebung, unabhängig von der verwendeten Karte. Hinzu kommen mögliche Entgelte der eigenen Bank. Da die Gebühr pro Vorgang anfällt, ist seltenes Abheben größerer Beträge günstiger.
Die besten Kurse bieten in der Regel Wechselstuben in den Städten. Am Flughafen, an der Hotelrezeption und im Reisebüro sind die Kurse meist schlechter – dort wechselt man nur so viel, wie für die ersten Stunden nötig ist. Wer eine Karte dabei hat, fährt mit dem Abheben am Automaten häufig günstiger.
Außerhalb Kambodschas ist der Riel praktisch nicht mehr zu tauschen. Restbestände sollten deshalb vor der Ausreise ausgegeben oder im Land zurückgetauscht werden.
