Ubuntu vom USB-Stick zu installieren dauert rund 30 Minuten und läuft in vier Schritten ab:
- ISO-Image von ubuntu.com herunterladen
- auf einen USB-Stick (mindestens 8 GB) schreiben
- den Rechner über das Boot-Menü vom Stick starten
- im Installer die Installation wählen
ISO-Image auf den USB-Stick kopieren reicht nicht. Es muss ein Tool her, das das ISO auf den Stick schreibt.
Das macht man unter Windows am einfachsten mit Rufus, unter macOS mit balenaEtcher und unter Linux mit dem Startmedienersteller oder dem dd-Kommando.
Das Boot-Menü öffnet sich direkt nach dem Einschalten, je nach Hersteller meist mit F12, F10, F9 oder Esc.
Hier zeige ich die einzelnen Schritte – inklusive der typischen Stolpersteine wie Secure Boot, BitLocker und der Installation neben Windows.
Der Artikel erklärt Schritt für Schritt, wie man Ubuntu von einem USB-Stick installiert - ein Vorgang, der etwa 30 Minuten dauert und sich an alle richtet, die Windows oder macOS durch ein Linux-System ersetzen oder ergänzen möchten. Beschrieben werden das Herunterladen des ISO-Images, das Erstellen eines bootfähigen Sticks mit Tools wie Rufus, balenaEtcher oder dem dd-Kommando, das Booten über das BIOS-Menü sowie der eigentliche Installationsprozess. Zusätzlich behandelt der Text typische Stolpersteine wie Secure Boot, BitLocker, Schnellstart unter Windows sowie die Installation neben einem bestehenden Windows-System.
- Für die meisten Rechner empfiehlt sich die aktuelle LTS-Version, aktuell Ubuntu 26.04 LTS mit Sicherheitsupdates bis Mai 2031.
- Ein USB-Stick mit mindestens 8 GB sowie ein spezielles Schreibtool wie Rufus, balenaEtcher oder der Startmedienersteller sind für die Erstellung des bootfähigen Mediums erforderlich.
- Vor der Installation sollten wichtige Daten gesichert und die Prüfsumme des ISO-Images kontrolliert werden.
- Startet der Stick nicht, liegt es meist an Secure Boot, dem falschen Boot-Modus (UEFI/Legacy) oder dem aktivierten Windows-Schnellstart.
- Um Ubuntu neben Windows zu installieren, muss BitLocker vorher deaktiviert werden, da der Installer sonst nicht auf die Windows-Partition zugreifen kann.
Neues Betriebssystem für PC oder Laptop – Ubuntu von USB-Stick installieren
Warum nicht ein Linux-System statt Windows oder macOS?
In meinem Fall soll ein Mini-PC, auf dem ab Werk Windows 11 Pro vorinstalliert ist, mit einer aktuellen Ubuntu-Version ausgestattet werden.
Windows und Ubuntu nebeneinander will ich dabei nicht betreiben – das ist im Verlauf des Setups jedoch ebenfalls möglich.
Der einfachste Weg zu einer sauberen Installation – leeren USB-Stick zücken, ISO-Image herunterladen, auf den Stick aufspielen und anschließend installieren.
Systemanforderungen – vor dem Aufspielen prüfen
- 2 GHz Dual-Core-Prozessor (oder besser)
- 6 GB Arbeitsspeicher (fürUbuntu 26.04 LTS)
- min. 25 GB freien Speicherplatz auf der Festplatte
Welche Ubuntu-Version sollte man nehmen?
Für die allermeisten Rechner ist die aktuelle LTS-Version die richtige Wahl. LTS steht für Long Term Support – diese Ausgaben erscheinen alle zwei Jahre im April und werden fünf Jahre lang mit Sicherheitsupdates versorgt.
Dazwischen gibt es halbjährliche Zwischenversionen. Die bringen neuere Software mit, werden aber nur neun Monate gepflegt. Für einen Rechner, der einfach laufen soll, lohnt sich das eher nicht.
| Version | Erschienen | Sicherheitsupdates bis |
|---|---|---|
| 26.04 LTS | April 2026 | Mai 2031 |
| 24.04 LTS | April 2024 | Mai 2029 |
| 22.04 LTS | April 2022 | Mai 2027 |
Wer ein bestehendes System weiterbetreibt, hat also auch mit 22.04 LTS noch etwas Luft. Für eine Neuinstallation würde ich gleich zu 26.04 LTS greifen – bis Mai 2031 gibt es Sicherheitsupdates.
Startet 26.04 auf sehr neuer oder ungewöhnlicher Hardware nicht sauber, ist 24.04 LTS ein brauchbarer Ausweg. Die Version wird noch bis 2029 versorgt, ein späteres Upgrade ist jederzeit möglich.
Notebooks mit Snapdragon-Prozessor sind ein Sonderfall. Ubuntu 26.04 unterstützt sie erstmals offiziell, allerdings nur einzelne Modelle – vor dem Download der ARM-Version lohnt ein Blick, ob das eigene Gerät dazugehört.
Vor der Installation: Daten sichern und ISO-Image prüfen
Backup vor den Neuinstallation
Bei der Installation auf die komplette Festplatte wird die Festplatte formatiert. Alles, was dort liegt, ist danach weg.
Gemeint sind dabei nicht nur die offensichtlichen Dokumente und Fotos. Erfahrungsgemäß fallen hinterher vor allem die Dinge auf, die man nicht als Datei wahrnimmt: Browser-Lesezeichen und gespeicherte Passwörter, lokal abgelegte E-Mail-Konten, Lizenzschlüssel, Spielstände und die Konfiguration einzelner Programme.
Am unkompliziertesten ist eine Kopie auf eine externe Festplatte oder SSD, die während der Installation abgezogen wird. Dann kann sie auch nicht versehentlich als Ziellaufwerk erwischt werden.
Wer Windows behalten möchte, sollte zusätzlich ein Windows-Wiederherstellungsmedium anlegen, bevor an den Partitionen etwas verändert wird.
Prüfsumme des ISO-Images kontrollieren
Ein unvollständig heruntergeladenes ISO-Image fällt oft erst mitten in der Installation auf – und dann ist unklar, ob der Stick oder die Datei schuld ist. Ein kurzer Abgleich der Prüfsumme schließt zumindest die Datei als Fehlerquelle aus.
Canonical veröffentlicht zu jedem Image eine sog. SHA256-Prüfsumme. Der berechnete Wert der heruntergeladenen Datei muss mit dem dort angegebenen übereinstimmen.
Folgende Befehle helfen zum Vergleich der Prüfsumme:
- Linux –
sha256sum ubuntu-26.04-desktop-amd64.iso - macOS –
shasum -a 256 ubuntu-26.04-desktop-amd64.iso - Windows (PowerShell)
Get-FileHash .\ubuntu-26.04-desktop-amd64.iso -Algorithm SHA256
Schritt-für-Schritt-Anleitung: ISO-Image herunterladen, bootfähigen USB-Stick erstellen, vom USB-Stick booten und installieren
Benötigte Zeit: 30 Minuten
Ubuntu Desktop installieren – ISO herunterladen, bootfähigen USB-Stick vorbereiten, von USB-Stick booten und Ubuntu installieren.
- ISO von der Ubuntu-Webseite herunterladen
Der erste Schritt, um Ubuntu zu installieren: Ganz einfach herunterladen von der offiziellen Ubuntu-Webseite. Es gibt verschiedene Ubuntu-Versionen mit jeweils eigenen ISO-Dateien.
Ich persönlich bevorzuge die aktuelle LTS-Version, die besonders lange mit Updates versorgt wird.
Aktuell ist derzeit Ubuntu 26.04 LTS mit dem Codenamen Resolute Raccoon – die ISO-Datei für 64-Bit-PCs ist ca. 5,9 GB groß, die Variante für ARM-Rechner ca. 3,9 GB. Durchgespielt habe ich den Ablauf zuvor mit 24.04 LTS und 22.04 LTS; am Prinzip hat sich nichts geändert.
- USB-Stick vorbereiten
Der USB-Stick sollte min. 8 GB Speicherplatz haben – dann dürften die meisten gängigen ISOs von Linux-Distributionen Platz finden.
BIOS- und UEFI-Varianten können nicht mit jeder modernen Formatierung umgehen. Für die beste Kompatibilität empfiehlt es sich, den Stick mit FAT32 zu formatieren. NTFS oder exFAT sollten aber ebenfalls für eine ordentliche Kompatibilität sorgen.
Im nächsten Schritt geht es daran, die notwendigen Daten auf dem USB-Stick zu speichern. - USB-Stick erstellen – ISO von Ubuntu auf USB-Stick überspielen
Per dd-Kommando (Linux)
Bootfähigen USB-Stick unter Linux erstellen – das geht ganz einfach mit Bordmitteln. Zunächst einmal gilt es, den Stick zu identifizieren:lsblk
Das gibt eine Liste der verbundenen Laufwerke aus – und ein USB-Stick heißt normalerweise /dev/sdX (wobei das X ein variabler Buchstabe ist; unbedingt auf den richtigen Datenträger achten und ihn anhand von Name und Kapazität auswählen)umount /dev/sdX*
Wirft den Datenträger aus. Dabei muss/dev/sdXbzw. X durch den korrekten Datenträger ersetzt werden.sudo dd bs=1M if=ubuntu-26.04-desktop-amd64.iso of=/dev/sdX status=progress oflag=sync
Hier gilt es den korrekten Pfadnamen für das heruntergeladene Linux-ISO anzugeben. Einen bootfähigen Stick erstellen – das sollte einige Minuten in Anspruch nehmen. Dazu wird ein Fortschrittsbalken angezeigt.eject /dev/sdX
Wirft den USB-Stick aus.
Per dd-Kommando (macOS)
Unter macOS geht das ganz ohne zusätzliche Software mit demdd-Kommando, welches Disk Images auf einem Datenträger einrichten kann. Die Erstellung des bootfähigen USB-Sticks per Kommandozeile mag aufwendig erscheinen – so spart man sich jedoch die Installation jeglicher Zusatzsoftware.diskutil list
Gibt eine Liste von verbundenen Datenträgern aus. USB-Stick identifizieren, im Format/dev/diskN(unbedingt auf den richtigen Datenträger achten)diskutil unmountDisk /dev/diskN
Den Datenträger auswerfen. Dabei muss/dev/diskNbzw. N durch den korrekten Datenträger ersetzt werden.sudo dd if=ubuntu-26.04-desktop-amd64.iso of=/dev/rdiskN bs=1m
Dafür ist der Pfadname zum zuvor heruntergeladenen ISO-Image von Ubuntu notwendig. Statt/dev/diskNnutze ich hier/dev/rdiskN. In diesem Fall erfolgt der Transfer direkt und nicht durch den Buffer des Betriebssystems, was für gewöhnlich schneller ist.
Ein wenig Geduld ist dennoch notwendig.ddzeigt unter macOS keinen Fortschritt an und in meinem Fall (USB 3.2 Gen1 USB-Stick) dauerte die Einrichtung ca. 7 Minuten.diskutil eject /dev/diskN
Wirft den USB-Stick aus.
Per Software-Tool mit GUI (für Windows, Linux, macOS)
Alternativ gibt es kostenlose Software-Tools, die per Wizard-Oberfläche bei der Einrichtung eines USB-Bootmediums helfen. Hier kommen balenaEtcher (für Windows, Linux oder macOS), UNetbootin (für Windows, Linux oder macOS) oder Rufus (für Windows) in Frage. Unter Windows ist das auch der empfohlene Weg – der oben gezeigte dd-Befehl führt dort nicht ohne Weiteres zum Ziel, weil das Windows-Subsystem für Linux standardmäßig nicht auf physische USB-Datenträger zugreifen kann.
Ubuntu hat ein eigenes Tool – den Startmedienersteller bzw. Startup Disk Creator (siehe Anleitung). Bei einer Standard-Installation ist er bereits an Bord. Nur wer sich für die Minimal-Installation entschieden hat, muss ihn mit sudo apt install usb-creator-gtk nachrüsten.
Früher war LinuxLive USB Creator (kurz LiLi) beliebt und wird vielerorts weiterhin zum Download angeboten. Weiterentwickelt wird das Tool jedoch seit Jahren nicht mehr – wer heute regelmäßig Systeme installiert, ist bei Ventoy besser aufgehoben. - BIOS-Bootpriorität anpassen – vom USB-Stick starten
Anschließend kommt der USB-Stick an den PC oder Laptop, auf dem Ubuntu installiert werden soll. Wichtig ist es, während des Bootvorgangs gleich eine bestimmte Taste zu drücken. Meistens ist das die Taste F12 oder aber die F10, Esc, Entf– bzw. Del-Taste.
Dort erfolgt die Navigation per Pfeiltasten und es muss die Bootreihenfolge angepasst werden – der USB-Stick bekommt für die Installation von Ubuntu die erste Priorität, sodass zuerst probiert wird, davon zu booten.
Wie das vonstatten geht, hängt vom BIOS ab, sollte jedoch so ähnlich aussehen:
Da ist der Ubuntu-USB-Stick auszuwählen und mit Enter zu bestätigen. - Boot
Sofern die BIOS-Einstellungen korrekt sind, dürfte sich danach GNU GRUB, ein beliebter Bootloader für Linux-Systeme zu Wort melden.

Dort ist die erste Option die richtige Wahl, i.e. Try or Install Ubuntu. - Ubuntu-Installer – Sprache und Installationsart wählen
Die folgenden Screenshots stammen aus dem Installationsprozess von Ubuntu 22.04 LTS. Canonical hat den Installer in 24.04 LTS und 26.04 LTS überarbeitet – die Abfolge der Schritte ist aber dieselbe geblieben.
Im ersten Schritt kann man sich die Sprache (Deutsch ist selbstverständlich verfügbar) aussuchen und die Installationsart auswählen. Wer das Betriebssystem Ubuntu auf der Festplatte installieren möchte, entscheidet sich für die rechte Variante.
- Ubuntu-Installer – Tastaturbelegung festlegen
Im nächsten Schritt kann das Tastaturlayout angepasst werden, sofern die Vorauswahl nicht zufriedenstellend ist.

- Ubuntu-Installer – Installationsart
Wer keine aktive Internetverbindung hat, wird davor gefragt, ob eine hergestellt werden soll (z.B. per WLAN). In meinem Fall bestand Internetzugriff per LAN, so dass es direkt weiter zur Installationsart geht.

Ich bevorzuge die Minimal-Installation und suche mir lieber im Anschluss aus, welche Software ich genau brauche. - Ubuntu-Installer – Festplattenkonfiguration
Hat man bereits ein Betriebssystem wie z.B. Windows 10 oder Windows 11 installiert, so wird man gefragt, ob man Ubuntu neben Windows installieren will. Mehrere Betriebssysteme nebeneinander sind möglich – in diesem Fall wird man bei jedem Start gefragt, ob man das andere Betriebssystem oder Ubuntu verwenden möchte.
Alternativ kann man die Festplatte löschen – dann installiert Ubuntu auf eine leere Festplatte, die neu formatiert wurde. Dies kommt natürlich nur in Frage, wenn dort keine wichtigen, ungesicherten Daten liegen.
Auch erweiterte Einstellungen wie benutzerdefinierte Partitionen können auf Wunsch vorgenommen werden – wie sich dabei eine bereits vorbereitete Partition als Ziel festlegen lässt, steht weiter unten. - Ubuntu-Installer – Zeitzone
Als nächstes will der Installer noch wissen, in welcher Zeitzone man sich befindet.

- Ubuntu-Installer – Anmeldeinformationen
Noch ein Schritt fehlt, um Ubuntu vom USB-Stick zu installieren – ein Rechnername sowie das Benutzerkonto mit Benutzername und Passwort.

- Warten bis der Vorgang abgeschlossen ist
Nun wird das Betriebssystem auf dem PC installiert, was einige Minuten in Anspruch nimmt. Wer die aktuelle Version (Updates während der Installation) oder eine umfangreiche Installationsart ausgewählt hat, wartet ggf. ein wenig länger.

- Installation abgeschlossen
Geschafft! Die Installation mittels eines Ubuntu-USB-Sticks war an dieser Stelle erfolgreich und die Daten auf dem USB-Stick werden nicht mehr benötigt. Nun ist nur noch ein Neustart erforderlich.

Welches Tool zum Erstellen des USB-Sticks?
Die Anleitung oben nutzt das dd-Kommando beziehungsweise den Startmedienersteller. Unter Windows geht es mit einem grafischen Werkzeug schneller – und ganz ohne Kommandozeile.
Unter Windows: USB-Stick mit Rufus erstellen
Rufus ist unter Windows der Klassiker und muss nicht einmal installiert werden – die portable Version genügt.
- Stick einstecken, Rufus starten und unter Laufwerk den richtigen Stick auswählen. Alle Daten darauf gehen verloren.
- Über Auswahl die heruntergeladene Ubuntu-ISO öffnen.
- Partitionsschema und Zielsystem schlägt Rufus passend zum ISO-Image vor – keine Änderung erforderlich.
- Mit Start den Schreibvorgang beginnen. Rufus fragt dann, ob im ISO- oder im DD-Modus geschrieben werden soll.
Der vorgeschlagene ISO-Modus funktioniert in den meisten Fällen. Startet der Stick nicht oder zeigt der Installer später Fehler, hilft ein zweiter Durchgang im DD-Modus – der verändert das Image beim Schreiben auf den Stick nicht.
Unter macOS und Linux: balenaEtcher und der Startmedienersteller
balenaEtcher gibt es für Windows, macOS und Linux und führt ähnlich knapp durch den Vorgang: Image wählen, Stick wählen, schreiben.
Wer den Stick von einem laufenden Ubuntu aus erstellt, braucht ohnehin nichts nachzuinstallieren – dafür ist der Startmedienersteller vorgesehen.
Alternativ führt das dd-Kommando zum Ziel.
Ventoy – mehrere Systeme auf einem Stick
Ventoy geht einen anderen Weg – erst den Stick einmalig einrichten, dann die ISO-Dateien hinzufügen.
Beim Booten erscheint ein Auswahlmenü mit allen vorhandenen Images. Ein einzelner Stick trägt damit z.B. Ubuntu, ein Rettungssystem und weitere Distributionen nebeneinander.
In Linux-Communities wird Ventoy häufig empfohlen. Zwei Einschränkungen gehören aber dazu: Nicht jede Distribution läuft darüber problemlos, und in vielen Fällen muss Secure Boot deaktiviert werden, damit der Stick startet.
Gerade mit Ubuntu 26.04 LTS gab es Probleme.
Wenn der USB-Stick nicht bootet
Stick vorbereitet, und eingesteckt – doch der PC will stur ins vorhandene Betriebssystem booten.
Das kommt häufig vor und hat drei gängige Gründe.
Secure Boot
Ubuntu selbst ist signiert und startet auch bei aktiviertem Secure Boot. Probleme entstehen z.B. mit Werkzeugen wie Ventoy oder bei proprietären Treibern, die während der Installation nachgeladen werden.
Der schnelle Weg ist, Secure Boot im BIOS-Setup vorübergehend abzuschalten. Erfahrene Anwender können den Schlüssel in der MOK-Verwaltung bestätigen – dann darf Secure Boot aktiviert bleiben.
UEFI oder Legacy-Modus
Erwartet die Firmware einen Start im Legacy- beziehungsweise CSM-Modus, während der Stick für UEFI vorbereitet ist, taucht er im Bootmenü schlicht nicht auf – oder umgekehrt.
Manche Rechner listen denselben Stick doppelt, einmal mit vorangestelltem UEFI und einmal ohne. Führt der eine Eintrag nicht zum Ziel, lohnt der Versuch mit dem anderen.
Schnellstart von Windows
Ist der Schnellstart in Windows aktiviert, fährt der PC nicht vollständig herunter – er geht in einen Schlafzustand. Das kann den Bootvorgang vom USB-Stick beeinträchtigen.
Deshalb – vor der Ubuntu-Installation den Schnellstart in den Energieoptionen von Windows deaktivieren.
Der Installer bleibt hängen
Die Installation ohne Netzwerkverbindung (kein WLAN oder LAN) ist grundsätzlich zuverlässiger.
Dann bleiben zusätzliche Software, Treiber von Drittanbietern und Updates erstmal außen vor – es läuft nur die Kerninstallation.
Das ist oft zuverlässiger – den Rest holt man nach der Installation nach.
Wenn das auch nicht hilft, kann der USB-Stick der Übeltäter sein – Fehler beim Schreiben stören die Installation.
Und wenn der Stick langsam ist (besonders bei USB 2.0-Anschluss), hängt der Installer manchmal gar nicht – er braucht nur ewig.
Ubuntu neben Windows installieren
Der Installer bietet an, Ubuntu neben Windows einzurichten. Freier Platz wird aufgeteilt.
Wer die Zielpartition bereits vorbereitet hat, muss selbst Hand anlegen. Der Installer schlägt gern die vorhandene Windows-Partition vor und meldet zu wenig Platz.
Für diesen Fall gibt es die manuelle Partitionierung. Dort lässt sich gezielt festlegen, wohin Ubuntu installiert wird.
Dazu wählt man in der Liste der Partitionen die vorbereite, leere Partition aus. Als Dateisystem empfiehlt sich meist ext4, der Einbindungspunkt ist /. Nur für diese Partition wird die Formatierung angewählt.
Wichtig außerdem – der Bootloader gehört auf den Datenträger und nicht in die Partition.
Empfehlenswert sind mindestens 25 GB – wer weitere Programme installieren und Dateien ablegen will, sollte mehr einplanen (ich empfehle mindestens 50 GB).
BitLocker vorher abschalten
Ist Windows mit BitLocker verschlüsselt, lässt der Ubuntu-Installer keine Installation neben Windows zu. Das ist schlichtweg nicht möglich, da durch die Verschlüsselung kein Lesezugriff auf die Partition besteht.
Seit Windows 11 24H2 wird die Geräteverschlüsselung bei einer Neuinstallation standardmäßig aktiviert, sobald man sich mit einem Microsoft-Konto anmeldet.
Einzige Lösung – BitLocker vor der Ubuntu-Installation abschalten. Das dauert jedoch eine ganze Weile.
Willkommen bei Ubuntu Linux
Installation durchgeführt, etwaige Probleme gelöst – an diesem Punkt gilt: Ubuntu wurde erfolgreich installiert und ist einsatzbereit.
Der aufgeräumte Desktop begrüßt einen nach der Installation.
Bei der Installation von Ubuntu 22.04 LTS ziert eine Qualle das Wallpaper – kein Wunder, denn der Codename lautet „Jammy Jellyfish”.

Ubuntu 24.04 LTS heißt hingegen auch „Noble Numbat”. Da ist das Artwork auf dem Wallpaper eine Krone mit zwei Ameisenbeutlern.

Und beim aktuellen Ubuntu 26.04 LTS ziert ein Washbär den Desktop – klar, die Version hat ja den Namen „Resolute Raccoon“.

Ich würde empfehlen, als ersten Schritt eine Systemaktualisierung durchzuführen – insbesondere wenn der Installationsvorgang ohne das Einspielen von Updates ausgewählt wurde.
Selbst wenn die ISO-Datei für die Installation vom USB-Stick am gleichen Tag heruntergeladen wurde, gibt es diverse ausstehende Updates wie z.B. Kernel-Aktualisierungen.
Der nächste Schritt könnte eine Überprüfung der Systemeinstellungen sowie die Anpassung des Gnome-Desktops sein.
Ich entscheide mich für gewöhnlich für die Minimalinstallation von Ubuntu. Das heißt dann, dass Produktivitätssoftware und andere Tools nach Bedarf installiert werden können.
Vielleicht noch eine Erwähnung wert: Zwar handelt es sich um ein kostenloses Betriebssystem, mit Ubuntu Pro gibt es aber zusätzlich einen Plan, der die Versorgung mit Sicherheitsupdates deutlich verlängert – bei 26.04 LTS bis Mai 2036.
Ein Live-System ist etwas anderes. Da läuft Ubuntu dauerhaft vom Stick. Das ist praktisch, um ein System mitzunehmen oder einen Rechner zu reparieren, aber deutlich langsamer als eine „reguläre“ Installation.
Häufige Fragen zur Ubuntu-Installation vom USB-Stick
Welche Ubuntu-Version sollte man installieren?
Für die meisten Rechner ist die aktuelle LTS-Version die richtige Wahl – derzeit Ubuntu 26.04 LTS mit Sicherheitsupdates bis Mai 2031. Die halbjährlichen Zwischenversionen bringen neuere Software mit, werden aber nur neun Monate lang gepflegt.
Wie groß muss der USB-Stick für Ubuntu sein?
8 GB genügen für ein aktuelles Ubuntu-Image, das rund 5,9 GB belegt. Sind zusätzliche Daten auf dem USB-Stick vorgesehen, muss entsprechend großzügiger dimensioniert werden.
Warum bootet der USB-Stick nicht?
Meist liegt es an einer von drei Ursachen: Secure Boot schreitet ein, die Firmware erwartet einen anderen Modus als der Stick bietet (UEFI gegenüber Legacy beziehungsweise CSM), oder der Schnellstart von Windows hat den Rechner nicht vollständig heruntergefahren.
Kann man Ubuntu neben Windows behalten?
Ja. Der Installer bietet an, Ubuntu neben Windows einzurichten. Wird diese Option gewählt, lässt sich bei jedem Start auswählen, welches System hochfahren soll. Wer die Zielpartition selbst vorbereitet hat, muss dafür die manuelle Partitionierung wählen, sonst schlägt der Installer die Windows-Partition vor.
Muss man die Prüfsumme des ISO-Images prüfen?
Notwendig ist es nicht, es erspart aber Fehlersuche. Ein unvollständiger Download fällt sonst oft erst mitten in der Installation auf. Der SHA256-Wert der Datei muss mit dem von Canonical veröffentlichten übereinstimmen.
Warum lässt sich Ubuntu nicht neben Windows installieren?
Normalerweise geht das. Wenn der Installer streikt, ist häufig BitLocker schuld. Denn wenn Windows verschlüsselt ist, kann der Ubuntu-Installer die Partition weder lesen noch verkleinern und bietet nur noch das Löschen der ganzen Festplatte an. Seit Windows 11 24H2 ist die Geräteverschlüsselung bei Neuinstallationen oft automatisch aktiv. Lösung: Wiederherstellungsschlüssel sichern, BitLocker in Windows abschalten und die Entschlüsselung abwarten.

Hallo Patrick,
leider fehlt bei der Installationsanleitung zwischen Schritt 8 und 9 die Anleitung, wie ich bei einer zuerst von mir partitionierten Festplatte ( 1x Windows 11 mit wenig Speicher – Laufwerk C -, 1 x leer, vorgesehen für Ubuntu 24.04 – Laufwerk D – ) die leere Festplatte D als Speicherort festlege. Das Installationsprogramm will Ubuntu auf die erste kleine Partition neben Windows 11auf C installieren und sagt, da sei zu wenig Platz und Windows würde eine Partition blockieren.
Was soll ich tun ?
Sonst hat mir Deine Anleitung sehr gut geholfen. Danke
Hallo – stimmt, auf mehrere Partitionen gehe ich in der Anleitung nicht ein. Ich gehe von dem Szenario aus, dass Ubuntu als einziges Betriebssystem installiert werden soll und die Festplatte vom Installationsassistenten dafür partitioniert wird.
Kann ich für ein künftiges Update in Erwägung ziehen.
Viele Grüße,
Patrick
Es wird hier viel Wissen vorausgesetzt. In welcher Form sichert man was. Was löscht man vor der Umstellung auf Linux. Wie macht man das mit den dd-Komandos (W+R/cmd Befehl?). Mein PC hat den ersten Befehl(?) nicht gefunden.
Gibt es irgendwo eine Anleitung für Anwender ü30?
Hallo Frank,
die Frage nach der Backup- und Löschstrategie lässt sich leider nicht pauschale beantworten, da jeder PC anders aufgesetzt ist.
Zu den Kommandos – W+R = Windows-Taste + R? Das funktioniert nicht, die Kommandos sind für Linux. Im Artikel sind Tools für Windows erwähnt, z.B. UNetbootin oder Rufus.
Viele Grüße,
Patrick