Im eher abgedunkelten Arbeitszimmer mag es kaum auffallen, ob die Monitor-Beschichtung matt oder glänzend ist.
Fällt großzügig Tageslicht in das Zimmer und somit auf den Bildschirm, sieht es schon anders aus. Spätestens beim Arbeiten im Freien fällt so richtig auf, ob ein Monitor glänzend oder matt ist.
Das ist aber nur der naheliegende Aspekt bei der Auswahl der Monitor-Beschichtung.
Hier will ich einige Grundlagen vermitteln und der Frage nachgehen, ob ein Notebook-Display und ein Desktop-Monitor besser glänzend (glossy, glare) oder matt (entspiegelt, blendfrei, non-glare) sein sollten.
Der Artikel erklärt die Unterschiede zwischen glänzenden und matten Monitor- bzw. Notebook-Display-Beschichtungen und richtet sich an alle, die einen neuen Bildschirm kaufen oder die Begriffe im Datenblatt richtig einordnen möchten. Matte Oberflächen streuen Licht durch eine raue Struktur und reduzieren Spiegelungen, wirken dabei aber tendenziell blasser und heben den Schwarzwert bei Umgebungslicht stärker an. Glänzende Displays bieten kräftigere Farben und besseren Kontrast, spiegeln jedoch stärker und zeigen Fingerabdrücke deutlicher. Besonders bei OLED-Monitoren ist die Beschichtung inzwischen ein eigenständiges Kaufkriterium geworden, unabhängig vom Panel-Typ, und neue Technologien wie QuantumBlack sollen Reflexionen bei glänzenden QD-OLED-Panels gezielt reduzieren.
- Matte Displays streuen Licht und reduzieren Spiegelungen, heben dabei aber den Schwarzwert unter Umgebungslicht stärker an als glänzende Displays.
- Der Entspiegelungsgrad wird durch das Haze-Level angegeben, wobei höhere Werte eine stärkere, sichtbarere Mattierung bedeuten.
- Bei OLED-Monitoren lässt sich die Beschichtung nicht mehr zuverlässig aus dem Panel-Typ (QD-OLED oder WOLED) ableiten, da Hersteller inzwischen beide Varianten anbieten.
- QD-OLED-Panels fehlt ein Polarisationsfilter, wodurch Schwarzwerte bei Umgebungslicht zusätzlich einen violetten Stich bekommen können, unabhängig von der Beschichtung.
- Textschärfe hängt primär von Pixeldichte und Subpixel-Anordnung ab, nicht von der Beschichtung des Displays.
Unterschiedliche Monitor-Beschichtung – glänzend oder matt
Das eigentliche Panel, welches unter der Monitor-Oberfläche liegt, hat erstmal nur bedingt etwas mit der Beschichtung zu tun – egal ob glänzend oder matt.
Denn der Unterschied entsteht durch die gewählte Oberflächenbeschichtung.
Unter kontrollierten Bedingungen (Lichteinfall und Helligkeit) gibt es keinen großen Unterschied zwischen einem Bildschirm mit glänzender oder matter Oberfläche.
Zwar gilt ein glänzendes Display in abgedunkelten Räumen als überlegen bzgl. Farbdarstellung und Kontrast.
Subjektivität mag dabei jedoch auch eine Rolle spielen.
Display mit matter Beschichtung (entspiegelt, blendfrei, non-glare)
Ob ein Monitor oder Notebook-Display glänzend oder matt ist, lässt sich im Zweifelsfall ertasten. Ein mattes Display fühlt sich rau an.
Es geht sogar noch einfacher – Bildschirm ausschalten und sich in einem hellen Raum davor stellen. Erkennt man nur unkenntliche Umrisse von sich selbst, hat man ein mattes Display. Wer sich hingegen klar erkennt (Spiegelbild), hat ein glänzendes Display vor sich.
Die Erklärung für beide Selbstdiagnose-Möglichkeiten – die Entspiegelung des Displays wird erreicht, indem die Display-Oberfläche mit einer rauen Kontur versehen wird.
Treffen Lichtstrahlen auf die raue Display-Oberfläche, sorgt die Kontur dafür, dass das Licht gebrochen und gestreut wird.
So werden Spiegelungen auf dem Display reduziert.
Außerdem ist ein matter Bildschirm weniger anfällig für Schmutz, Staub und Fettablagerungen (Fingerabdrücke).
Im Vergleich zu einem spiegelnden Display wird jedoch die Farbwiedergabe tendenziell weniger intensiv wahrgenommen.
Display mit glänzender Beschichtung (glossy, glare)
Das glänzende Display (auch glossy oder glare genannt) verfügt über eine glatte Oberfläche ähnlich wie Glas.
Trifft Licht auf ein Glossy-Display, kommt es zu Spiegelungen.
Solche Display-Spiegelungen treten insbesondere im Freien auf (Notebook-Display), können aber auch in lichtdurchfluteten Räumen entstehen (Desktop-Monitor und Notebook-Display).
Ein spiegelndes Display hat eine kräftige Farbwiedergabe, ist jedoch neben Spiegelungen auch stärker für Schmutz (Staub, Fettablagerungen) anfällig.
Vorteile hat das glänzende Display deshalb in abgedunkelten Räumen und bei Multimedia-Inhalten wie Filmen oder Fotos.
Eigentlich ganz einfach, oder?
Verwirrend ist vor allem die Begriffsvielfalt. Für dieselbe Eigenschaft stehen im Datenblatt je nach Hersteller ganz unterschiedliche Wörter.
- Entspiegelt, matt, blendfrei, anti-glare, non-glare – alles Bezeichnungen für dieselbe Sache. Gemeint ist eine aufgeraute Oberfläche, die einfallendes Licht streut.
- Glänzend, spiegelnd, glossy, glare – die glatte, glasartige Oberfläche, die Licht direkt zurückwirft.
- Semi-glossy, semi-matt – die Mischform zwischen beiden.
- Glare-Panel – eine gelegentlich in Produktbeschreibungen auftauchende Bezeichnung für ein glänzendes Panel. Kein eigener Technikbegriff.
- Anti-Reflection – Achtung, nicht dasselbe wie Anti-Glare. Der Begriff steht bei OLED-Monitoren häufig für eine reflexionsmindernde Folie auf einer weiterhin glänzenden Oberfläche. Anti-Glare meint dagegen die streuende, matte Beschichtung.
Einige Hersteller haben auch noch „semi-glossy“-Monitore im Sortiment.
Solche Monitore sind zwar entspiegelt – jedoch weniger stark als ein üblicher matter Monitor.
Somit erhoffen sich Hersteller, eine immer noch lebendige Farbwiedergabe und guten Kontrast bei gleichzeitig einer gewissen Toleranz gegen Lichteinfall anbieten zu können.
Im OLED-Segment findet sich diese Mischform inzwischen regelmäßig, etwa beim AOC Agon AG276QZD2 (gelistet bei Amazon).
Matt ist nicht gleich matt – das Haze-Level
In Kaufberatungen geht fast immer unter, dass die Entspiegelung keine Ja-Nein-Frage ist, sondern eine Gradfrage.
Manche Hersteller geben dafür ein Haze-Level an. Üblich sind Werte um 25 Prozent, gelegentlich auch 35 Prozent.
Das macht z.B. HP durchgehend – für den Office-Monitor HP 524sh (gelistet bei Amazon) nennt das Datenblatt „Bildschirmbehandlung: Entspiegelt“ und „Haze-Level: 25%“.
Je höher der Wert, desto stärker streut die Oberfläche das Licht – und desto matter wirkt das Bild.
Das erklärt eine Beobachtung, über die im Netz regelmäßig gestritten wird: Moderne, leicht entspiegelte Panels werden häufig als kaum wahrnehmbar beschrieben, während ältere Büro-Monitore einen deutlich sichtbaren Schleier über das Bild legen.
Beide sind matt – nur eben unterschiedlich stark. Wer eine dezente Entspiegelung sucht, sollte deshalb nicht nur auf das Wort „matt“ achten, sondern nach einer konkreten Angabe suchen.
Vereinzelt steht im Datenblatt zusätzlich ein Härtegrad der Beschichtung, meist 2H oder 3H. Er sagt nichts über die Entspiegelung aus, sondern über die Kratzfestigkeit der Oberfläche – ein Punkt, an dem die Hersteller zuletzt nachgebessert haben.
Ein Bildschirm lässt sich auch nachträglich noch entspiegeln.
Gerade im Bereich von mobilen Endgeräten (Laptops aber auch Tablets) sind Entspiegelungsfolien im Handel erhältlich, die passend für die jeweilige Bildschirmgröße zugeschnitten sind.
Es gibt die Folien für bestimmte Endgeräte (modellspezifisch passgenau) oder aber generisch für verschiedene Bildschirmdiagonalen.
Im Englischen nennt sich das „anti-glare screen cover“.
Selbst für Fernseher werden solche Folien teils angeboten – unter Umständen hilfreich, wenn das TV-Gerät in einem lichtdurchfluteten Raum steht. Das Grundprinzip gilt dort genauso, die Kaufentscheidung folgt bei Fernsehern aber anderen Kriterien.
Einige Händler bieten auch den Zuschnitt und das Anbringen von Entspiegelungsfolien an, was hilfreich sein kann, wenn passende Folienzuschnitte nicht verfügbar sind oder eine professionelle Lösung gewünscht ist.
Was logischerweise nicht geht, ist ein mattes Display auf glänzend umzurüsten. Dieser Weg ist immer versperrt.
Und was ist nun besser – glänzend oder matt?
Glänzend oder matt bei einem Notebook-Display
Bei einem Notebook-Display stellt sich die Frage in der Tat häufig – glänzend oder doch lieber matt?
Das hat zwei Gründe.
Einerseits besteht bei einem Notebook schlichtweg die Auswahl.
Denn beide Bildschirm-Typen sind üblich – Glänzend (glossy, glare) und matt (entspiegelt, non-glare). Die Wahl bleibt dem Anwender überlassen.
Andererseits ist beim Notebook die Entscheidung wichtiger.
Der Unterschied kommt schließlich besonders zu tragen, wenn im Freien gearbeitet wird. Und hierzu ist das Notebook als portables Endgerät nunmal besonders geeignet.
Bild: Depositphotos / © DragonImagesGlänzend oder matt bei einem Desktop-Monitor
Bei einem Desktop-Monitor (PC, Mac) stellt sich die Frage glänzend oder matt seltener.
Viele Monitore für den Desktop-Einsatz sind ohnehin matt beschichtet.
Bei Büro-Monitoren und der ganz überwiegenden Anzahl klassischer LCD-Monitore ist die Oberfläche matt (entspiegelt, non-glare).
Die Ausnahmen waren lange vor allem Multimedia-Monitore. Das hat sich verschoben.
Heute sind es überwiegend Gaming-Monitore mit OLED-Panel, die glänzend ausgeliefert werden – dazu einige wenige Modelle mit durchgehender Glasfront.
Die Frage, wo es überhaupt noch glänzende Desktop-Monitore gibt, führt also inzwischen ziemlich direkt ins OLED-Regal.
Wer von einem MacBook oder iMac kommt, ist die glänzende Glasfront ohnehin gewohnt und empfindet ein mattes externes Display zunächst oft als flau – eine Umgewöhnung, die sich meist nach wenigen Tagen legt (siehe Monitor für MacBook und Mac Mini).
Glänzend oder matt bei OLED-Monitoren
Seit OLED-Monitore verbreitet sind, stellt sich die Frage neu – und die Antwort fällt anders aus als beim klassischen LCD.
Bei OLED ist der Markt nämlich gespalten. Panels mit Quantum-Dot-Schicht (QD-OLED) kommen überwiegend glänzend auf den Markt, Panels mit zusätzlichem weißem Subpixel (WOLED) überwiegend matt.
Als Faustregel taugt das allerdings immer weniger. 2026 liefert LG Display seine Tandem- und RGB-WOLED-Panels teils matt, teils glänzend aus, und die neuen QD-OLED-Generationen kommen mit deutlich reflexionsärmeren Folien.
Die Beschichtung ist damit eine eigenständige Produkteigenschaft geworden, die sich nicht mehr zuverlässig aus dem Panel-Typ ableiten lässt. Ein Blick ins konkrete Datenblatt ersetzt die Faustregel.
Wie sehr das inzwischen auseinandergeht, zeigt sich an Serien, die beide Varianten anbieten: Der matte GIGABYTE MO27Q28G (gelistet bei Office Partner) und der glänzende GIGABYTE MO27Q28GR (gelistet bei Amazon) unterscheiden sich im Kern nur durch die Oberfläche.
Mehr zu den Panel-Typen selbst steht im Ratgeber zum OLED-Monitor.
Der überraschende Teil: Glänzend hält das Schwarz besser
Die naheliegende Annahme lautet: Im hellen Raum ist matt immer die bessere Wahl. Messungen zeichnen ein differenzierteres Bild.
Umgebungslicht hebt bei jedem Display den Schwarzwert an. Schwarz wirkt dann nicht mehr schwarz, sondern grau – und der Kontrast sinkt.
Dieser Effekt fällt auf matten Oberflächen stärker aus als auf glänzenden. Der Grund liegt im Umgang mit dem Licht: Eine glänzende Oberfläche wirft es gebündelt an einer Stelle zurück, eine matte verteilt es über die gesamte Fläche. Genau diese Streuung hellt das Bild auf.
Der Effekt wächst dabei linear mit der Raumhelligkeit.
Die eigentliche Problemstellung lautet also nicht „matt oder hell“, sondern: Spiegelbild in Kauf nehmen oder angehobenes Schwarz. Beides zugleich vermeiden geht nicht.
QD-OLED und das violette Schwarz
Bei QD-OLED-Panels kommt ein Effekt hinzu, gegen den die Beschichtung praktisch nichts ausrichtet.
Diesen Panels fehlt der Polarisationsfilter, den LCD- und WOLED-Displays mitbringen. Er würde einfallendes Umgebungslicht herausfiltern.
Ohne ihn dringt Umgebungslicht bis zur Quantum-Dot-Schicht vor und regt sie an. Ein Teil davon wird zum Betrachter zurückgestreut.
Schwarze Bildbereiche hellen dadurch nicht nur auf, sondern bekommen zusätzlich einen sichtbar violetten Stich.
Ob das Panel matt oder glänzend beschichtet ist, ändert daran wenig. Wer ein QD-OLED in einem hellen Zimmer betreiben möchte, sollte das einkalkulieren.
QuantumBlack und weitere – Hersteller arbeiten gegen den Effekt an
Genau an diesem Punkt hat sich zuletzt etwas bewegt. Statt die Beschichtung matter zu machen, kommen inzwischen spezielle reflexionsmindernde Filme zum Einsatz.
Samsung Display hat im März 2026 einen solchen Film unter dem Namen QuantumBlack vorgestellt.
QuantumBlack soll die Reflexion bei ausgeschalteten Pixeln gegenüber dem Vorgänger um 20 Prozent senken und kommt nach Herstellerangaben bei allen neuen QD-OLED-Monitoren des Jahrgangs 2026 zum Einsatz.
Die Monitor-Hersteller vermarkten dieselbe Technik unter eigenen Namen – je nach Anbieter als BlackShield (ASUS), DarkShield (AOC), Dark Armor (MSI) oder Obsidian Shield (Gigabyte). Wer solche Bezeichnungen im Datenblatt findet, hat es also nicht mit einer klassischen matten Entspiegelung zu tun.
Der Ansatz ist damit ein dritter Weg: nicht Streuung durch eine aufgeraute Oberfläche, sondern gezielte Reflexionsminderung durch den Schichtaufbau – bei erhaltener Bildschärfe.
Der zusätzliche Film macht aus einem glänzenden Monitor kein mattes Gerät. Er senkt die Reflexionen und mildert den magenta bzw. grau-violetten Stich, die Bildwirkung bleibt aber glänzend bis semi-glänzend.
Nebeneffekt – die zusätzlich aufgebrachte Schicht dient auch als Schutzschicht und erhöht die Kratzfestigkeit.
Umgebungslicht ist die Stellschraube
In der Debatte um Beschichtungen geht oft unter, dass das Umgebungslicht selten unveränderlich ist.
Ein Monitor, der nicht frontal zum Fenster steht, ein Vorhang und eine Lichtquelle hinter statt vor dem Bildschirm nehmen dem Thema viel von seiner Schärfe.
Für den Arbeitsplatz selbst bietet sich eine Monitor-Lampe an: Sie sitzt auf der oberen Kante und leuchtet die Tastatur an, ohne den Bildschirm anzustrahlen – bei einer glänzenden Oberfläche der entscheidende Unterschied zur Schreibtischlampe daneben.
Wer die Beleuchtung im Griff hat, kann durchaus zu einem glänzenden Panel greifen – und profitiert dann von dessen Vorteilen, ohne sich ständig selbst im Bild zu sehen.
Im Alltag macht sich die Beschichtung noch an anderer Stelle bemerkbar: Glänzende Oberflächen zeigen Staub und Fingerabdrücke deutlich schneller und wollen entsprechend häufiger gereinigt werden – dann allerdings vorsichtig. Wie das schlierenfrei gelingt, steht im Ratgeber zum Bildschirm reinigen.

Textschärfe: die Beschichtung ist der falsche Verdächtige
Ein hartnäckiges Missverständnis lautet, matte Monitore würden Text unschärfer darstellen.
Die Beschichtung hat darauf tatsächlich nur geringen Einfluss. Entscheidend sind Pixeldichte und Subpixel-Anordnung.
Die bei OLED-Panels bekannten Farbsäume an Buchstabenkanten stammen aus der Subpixel-Anordnung. Sie bleiben auch unter einer matten Oberfläche bestehen und fallen dort lediglich etwas weniger auf.
Genau hier tut sich 2026 etwas: Sowohl die neue QD-OLED-Generation mit senkrecht angeordneten Subpixeln als auch die RGB-Variante des WOLED-Panels sollen die Farbsäume verringern. Die Textschärfe gehört also nicht der Oberfläche angelastet.
Wer viel Text vor sich hat, achtet deshalb besser auf die Auflösung im Verhältnis zur Bildschirmgröße (siehe z.B. Monitor zum Programmieren).
Was außerdem noch zu beachten ist
Auch ein mattes Display kommt kaum gegen direkte Sonnenstrahlen an
Wer einmal versucht hat, etwas auf einem Notebook-Display zu erkennen, während die Sonne direkt auf den Bildschirm scheint, wird feststellen: Hier rückt der Unterschied glänzend oder matt in den Hintergrund.
Ist eine starke Lichtquelle wie die Sonne direkt auf einen Bildschirm gerichtet, kommt ein weiterer Effekt zu tragen.
Die relative Leuchtstärke des Monitors bzw. des Displays im Vergleich zum Umgebungslicht fällt nun gering aus.
Zwar gibt es Unterschiede bei der Leuchtstärke verschiedener Monitore und Notebook-Displays. Besonders helle Geräte setzen dafür meist auf eine Mini-LED-Hintergrundbeleuchtung.
Gegen direkte Sonneneinstrahlung kommt jedoch kaum ein Bildschirm an. Auch auf einem matten Bildschirm lässt sich kaum etwas erkennen bzw. ablesen.
Im schattigen Outdoor-Einsatz hat ein mattes Display jedoch deutliche Vorteile im Vergleich zu einem glänzenden Display. Denn unter diesen Umgebungsbedingungen sind Spiegelungen das größte Ärgernis.
Anderer Ansatz – Blendschutzhaube (Hood)
Im professionellen Bereich (z.B. Monitor für Bildbearbeitung) kommt häufig eine Blendschutzhaube (auch Hood genannt) zum Einsatz.
Anders als bei einem matten und entspiegelten Display ist der Ansatz hier ein anderer.
Einfallendes Licht soll noch vor dem Auftreffen auf der Display-Oberfläche mit einer Haube abgeschirmt werden.
Glänzende und matte Displays haben beide ihre Daseinsberechtigung
Ob glänzend oder matt besser ist, lässt sich kaum eindeutig beantworten.
Wer einen klassischen LCD-Monitor kauft, hat ohnehin selten die Wahl – die Oberfläche ist in aller Regel matt (anti-glare).
Bei OLED-Monitoren ist die Beschichtung dagegen zu einem echten Auswahlkriterium geworden, und die Entscheidung hängt vor allem am Umgebungslicht im eigenen Zimmer.
Bei Notebook-Displays gibt es hingegen die freie Auswahl.
Wer immer wieder im Freien arbeitet oder ein schmutzunempfindliches Display wünscht, ist mit einem matten Notebook-Display besser beraten.
Auch für Office- und Business-Anwender ist eine matte Oberfläche empfehlenswert, denn Tageslichtquellen können das Ablesen des Monitorbildes erschweren.
Wird das Notebook hingegen meist in geschlossenen, abgedunkelten Räumen genutzt und sind eine kräftige Farbwiedergabe und ein hoher Kontrast wichtig, kann ein glänzendes Display sinnvoll sein.
Häufige Fragen zu matten und glänzenden Bildschirmen
Anti-Glare ist die englische Bezeichnung für eine entspiegelte, matte Oberfläche. Gleichbedeutend sind non-glare und blendfrei. Die Oberfläche ist dabei fein aufgeraut, sodass einfallendes Licht gestreut statt direkt zurückgeworfen wird. Das Gegenstück heißt glossy oder glare und bezeichnet eine glatte, glasartige Oberfläche.
Im Schatten hat ein mattes Display klare Vorteile, weil Spiegelungen dort das größte Ärgernis sind. Scheint die Sonne dagegen direkt auf den Bildschirm, spielt die Beschichtung kaum noch eine Rolle. Stattdessen entscheidet die Leuchtstärke des Displays im Verhältnis zum Umgebungslicht – und gegen direkte Sonneneinstrahlung kommt quasi kein Bildschirm an.
Nicht unbedingt. Ein glänzendes Panel spiegelt zwar deutlich stärker, hält dafür aber den Schwarzwert besser: Eine matte Oberfläche streut das Umgebungslicht über die ganze Fläche und hellt Schwarz dadurch stärker auf. Messungen an OLED-Monitoren zeigen diesen Unterschied klar, und er wächst mit der Raumhelligkeit.
Eigentlich nicht. Die Beschichtung hat auf die Textschärfe nur geringen Einfluss – entscheidend sind Pixeldichte und Subpixel-Anordnung. Die bei OLED-Panels bekannten Farbsäume an Buchstabenkanten kommen aus der Subpixel-Anordnung und bleiben auch unter einer matten Oberfläche bestehen.
Die Entspiegelung entsteht durch eine sehr feine Struktur auf der Oberfläche, die beim Wischen spürbar ist. Als unangenehm empfinden das die wenigsten, der Finger gleitet auf Glas aber merklich leichter. Dass Convertibles und Tablets fast immer glänzend sind, liegt vor allem an der Glasfront über dem Touch-Sensor. Matte Varianten gibt es dort meist nur als nachträglich aufgebrachte Folie.
Davon ist abzuraten. Im Netz kursieren Berichte von Nutzern, die die matte Schicht samt Polarisationsfilter abgezogen haben und danach ein helleres, schärferes Bild sehen – allerdings um den Preis deutlich angehobener Schwarzwerte bei Umgebungslicht. Der Eingriff ist nicht umkehrbar, kostet die Garantie und endet leicht mit einem zerstörten Panel.
Das ist der sogenannte Coating-Sparkle. Die aufgeraute Oberfläche streut das Licht nicht völlig gleichmäßig, weshalb große weiße Flächen leicht glitzern oder schmutzig wirken können. Der Effekt hängt am Grad der Entspiegelung: Stark entspiegelte Oberflächen mit hohem Haze-Level zeigen ihn deutlicher als moderne, leichte Beschichtungen.
Technisch spricht nichts dagegen. Auffällig ist vor allem der unterschiedliche Bildeindruck: Der glänzende Schirm wirkt kontrastreicher und farbiger, der matte flauer – besonders bei dunklen Inhalten. Das kann stören. Wer beide Geräte für dieselbe Aufgabe nutzt, etwa Bildbearbeitung über zwei Bildschirme hinweg, sollte deshalb eher zu zwei gleichen Oberflächen greifen.

Hallo Patrick,
ich finde so interessante Versionen wie der Lenovo c 930 mit E-Ink-Bildschirm so schlau. Leider scheint sich diese Version nicht durchgesetzt zu haben, denn es gibt sie kaum zu kaufen und vor allem nicht neue Modelle. Hast du eine Idee, wie ich PDF in Farbe gut lesen könnte, also auf einem Tablet mit mattem Bildschirm. Ich finde bis jetzt nicht wirklich eine Lösung.
Wie würdest du das machen? Idee/Marke ?
Viele Grüße Lyn
Hallo Evelyn,
PDF lesen auf dem Tablet – hört sich so an, wie wenn Du ggf. eher einen E-Reader suchst?
Da gäbe es z.B. den Pocketbook Color mit farbigen E-Ink-Display.
Viele Grüße,
Patrick
hallo,
vielen Dank für diese Infos. Ich kaufe ein convertible oder auch sonst wird es mit touchscreen sein.
Da ich kein fan von gespiegelten monitoren bin, wird eine rauhe oberfläche wohl etwas unangenehm für die Finger sein, wenn es matt ist!? ist das nun wirklich der Fall und bzw. auch der Grund, dass convertibles meistens glänzend sind? und kennt jemand per zufall ein conv. welches semi-glossy ist?
Ich bedanke vielmals für eine antwort! beste grüsse, kj.
Hallo Kay,
ja, also mit matten Touchscreens sieht es in der Tat vergleichsweise mau aus – die sind meist spiegelnd. Das betrifft grundsätzlich auch Convertible-Laptops, wobei ich da doch einige kenne, die einen matten Touchscreen haben.
Mit der üblicherweise leicht rauen Oberfläche (unangenehm empfinde ich das nicht – in etwa so wie Papier) eines matten Touchscreens scheint das irgendwo auch zu tun haben – denn die ist empfindlicher als das glatte, ultraharte Gorillaglas, was über den meisten Touchscreens (glänzend) sitzt.
Ein Beispiel für ein entspiegeltes Convertible wäre das ASUS ExpertBook B5 Flip (siehe auch Hersteller-Datenblatt). Es gibt doch noch einige mehr – aber ohne die Anforderungen zu kennen, ist es da schwierig, etwas konkretes herauszusuchen.
Man muss aber ein wenig aufpassen. Das Hersteller-Marketing schreibt z.B. „reflektionsarm“, wohinter man vielleicht einen matten Bildschirm erwarten würde. Tatsächlich ist der aber doch glänzend.
Viele Grüße,
Patrick
Ich kann im Freien sehr gut mit e-book Reader lesen,
Gibt es solche einen Bildschirm auch in Laptops und wenn ja, wo kann ich so einen Laptop kaufen und wie heißt das und wieviel kostet so ein Laptop?
Hallo Birgit,
der E-Book-Reader verwendet wahrscheinlich ein E-Ink-Display.
Solche E-Ink-Displays bieten einen sehr hohen Kontrast und sind relativ lichtunempfindlich – ganz im Gegensatz zu den üblicherweise in Laptops verbauten IPS-Panels.
Es gibt einige wenige Optionen für Laptops mit E-Ink-Display. Du kannst Dir z.B. das Lenovo ThinkBook Plus G2 einmal genauer anschauen – dieser hat zwei Displays (1 x IPS „normal“ und 1 x E-Ink).
Solche E-Ink-Laptops sind eher Nischenprodukte – da musst Du einfach einmal schauen, ob das für Dich interessant ist.
Viele Grüße,
Patrick
Und wo bekommt man noch richtig schöne glänzende Desktop Monitore? Ich nutze meinen eben auch zum Filme schauen und habe seit 2015 einen 24″ von Philips, der aber leider jetzt einen Strich auf der linken Seite hat (Pixelfehler), der immer stärker wird.
Hallo Holger,
ein paar Modelle mit glänzendem Panel gibt es schon noch.
In der gleichen Größenordnung (24 Zoll) sieht es aber eher eng aus – da kenne ich kaum etwas, was lieferbar wäre. Darf es auch ein größerer Monitor sein? Und gibt es weitere Ausstattung (z.B. Auflösung usw.), die Dir wichtig wäre?
Dann kann ich gerne etwas empfehlen…
Viele Grüße,
Patrick
Falls man darauf Wert legt, besorgt man sich ein mattes, transflektives Display zum Arbeiten im Freien. Dort ist der direkte Sonneinfall auf das Display hilfreich, weil es die Beleuchtung verstärkt. Sonnenlicht von der Seite ist da nicht so gut. Mit dem HP Firefly habe ich so draußen keine Probleme