Grafikkarten ohne Stromanschluss sind stromsparend und platzsparend.
Zwar machen High-End-Grafikkarten mit vielen Features und rasanten Benchmarks irgendwo den Mund wässrig, „schlucken“ jedoch auch ordentlich Strom und Platz weg.
Es geht aber auch ganz ohne Stromkabel. Denn ein PCIe x16-Steckplatz stellt bis zu 75 Watt bereit, was für eine sparsame Grafikkarte ausreichend ist.
Wie es ganz ohne zusätzliches PCIe-Stromkabel geht, zeige ich hier.
Grafikkarten ohne zusätzlichen Stromanschluss beziehen ihre gesamte Energie über den PCIe x16-Steckplatz, der maximal 75 Watt liefert. Das macht sie stromsparend, kabellos und besonders für Mini-PCs sowie Silent-Builds interessant, bringt aber deutliche Leistungseinbußen gegenüber High-End-Karten mit sich. Der Artikel zeigt, dass sich im Consumer-Segment seit Jahren kaum etwas bewegt hat, da neuere GPU-Generationen von AMD, Nvidia und Intel die 75-Watt-Grenze meist überschreiten. Im Workstation-Bereich gibt es dagegen mit Intels Arc Pro B50 und Nvidias RTX-PRO-Reihe aktuelle Neuerscheinungen. Betroffen sind vor allem Käufer von Büro-, Multimedia- oder besonders kompakten Systemen.
- Ein PCIe x16-Steckplatz stellt bis zu 75 Watt bereit, was für sparsame Grafikkarten ohne externen Stromanschluss ausreicht.
- Im Consumer-Bereich gibt es seit Jahren kaum neue Modelle, da aktuelle GPU-Generationen von AMD, Nvidia und Intel mehr Strom benötigen.
- Im Profi-Segment erschienen zuletzt mit Intel Arc Pro B50 und Nvidias RTX-PRO-Reihe neue, moderne Karten ohne Stromanschluss.
- Low-Profile-Bauform und fehlender Stromanschluss sind zwei unabhängige Eigenschaften, die oft verwechselt werden.
- Solche Grafikkarten eignen sich besonders für Büro-, Multimedia- und Small-Form-Factor-Rechner, bieten jedoch deutlich weniger Leistung als High-End-Modelle.
So geht es auch ohne Stromkabel
Der PCIe x16-Steckplatz selbst stellt maximal 75 Watt bereit – das gibt die PCIe-Spezifikation für die Stromversorgung so vor.
Für High-End-Grafikkarten ist das viel zu wenig.
Deshalb kommen viele moderne Karten mit hoher Leistung auch mit einem externen Stromanschluss (oder mehreren) daher.
Das derzeitige Top-Modell Nvidia GeForce RTX 4090 genehmigt sich beispielsweise 450 Watt (TDP / TGP) und setzt auf den neuen 12VHPWR-Stromanschluss. Dieser ist sogar bis 600 Watt zertifiziert. Künftige Grafikkarten könnten sich also noch mehr genehmigen.
Es geht aber auch ohne extra Stromanschluss – dann jedoch mit weniger Leistung.
Der Vorteil hier: Die Stromversorgung läuft komplett über das Mainboard – Grafikkarte in den PCIe-Slot einstecken und fertig. Keine zusätzlichen Kabel!
Stichwort Vorteile – da fällt mir einiges ein:
- stromsparend bzw. energieeffizient
- keine zusätzliche Verkabelung erforderlich
- günstige Grafikkarten-Preise
- mit Abstrichen dennoch Gaming möglich (Full HD, ggf. reduzierte Details)
- besonders für Mini-PCs geeignet (SFF, z.B. Mini-ITX)
- auch als Low-Profile-Grafikkarte verfügbar
Nachteile gibt es im Wesentlichen zwei:
- deutliche Abstriche bei der Leistung im Vergleich zu High-End-Karten
- kaum aktuelle Grafikkarten-Generationen verfügbar
Kurze Liste – aber die Leistungsabstriche fallen natürlich (je nach Use-Case) stark ins Gewicht.
Wenn man die Professional-GPUs von AMD und Nvidia ausblendet, hat man im Grunde die Wahl zwischen einer AMD Radeon XT 6400 oder einer Nvidia GeForce GTX 1650 bzw. 1050 Ti.
Eine Nvidia GeForce GT 1030 nehme ich trotz reduzierter Leistung auch noch in die Übersicht mit auf, da diese auch als Grafikkarte ohne Lüfter verfügbar ist.
Aus der Professional-Schiene sind die sparsamen Nvidia RTX 4000 SFF (stellvertretend – PNY RTX 4000 SFF Ada Generation) und Nvidia RTX A2000 (stellvertretend – PNY RTX A2000) sowie die AMD Radeon Pro W6400 und die AMD Radeon Pro W7500 noch ganz interessant – diese vier sind letztlich auch die modernsten Grafikkarten im Feld, die ohne zusätzlichen Stromanschluss auskommen.
Mittlerweile gibt es immerhin auch in der Consumer-Schiene zwar einige mehr oder minder moderne Alternativen – und zwar in Form der Nvidia GeForce RTX 3050 6G, Intel Arc A310 und der Intel Arc A380.
Die neueste ist die Nvidia GeForce RTX 3050 6G. Im Vergleich zur „ normalen“ RTX 3050 wurde auch die GPU zurechtgestutzt – und so kommt die Grafikkarte mit 70 Watt TDP aus.
Es gibt mehrere Herstellerkarten – z.B. die MSI GeForce RTX 3050 LP 6G OC.
Für die Intel Arc A380 gilt: Diese Grafikkarte ist auf 75 Watt TDP spezifiziert, jedoch genehmigen sich die OC-Varianten etwas mehr und kommen daher mit einem 8-Pin PCIe-Stromkabel daher.
In Deutschland habe ich zuerst nur die ASRock Intel Arc A380 Challenger ITX 6GB OC (gelistet bei Cyberport) gesehen. Diese OC-Karte hat einen höheren Boost-Takt (+ 250 MHz) und setzt deshalb auf besagte externe Stromversorgung (8-Pin PCIe).
Mit der ASRock Intel Arc A380 Low Profile 6GB OC GDDR6 gibt es nun auch eine sparsamere Alternative – diese braucht dann wirklich kein Stromkabel und kommt mit der PCIe-Slot-Power aus.
Die meisten anderen Karten sind entweder deutlich älter oder erfordern zusätzlich eine externe Stromversorgung per Kabel zum Netzteil.
Wenig Bewegung in diesem Segment
Wer hier vor 12 Monaten vorbeigeschaut hat, wird heute nur wenig Neues finden.
Und es liegt nicht daran, dass ich den Artikel vernachlässigt habe 🙂
- Nvidias RTX-50-Reihe bedient die 75-Watt-Grenze nicht mehr – schon die kleinste Karte der Serie verlangt einen achtpoligen Stecker.
- AMD hat seit der Radeon RX 6400 aus dem Jahr 2021 im Consumer-Bereich nichts unterhalb dieser Grenze nachgelegt.
- Intels Battlemage-Generation braucht für die Spielerkarten ebenfalls zusätzlichen Strom.
Nur eine einstellige Zahl der Grafikkarten erschienen im Jahr 2025 oder später kommt ohne Stromanschluss aus.
Und die Mehrheit aller gelisteten Karten entfällt inzwischen auf das Workstation-Segment, nicht mehr auf Consumer-Modelle.
Wer eine sparsame Karte für einen Büro- oder Multimedia-Rechner sucht, findet nach wie vor passende Modelle – die Auswahl ist nur seit Jahren dieselbe.
Wer dagegen auf einen deutlich schnelleren Nachfolger ohne Stromstecker gewartet hat, wartet weiter. Im Consumer-Segment gibt es ihn schlicht nicht, und ein Wechsel von einer älteren Mittelklasse-Karte auf ein Modell dieser Klasse bedeutet in aller Regel weniger Rechenleistung, nicht mehr.
Die einzige nennenswerte Bewegung findet bei den Profi-Karten statt – dort sind mit Intels Arc Pro B50 und Nvidias RTX-PRO-Reihe zuletzt tatsächlich neue Modelle erschienen.
Stromsparende Grafikkarten (ohne zusätzlichen Stromanschluss)
Professional-Segment (Office, Bildbearbeitung, Konstruktion…)
PNY RTX 4000 SFF Ada Generation (Standard- und Low-Profile-PCB)
Wer eine Professional-GPU mit jeder Menge Power bei gleichzeitiger Effizienz sucht, darf einen näheren Blick auf die Nvidia RTX 4000 SFF werfen.
Stellvertretend zeige ich die PNY RTX 4000 SFF Ada Generation.
Stolze 19,2 TFlops beträgt die Rechenleistung – bei lediglich 70 Watt TDP bzw. Max Power Consumption.
Die Ausstattung des Grafikchips ist mit 48 RT-Cores (Raytracing) und 192 Tensor-Cores (AI bzw. KI) bei 35,8 Mrd. Transistoren das derzeit beste, was bei einer Grafikkarte ohne Stromanschluss zu bekommen ist. 20 GB GDDR6-VRAM mit ECC-Modus sind ebenfalls üppig bemessen.
Gedacht ist die Grafikkarte für Small-Form-Factor-Builds (SFF), jedoch werden zwei Bügel mitgeliefert: Low-Profile und Full-Height. Die Länge beträgt 16,8 cm bei einem Dual-Slot-Layout.
Die PNY RTX 4000 SFF Ada Generation entpuppt sich somit als kleines, stromsparendes Powerhouse, hat jedoch auch ihren Preis.
Ein Effizienzwunder aus der Ada Lovelace-Generation von Nvidia speziell für SFF-Builds - die PNY RTX 4000 SFF kommt mit PCIe-Stromversorgung aus (70 Watt Max Power Consumption).
PNY RTX A2000 (Standard- und Low-Profile-PCB)
Die Nvidia RTX A2000 ist ein auf Effizienz und Kompaktheit getrimmter Ableger der Turing-Generation und vor allem auf SFF-Workstations zugeschnitten.
Die Thermal Design Power beträgt lediglich 70 Watt. Dafür reicht die PCIe-Slot-Power.
Die Rechenleistung fällt mit 8 TFlops dafür beachtlich aus. Außerdem gibt es eine moderne Ausstattung mit Tensor-Cores für KI-Anwendungen mit RT-Cores für Echtzeit-Raytracing.
Zwar belegt die Karte zwei Steckplätze, jedoch ist sie mit 16,7 cm recht kurz. Weiterhin gibt es zwei Bügeloptionen im Lieferumfang – Low-Profile und Full-Height.
Professional-Ableger der Turing-Generation für SFF-Workstations - die PNY RTX A2000 kommt ohne Stromanschluss aus, begnügt sich mit 70 Watt und hat eine moderne Ausstattung.
AMD Radeon Pro W6400 (Standard- und Low-Profile-PCB)
Noch eine „Professional-Grafikkarte“ – relativ aktuell ist auch die AMD Radeon Pro W6400.
Ähnlich wie die PNY RTX A2000 oben ist auch diese sparsame Karte für Workstations gedacht, die keine Spitzen-Rechenpower benötigen.
Diese kommt als platzsparende Single-Slot-Grafikkarte daher, die nur 168 mm Platz im Computergehäuse benötigt. Bzgl. der Endbügel besteht die Wahlmöglichkeit. Im Karton liegen nämlich beide Slotblenden bei – Low-Profile und Full-Height.
Die Leistungsaufnahme gibt AMD mit bis zu 50 Watt an.
Wie das RTX A2000-Pendant von Nvidia gibt es auch hier Hardware-Raytracing-Support. Als typische Einsatzgebiete nennt der Hersteller Office, Konstruktion oder Grafikdesign.
Sparsame Professional-Karte für Workstations ohne hohen Leistungsbedarf (z.B. Büro-Rechner oder Bildbearbeitung) - hier kommt die AMD Radeon Pro W6400 ins Spiel.
AMD Radeon Pro W7500 (Standard-PCB)
Auch von AMD gibt es eine neue, stromsparende Grafikkarte für Mittelklasse-Workstations, die dennoch ordentlich Rechenleistung bringt.
Die Rede ist von der AMD Radeon Pro W7500, die der aktuellen RDNA 3-Architektur entstammt.
Für die stromsparende Grafikkarte wird eine Rechenleistung von 24 TFLOPS (FP16) bzw. 12 TFLOPS (FP32) angegeben. Das ist weniger als bei den leistungsfähigeren Radeon Pro-Modellen (W7600, WP7800 und WP7900) – diese brauchen jedoch alle eine externe Stromversorgung.
Für die AMD Radeon Pro W7500 gibt AMD die Total Board Power (TBP) jedoch mit 70 Watt im Peak an – dafür reicht die Stromversorgung über den PCIe-Steckplatz.
Die Grafikkarte stellt 4x DisplayPort 2.1 (jedoch „nur“ mit UHBR10, reicht für 6K @ 60 Hz) zur Verfügung und ist mit 8GB GDDR6-VRAM ausgestattet.
Stromsparende Grafikkarte für Mittelklasse-Workstations - die AMD Radeon Pro W7500 ist verfügbar.
Intel Arc Pro B50 (Battlemage, Dual-Slot)
Die Intel Arc Pro B50 ist der interessanteste Neuzugang in dieser Klasse seit Jahren – und der einzige, der auf einer aktuellen Chip-Generation basiert.
Intel gibt die Leistungsaufnahme mit 70 Watt an und weist die Stromversorgung ausdrücklich als „No Connector Required“ aus. Der Strom kommt also allein aus dem PCIe-Steckplatz.
Bemerkenswert ist die Speicherausstattung: 16 GB GDDR6 sind in dieser Wattklasse ungewöhnlich viel und heben die Karte deutlich von den 4- und 6-GB-Modellen ab, die den Markt sonst prägen.
Die Karte belegt allerdings zwei Slots und misst rund 6,9 Zentimeter in der Höhe – für ein flaches Low-Profile-Gehäuse ist sie damit nicht die erste Wahl.
Erste Battlemage-Karte ohne Stromstecker: 70 Watt, 16 GB Speicher und kompakte Bauform - damit die mit Abstand modernste Wahl in dieser Klasse.
Nvidia RTX PRO 2000 Blackwell (Dual-Slot)
Auf Nvidia-Seite ist die RTX PRO 2000 Blackwell der aktuelle Nachfolger in der 70-Watt-Klasse – sie löst die RTX 2000 Ada ab.
Geboten werden 16 GB GDDR7 mit Fehlerkorrektur, was sie für Workstation-Aufgaben qualifiziert, bei denen Rechenfehler teuer werden.
Nvidias aktuelle Profi-Karte unterhalb der 75-Watt-Grenze - 16 GB GDDR7 mit Fehlerkorrektur, ohne Stromstecker.
Wer weniger Speicher braucht, findet im Profi-Segment weitere Single-Slot-Karten ohne Stromanschluss: die NVIDIA RTX A1000 (gelistet bei Amazon) mit 8 GB und die NVIDIA RTX A400 (gelistet bei Amazon) mit 4 GB. Wer die Vorgängergeneration vorzieht, greift zur PNY NVIDIA RTX 2000 Ada Generation (gelistet bei Amazon).
Consumer-Segment (Browsing, Gaming, Multimedia usw.)
MSI GeForce RTX 3050 LP 6G OC (Standard- und Low-Profile-PCB)
Mit der Nvidia GeForce RTX 3050 6G tut sich endlich auch wieder etwas bei den Grafikkarten ohne Stromanschluss von Nvidia – und zwar mit einer recht aktuellen Architektur.
Wichtig: Die Standard-Variante der RTX 3050 ist schon länger verfügbar; es geht hier explizit um die RTX 3050 6G. Diese verfügt neben 6 GB statt 8 GB VRAM über eine abgespeckte AD107-GPU (reduzierte Shader-Kerne und reduzierte Taktfrequenz).
Das bedeutet zwar eine geringere Rechenleistung, jedoch auch einen geringeren Energieverbrauch. Die Nvidia GeForce RTX 3050 6G ist auf 70 Watt TDP ausgelegt.
Ein zusätzlicher Stromstecker kann so entfallen.
Einige Grafikkarten-Hersteller haben Custom-Designs ins Angebot genommen – ich zeige exemplarisch die MSI GeForce RTX 3050 LP 6G OC.
Die Herstellerkarte verfügt über zwei Lüfter, Low-Profile-Design (Standard-PCB ebenfalls mitgeliefert) und wird mit etwas höherer Taktfrequenz ausgeliefert (1.492 vs. 1.470 MHz bei Nvidia).
Wie gesagt – die MSI GeForce RTX 3050 LP 6G OC ist nur eine von mehreren Herstellerkarten, die mit der Nvidia GeForce RTX 3050 6G aufgelegt wurden. Ein kurzer Vergleich kann sich also lohnen.
Nvidia-Grafikkarte aus der Ampere-Generation - die auf Effizienz getrimmte AD107-GPU kommt mit der Stromversorgung via PCIe aus.
ASRock Intel Arc A380 Low Profile 6GB OC GDDR6 (Standard- und Low-Profile-PCB)
Dass die ersten Intel Arc A380-Grafikkarten ohne Stromanschluss (75 Watt TDP) bald auch den deutschen Markt erreichen, hatte ich schon erwartet.
Verfügbar ist nun die ASRock Intel Arc A380 Low Profile 6GB OC GDDR6.
Die Grafikkarte ist interessant – zwar darf man keine Performance-Wunder erwarten, jedoch gibt es hier ein aktuelles Design, während die meisten anderen 75 Watt-Alternativen recht betagt sind.
ASRock hebt die Eignung für SFF-Builds hervor – jedoch wird auch ein Standard-PCB mitgeliefert.
Für SFF- (Low Profile) und andere stromsparende PC-Builds - das Intel Arc A380-Custom Design von ASRock kommt ohne externe Stromversorgung aus.
Sparkle Arc A310 Elf (Standard-PCB)
Interessant ist dann noch die Intel Arc A310.
Stellvertretend dafür stelle ich die Sparkle Arc A310 Elf vor.
Einige Alternativen mit Intel Arc A310 und ohne externe Stromversorgung gibt es auch noch:
- ASRock Arc A310 Low Profile 4GB (gelistet bei Amazon) (Standard- und Low-Profile-PCB)
- Matrox LUMA A310 (keine Online-Shop-Listung gefunden) (Passivkühler; Standard- und Low-Profile-PCB)
- Matrox LUMA A310F (keine Online-Shop-Listung gefunden) (mit Lüfter; Standard- und Low-Profile-PCB)
Der Preis ist günstig, die Stromaufnahme fällt gering aus (Intel gibt 75 Watt TDP an) – kann die Grafikkarte dennoch mit ordentlicher Leistung überzeugen?
Nur bedingt.
Aber die Grafikkarten entspringen einer aktuellen Chip-Generation – und hat mit AV1-Encoding, XeSS-Upscaling, Raytracing, DirectX12 Ultimate-Support sowie DisplayPort 2.0 ein modernes Feature-Set.
Die Sparkle Arc A310 Elf bietet ferner 4 GB GDDR6-VRAM und Treiber für aktuelle Betriebssysteme inkl. Windows 11.
Wer also keine riesige Leistung benötigt, aber ein aktuelles Chipdesign bevorzugt, kann sich die Sparkle Arc A310 Elf durchaus einmal genauer anschauen.
Platzsparend und gut geeignet für Mini-ITX-Builds, stromsparend (75 Watt TDP) und mit moderner Engine - die Intel Arc 310.
XFX Speedster SWFT 105 Radeon RX 6400 (Standard- und Low-Profile-PCB)
Die XFX Speedster SWFT 105 Radeon RX 6400 ist im Prinzip eine Alternative zur Sapphire Pulse Radeon RX 6400 (siehe weiter unten) – beide kommen ohne Stromanschluss aus.
Auch der XFX Speedster SWFT 105 Radeon RX 6400 liegt eine Low-Profile-Blende bei und es wird höhenseitig nur ein Slot belegt, so dass diese Grafikkarte in (fast) alle SFF-Builds passen sollte.
TDP / TGP in diesem Fall – lediglich 53 Watt (AMD-Angabe) und somit sparsam beim Stromverbrauch.
Single-Slot-Höhe, mit optionaler Low-Profile-Blende und ohne Stromanschluss - die XFX Speedster SWFT 105 Radeon RX 6400 passt gut zu einem Small-Form-Factor-Build.
INNO3D GeForce GTX 1650 Compact X1 (Standard-PCB)
Ohne Stromanschluss und Nvidia GeForce – das ist die Nvidia GeForce GTX 1650, das aktuellste (immerhin Turing „Lite“), was man derzeit bekommen kann.
Einen Blick wert ist hier vielleicht noch die INNO3D GeForce GTX 1650 Compact X1. Das ist eine Dual-Slot-Karte, die mit 16 cm Länge kompakt ausfällt.
Das TDP- / TGP-Rating beträgt bei dieser Grafikkarte 75 Watt.
Stromversorgung über den PCIe-Slot, ohne externen Stromanschluss und kompaktes Karten-Design für SFF - die INNO3D GeForce GTX 1650 Compact X1.
Asus Cerberus GeForce GTX 1050 Ti Advanced (Standard-PCB)
Die Nvidia GeForce GTX 1050 Ti gehört noch zur Pascal-Generation und rendert im Vergleich zur GTX 1650, die der direkte Nachfolger ist, deutlich langsamer.
Der Vorteil ist jedoch, dass die Grafikkarte eine schlanke Thermal Design Power von 75 Watt hat.
Deshalb zeige ich hier stellvertretend die Asus Cerberus GeForce GTX 1050 Ti Advanced. Das ist eine Dual-Slot-Karte mit 20,3 cm Länge.
Zwar schon etwas betagt, jedoch stromsparend (75 W TDP) und ohne zusätzlichen Stromanschluss - die Asus Cerberus GeForce GTX 1050 Ti Advanced.
MSI GeForce GT 1030 2GHD4 LP OC (Low-Profile-PCB)
Auch zur Pascal-Generation gehört die GeForce GT 1030.
Während die obige Asus Cerberus GeForce GTX 1050 Ti Advanced nach heutigen Maßstäben bereits alles andere als ein Powerhouse ist, stellt eine GT 1030 nochmal deutlich weniger Rechenleistung zur Verfügung.
Das ist also eher etwas, wenn eine hohe Performance keine Rolle spielt (z.B. für Office-PC).
Wieso habe ich die MSI GeForce GT 1030 2GHD4 LP OC stellvertretend für GT 1030-Karten dennoch mit aufgenommen? Drei Gründe dafür gibt es:
- sehr sparsam mit lediglich 20 Watt TDP
- platzsparendes Layout
- Low-Profile-Endbügel (PCB)
- kommt als Grafikkarte ohne Lüfter daher
Besonders letzteres ist interessant, wenn es um einen Silent-PC geht. Das ist ein PC, der komplett lüfterlos konzipiert ist – dafür muss dann auch eine Grafikkarte ohne Lüfter verbaut werden.
Hierzu bieten sich Karten mit der GPU vom Typ GT 1030 an, die keinen Lüfter benötigen und stattdessen mit passivem Kühlkörper daher kommen.
Mit einer GT 1030-Grafikkarte kommt zwar kein Gaming-Vergnügen auf (da beschränkte Leistung). Dafür ist die MSI GeForce GT 1030 2GHD4 LP OC sparsam in der Leistungsaufnahme und kommt ohne Lüfter aus.
Gigabyte GeForce GTX 1650 OC Low Profile (Low-Profile-PCB)
Sucht man eine Grafikkarte mit Low-Profile-Slotblende, muss man in der Nvidia-Welt doch einige Generationen zurück gehen – denn für die aktuellen Grafikkarten im Consumer-Segment gibt es nichts mit Low-Profile.
Als erstes kommt mir die Gigabyte GeForce GTX 1650 OC Low Profile in den Sinn.
Zugegeben: Die GeForce GTX 1650 ist jetzt wirklich nicht mehr taufrisch. Für flüssiges Full HD-Gaming (also 1080p, ggf. mit reduzierten Details) reicht die Grafikkarte aber auch heute noch.
Die Maße hier: 16,7 x 6,9 x 3,9 cm (und somit Dual-Slot).
Low-Profile-Grafikkarte mit Nvidia GeForce GTX 1650 - die Gigabyte GeForce GTX 1650 OC Low Profile.
Sapphire Pulse Radeon RX 6400 (Standard- und Low-Profile-PCB)
In der AMD-Welt gibt es auch keine Low-Profile-Option mit mehr Power. Die AMD Radeon RX 6400 liegt in etwa en par mit der Nvidia GeForce GTX 1650.
Eine passende Low-Profile-Karte wäre da die Sapphire Pulse Radeon RX 6400.
Angenehm hier: Sapphire legt auch gleich noch eine normale Blende bei, so dass die Low-Profile-Grafikkarte auf Wunsch auch in einem normalen Gehäuse verschraubt werden kann.
Die Maße der Sapphire Pulse Radeon RX 6400 betragen 17,0 x 5,6 x 1,7 cm. Damit haben wir auch erstmals eine Single-Slot-Karte im Feld.
Low-Profile-Grafikkarte (normale Slot-Blende liegt auch bei) mit AMD Radeon RX 6400 - die Sapphire Pulse Radeon RX 6400.
Low Profile – Karten für ein flaches Gehäuse
Ohne Stromanschluss und Low Profile sind zwei verschiedene Dinge, die gern verwechselt werden.
Der Stromanschluss entscheidet, ob die Karte mit den 75 Watt aus dem PCIe-Steckplatz auskommt. Low Profile entscheidet, ob sie in ein flaches Gehäuse passt – typisch für Büro-Rechner und Small-Form-Factor-Systeme.
Es gibt jedoch eine Gemeinsamkeit.
Die meisten hier vorgestellten Karten liegen mit einer zweiten, niedrigeren Slotblende im Karton.
Ein paar sind jedoch ausschließlich in voller Bauhöhe zu haben, und genau daran scheitert der Einbau dann doch.
| Modell | Bauform | Segment |
|---|---|---|
| Intel Arc Pro B50 | Dual Slot, volle Höhe | Workstation |
| Nvidia RTX PRO 2000 Blackwell | Dual Slot | Workstation |
| PNY RTX 4000 SFF Ada Generation | Low-Profile-Blende liegt bei | Workstation |
| PNY RTX A2000 | Low-Profile-Blende liegt bei | Workstation |
| Nvidia RTX A1000 / RTX A400 | Single Slot | Workstation |
| AMD Radeon Pro W6400 | Low-Profile-Blende liegt bei | Workstation |
| AMD Radeon Pro W7500 | nur volle Bauhöhe | Workstation |
| MSI GeForce RTX 3050 LP 6G OC | Low-Profile-Blende liegt bei | Consumer |
| ASRock Intel Arc A380 Low Profile | Low-Profile-Blende liegt bei | Consumer |
| Sparkle Arc A310 Elf | nur volle Bauhöhe | Consumer |
| XFX Speedster SWFT 105 RX 6400 | Low-Profile-Blende liegt bei | Consumer |
| Sapphire Pulse Radeon RX 6400 | Low-Profile-Blende liegt bei | Consumer |
| Gigabyte GeForce GTX 1650 OC Low Profile | Low Profile | Consumer |
| MSI GeForce GT 1030 2GHD4 LP OC | Low Profile, passiv gekühlt | Consumer |
| INNO3D GeForce GTX 1650 Compact X1 | nur volle Bauhöhe | Consumer |
| Asus Cerberus GeForce GTX 1050 Ti | nur volle Bauhöhe | Consumer |
Wer besonders viel Speicher in einem flachen Gehäuse braucht, landet zwangsläufig im Workstation-Regal: 8 GB und mehr gibt es in dieser Wattklasse fast nur bei den Profi-Karten.
Passiv gekühlt als weitere Option
Wer einen lautlosen Rechner will, achtet zusätzlich auf die Kühlung. Sparsam heißt nicht automatisch lüfterlos.
Passive Karten ohne Stromanschluss finden sich praktisch nur am unteren Ende: Modelle der GT-1030- und GT-710-Reihe gibt es mit reinem Kühlkörper.
Alles darüber – von der Arc A310 aufwärts – bringt einen Lüfter mit, auch wenn er im Leerlauf oft stillsteht.
Netzteil-Aufrüstung oft nicht erforderlich
Der häufigste Anlass für eine Karte ohne Stromanschluss ist ein Büro- oder Fertig-Rechner, dessen Netzteil mit 240 bis 300 Watt bemessen ist und gar kein passendes Kabel besitzt.
Für diese Fälle ist die 75-Watt-Grenze die eigentliche Rechengröße: Was der Steckplatz liefert, muss das Netzteil zusätzlich zum restlichen System stemmen.
Bei einem sparsamen Büro-Prozessor ist das auch mit 240 Watt in aller Regel unkritisch.
Wie viel der Rechner insgesamt zieht, lässt sich vorab abschätzen – siehe: Wie viel Strom verbraucht ein PC?
Kaufberatung – das ist außerdem noch wichtig
Technische Daten der GPUs
Consumer-Segment (z.B. Gaming, Office…)
- AMD Radeon XT 6400 – TDP/TGP 53 Watt – Specs
- Intel Arc A380 – TDP/TGP 75 Watt – Specs
- Intel Arc A310 – TDP/TGP 75 Watt – Specs
Besonderheit: auch ohne Lüfter (passiver Kühlkörper) verfügbar - Nvidia GeForce GTX 1650 – TDP/TGP 75 Watt – Specs
- Nvidia GeForce GTX 1050 Ti – TDP/TGP 75 Watt – Specs
- Nvidia GeForce GT 1030 – TDP/TGP 20 bzw. 30 Watt – Specs
Besonderheit: auch ohne Lüfter (passiver Kühlkörper) verfügbar
Pro-Segment (professionelle Anwender wie z.B. Grafiker, Konstrukteure…)
Wichtig noch zu beachten – teilweise gibt es Herstellerkarten (Custom Designs) und nicht bei allen genannten Grafikkarten-Generationen fehlt grundsätzlich die externe Stromversorgung.
Das gilt insbesondere für „OC-Karten“ (von Haus aus übertaktet).
Wichtig ist es deshalb, vor dem Kauf noch einen Blick in das konkrete Datenblatt der jeweiligen Grafikkarte zu werfen.
Weitere häufige Fragen
Welche Grafikkarten kommen ganz ohne Stromanschluss aus?
Aus dem Consumer-Segment sind das bei AMD die Radeon XT 6400 und bei Nvidia eine GeForce RTX 3050 6G, eine GeForce GTX 1650 oder aber eine GeForce GTX 1050 Ti. Wenn weniger Leistung kein Problem ist, könnte die sparsame GeForce GT 1030 auch noch eine Möglichkeit sein, die sogar ohne Lüfter daher kommt. Von Intel gibt es weiterhin Alchemist-Grafikkarten – und zwar die Intel Arc A380 (Achtung, nur einige Custom-Designs kommen ohne Power-Connector aus) und die Intel Arc A310. Im Professional-Segment sind die Nvidia RTX 4000 SFF, die Nvidia RTX A2000, die AMD Radeon Pro W6400 und die AMD Radeon Pro W7500 einen Blick wert (gedacht für stromsparende Workstations). Neu kommen noch die Nvidia RTX Pro 2000 und die Intel Arc Pro B50 hinzu.
Wie funktioniert die Stromversorgung ohne extra Stromanschluss?
Bei PCIe gibt es auch eine direkte Stromversorgung über den PCIe-Steckplatz, also das Mainboard. Im Falle von PCIe x16 stehen bis zu 75 Watt zur Verfügung. Einige stromsparende Grafikkarten begnügen sich damit.
Sind solche Grafikkarten stromsparend?
Zwar ist die Art der Stromversorgung dafür nur indirekt entscheidend. Grundsätzlich kann man aber sagen: Ja, Grafikkarten ohne zusätzliches Stromkabel sind stromsparend. Denn über den PCIe-Steckplatz auf dem Mainboard werden maximal 75 Watt bereitgestellt. Mehr Leistung können solche Grafikkarten also nicht aufnehmen – und damit fallen diese stromsparend aus.
Sind auch entsprechende Low-Profile-Modelle verfügbar?
Ja, anders als bei High-End-Modellen gibt es bei Grafikkarten ohne Stromanschluss auch passende Varianten mit verkürztem Slot-Blech. Eine solche Low-Profile-Grafikkarte ist gelegentlich erforderlich, wenn ein besonders kompaktes SFF-Gehäuse (z.B. Mini-ITX-Build) verwendet wird. Genaues kann dem Datenblatt des Gehäuses entnommen werden.
Stromsparende Grafikkarten, jedoch mit Abstrichen bei der Rechenleistung
Gerade in Mini-PCs kommen vorwiegend kleine und stromsparende Grafikkarten zum Einsatz.
Auf der Wunschliste stehen da meist eines oder mehrere der folgenden Kriterien:
- max. 2 Slots Gesamthöhe
- Mini-ITX-Grafikkarte mit max. ca. 17 cm Länge
- Low-Profile-Grafikkarte
- ggf. ohne Lüfter (Silent-PC)
- Grafikkarte ohne Stromanschluss (Power via PCIe-Slot)
Dabei ist beim letzten Kriterium nicht nur das wegfallende Kabel ein Vorteil, was bei sehr platzsparenden PC-Builds durchaus ein Thema ist.
Solche Grafikkarten sind auch Stromsparer.
Die Nvidia GeForce RTX 4090 „schluckt“ z.B. 450 Watt (TDP / TGP). Eine (freilich ältere und deutlich weniger Rechenleistung aufweisende) Nvidia GeForce GTX 1650 (ohne Stromanschluss) begnügt sich hingegen mit 75 Watt. Nun rechnen wir mal mit zwei Stunden Gaming am Tag…
Tagesverbrauch (Annahme: TDP / TGP durchschnittlich 80% ausgereizt)
GTX 1650: 75 Watt * 0,8 * 2 Stunden / 1000 = 0,12 kWh
RTX 4090: 450 Watt * 0,8 * 2 Stunden / 1000 = 0,72 kWhJahresverbrauch
GTX 1650: 0,12 kWh * 365 Tage = 43,9 kWh
RTX 4090: 0,72 kWh * 365 Tage = 262,8 kWhAnteilige Stromkosten Grafikkarte (Annahme: 0,50 € / kWh)
GTX 1650: 43,9 kWh * 0,50 € = 21,95 €
Quelle: Eigene Berechnung (vereinfacht)
RTX 4090: 262,8 kWh * 0,50 € = 131,40 €
Das ist jetzt sicherlich eine vereinfachte Betrachtung und es macht nur theoretisch Sinn, den Stromverbrauch nur auf Basis einer einzigen PC-Komponente zu betrachten.
Weiterhin spielen die Grafikkarten mit ihrer Leistung in ganz anderen Ligen. Von daher darf man durchaus sagen: Äpfel-und-Birnen-Vergleich.
Schlussfolgern lässt sich aber: High-End-Hardware hat auch Auswirkungen auf die Stromrechnung…












Ich habe eine NVIDIA GeForce GT 730 und möchte eine Karte ohne Stromanschluß in der gleichen Abmessung (8cm Höhe) mit mehr Power. Gibt es solche Karten?
Hallo Helmut,
die Nvidia GeForce GT 730 hat fast 10 Jahre „auf dem Buckel“ (Release war m.E. 2014) – alle Grafikkarten aus der Liste hier kommen ohne separaten Stromanschluss aus und bieten mehr Power (sind also schneller). Es sind einfach neuere Grafikkarten-Modelle.
Zum Vergleich: Als Nachfolger der GT 730 ließe sich am ehesten die GT 1030 nennen. Die ist auch schon älter, bietet aber deutlich mehr Rechenleistung.
Es gibt auch deutlich leistungsstärkere Grafikkarten mit Stromversorgung per PCIe-Slot. Es kommt eben auch auf das Budget an…
Übrigens: Die GT 730 ist zwar „altes Eisen“, bleibt jedoch auf dem Markt. Es gibt sogar relativ neue Custom-Designs.
Viele Grüße,
Patrick
Danke für den ausführlichen Beitrag!
Ich bin auf der Suche nach einem stromsparenden Nachfolger für meine Radeon RX 580 8GB. Nach deinem Artikel scheint sich das zur Zeit mit einem Budget von 400€ für die Grafikkarte noch nicht zu lohnen, richtig?
Ja, da das stimmt.
Es gibt einige besonders effiziente Grafikkarten für das Workstation-Segment (High-End) sowie günstige und sparsame Grafikkarten (Low-End).
Im Mid-Tier (bzw. für das von Dir genannte Budget) ist die Auswahl von Grafikkarten ohne Stromanschluss bescheiden bzw. da gibt’s nicht wirklich was.
Viele Grüße,
Patrick