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PCIe 5.0-SSD: Lohnt sich Gen5, welche Modelle sind interessant?

PCIe 5.0-SSD (M.2 NVMe) - schnelle SSDs im Anmarsch
Bild: Depositphotos / © maxxyustas

PCIe 5.0 ist bei M.2-SSDs angekommen. Mehr als 150 M.2-Modelle sind im deutschen Handel gelistet, die schnellsten lesen mit knapp 15.000 MB/s – fast das Doppelte dessen, was eine PCIe 4.0-SSD schafft.

Die spannendere Frage ist indes eine andere: Merkt man davon überhaupt etwas?

Und darum soll es hier gehen inkl. einer Auswahl der derzeit interessantesten Gen5-SSDs, getrennt nach Anforderung.

Ich habe angefangen, diesen Artikel zu schreiben, noch bevor die erste Gen5-SSD in den Handel kam. Eine vollständige Liste aller verfügbaren Modelle führe ich nicht mehr: Bei mehr als 150 lieferbaren M.2-Modellen wäre das mittlerweile ein Katalog.

Das Wichtigste zu Gen5-SSDs in Kürze

Für Spiele und den Alltag bringt Gen5 kaum spürbaren Gewinn – die gemessenen Unterschiede bei Ladezeiten liegen meist im Bereich von ein bis zwei Sekunden.

Deutlich wird der Vorsprung dort, wo tatsächlich große Datenmengen am Stück bewegt werden – z.B. Videoschnitt, große Projektdateien, lokale KI-Modelle.

Gen5-SSDs sind abwärtskompatibel und laufen in älteren M.2-Steckplätzen – dann allerdings mit dem Tempo des Steckplatzes – unterm Strich also witzlos.

Kühlung ist Pflicht. Aktuelle Controller laufen deutlich kühler als die erste Gen5-Generation, ganz ohne Kühlkörper geht es trotzdem nicht.

Auf PCIe 6.0 zu warten, lohnt nicht – im Consumer-Segment wird das noch Jahre dauern.

KI-Zusammenfassung

Der Artikel untersucht, ob sich der Umstieg auf PCIe 5.0-SSDs lohnt, und richtet sich an PC-Nutzer, die einen neuen Rechner planen oder aufrüsten möchten. Über 150 M.2-Modelle mit bis zu 15.000 MB/s sind bereits im Handel erhältlich, doch der praktische Nutzen hängt stark vom Einsatzzweck ab. Für Spiele und Alltagsanwendungen ist der Unterschied zu PCIe 4.0 kaum spürbar, da Ladezeiten nur um ein bis zwei Sekunden variieren. Bei Videoschnitt, großen Dateitransfers oder lokalen KI-Modellen zeigt sich die höhere Bandbreite hingegen deutlich. Der Beitrag erklärt zudem Kompatibilität, Kühlungsanforderungen und stellt konkrete Modellempfehlungen je nach Anforderungsprofil vor.

  • Für Spiele und Büroanwendungen bringt PCIe 5.0 gegenüber PCIe 4.0 nur minimale Vorteile bei Ladezeiten.
  • Bei rechenintensiven Aufgaben wie Videoschnitt oder dem Laden lokaler KI-Modelle zeigt sich der Geschwindigkeitsvorteil deutlich.
  • Gen5-SSDs sind abwärtskompatibel, laufen in älteren Steckplätzen jedoch nur mit deren geringerer Geschwindigkeit.
  • Eine ausreichende Kühlung ist bei aktuellen Gen5-Controllern zwar weniger kritisch als früher, aber weiterhin notwendig.
  • Auf PCIe 6.0 zu warten lohnt sich nicht, da diese Technik im Consumer-Bereich erst um das Jahr 2030 erwartet wird.
KI-generierte Zusammenfassung. Kann Ungenauigkeiten enthalten.

Lohnt sich eine PCIe 5.0-SSD?

Auf dem Papier ist der Sprung eindeutig.

PCIe 5.0 x4 entspricht 128 GT/s und damit theoretisch 16 GByte/s, gegenüber 8 GByte/s bei PCIe 4.0 x4. In der Praxis kommt es darauf an, ob eine Anwendung diese Bandbreite überhaupt benötigt.

PCIe 5.0 vs. 4.0 – geringer Unterschied bei Spielen

Bei Spielen fällt die Bilanz ernüchternd aus.

Zwischen einer schnellen PCIe 4.0-SSD und einem Gen5-Modell liegen bei Ladevorgängen meist nur rund ein bis zwei Sekunden – in vielen Titeln ist der Abstand so klein, dass er in der Messungenauigkeit verschwindet.

Der Grund: Spiele laden meist viele kleine, verstreute Datenblöcke statt weniger großer. Was man dabei spürt, sind niedrige Zugriffszeiten bei geringer Warteschlangentiefe – und genau dort liegt Gen5 kaum vor Gen4.

Die knapp 15.000 MB/s auf der Verpackung sind ein sequenzieller Wert,.

Microsoft DirectStorage ändert daran weniger als erhofft.

Die Technik verlagert das Entpacken auf die Grafikkarte und beschleunigt Ladevorgänge in einzelnen Titeln spürbar – der Flaschenhals wandert damit aber zur GPU, nicht zur SSD.

Videoschnitt, große Dateien und lokale KI-Modelle

Anders sieht es aus, sobald wirklich große Datenmengen am Stück bewegt werden.

Videoschnitt mit hochauflösendem Rohmaterial, das Kopieren umfangreicher Projektordner oder das Laden lokaler KI-Modelle profitieren direkt von der höheren Bandbreite.

Wer solche Aufgaben regelmäßig hat, merkt den Unterschied deutlich.

Wann eine PCIe 4.0-SSD eine vernünftige Wahl bleibt

Für Office, Surfen, normales Gaming und selbst für ambitionierte Bildbearbeitung reicht eine gute PCIe 4.0-SSD weiterhin aus. Sie läuft kühler, braucht weniger Strom und stellt keine besonderen Ansprüche an die Kühlung des Mainboards.

Eine Einschränkung hat dieses Argument bekommen – der Preisabstand ist geschrumpft.

Gen5-Modelle liegen inzwischen teils gleichauf mit etablierten Gen4-Modellen. Wo das zutrifft, spricht wenig dagegen, direkt zu Gen5 zu greifen – vorausgesetzt, die Kühlung stimmt.

Steht ohnehin ein Gaming-PC-Eigenbau an, lässt sich die Entscheidung gut am Mainboard festmachen: Wer ein Board mit Gen5-M.2-Slot und ordentlichem Kühlkörper wählt, hat die Voraussetzungen ohnehin geschaffen.

Kompatibilität: Passt eine Gen5-SSD in den Rechner?

Abwärtskompatibel – Gen5-SSD im PCIe 4.0- oder 3.0-Steckplatz

PCIe ist in beide Richtungen kompatibel. Eine Gen5-SSD läuft in einem PCIe 4.0- oder PCIe 3.0-Steckplatz, und eine Gen4-SSD funktioniert in einem Gen5-Slot.

Das Tempo richtet sich dabei immer nach dem langsameren Partner. Eine Gen5-SSD in einem 4.0-Steckplatz erreicht also grob 7.500 MB/s statt 14.000 – sie funktioniert, aber der Aufpreis verpufft.

Ein Gen5-Modell auf Vorrat zu kaufen ist möglich, aber selten sinnvoll. Bis zur Aufrüstung verschenkt man Leistung und zahlt für Kühlung, die man noch nicht braucht.

Die x2-Falle: Nicht jede „PCIe 5.0“-SSD nutzt vier Lanes

Ein Detail, das beim Kauf leicht untergeht: Manche als PCIe 5.0 beworbene SSDs nutzen nur zwei Lanes statt vier.

Die Samsung SSD 990 EVO (gelistet bei Amazon) und die Samsung SSD 990 EVO Plus (gelistet bei Amazon) sind solche Fälle – sie sind mit PCIe 5.0 x2 angebunden.

Das Ergebnis entspricht ungefähr einer PCIe 4.0-x4-SSD. Entscheidend ist deshalb die Angabe PCIe 5.0 x4, nicht die Versionsnummer allein.

Lane-Sharing: Wenn der M.2-Slot die Grafikkarte ausbremst

Dieser Punkt fehlt oft, kann aber Leistung kosten.

Auf manchen Mainboards teilt sich der Gen5-M.2-Steckplatz die Lanes mit dem Grafikkartenslot.

Im Handbuch des Gigabyte Z790 AORUS Master steht das unmissverständlich:

The PCIEX16 slot shares bandwidth with the M2C_CPU connector. The PCIEX16 slot operates at up to x8 mode when a device is installed in the M2C_CPU connector.

Handbuch für Gigabyte Z790 AORUS Master

Wird der betreffende M.2-Slot belegt, läuft die Grafikkarte also nur noch mit x8 statt x16. Bei aktuellen Grafikkarten kostet das in Spielen meist wenige Prozent – aber man sollte wissen, dass es passiert.

Ob das eigene Board betroffen ist, steht im Handbuch, meist in der Tabelle zur Slot-Belegung. Bei AMDs AM5-Plattform ist die Lage entspannter: Dort reichen die Lanes der CPU für die Grafikkarte und zwei Gen5-SSDs, ohne dass etwas abgezwackt wird.

Wer das Mainboard noch aussucht, findet die Unterschiede der Formfaktoren im Beitrag ATX oder mATX.

Empfehlungen: Interessante PCIe 5.0-SSDs

Statt einer vollständigen Liste folgt hier eine Auswahl nach Anforderung.

Die Einteilung orientiert sich daran, was die SSD leisten soll – nicht daran, welcher Controller verbaut ist. Denselben Controller nutzen oft ein Dutzend Hersteller, für die Kaufentscheidung hilft das wenig.

Maximale Leistung

An der Spitze liegen derzeit drei Modelle dicht beieinander.

Die WD_Black SN8100 (gelistet bei Amazon) liest mit bis zu 14.900 MB/s und schreibt mit bis zu 14.000 MB/s – angetrieben von einem Silicon-Motion-SM2508-Controller in 6-nm-Fertigung, der spürbar effizienter arbeitet als die erste Gen5-Generation.

Es gibt sie als nacktes M.2-Modul und als Variante mit Kühlkörper (gelistet bei Amazon). Mehr geht derziet kaum.

WD_Black SN8100 2 TB (PCIe 5.0-SSD)
Produktbild zu WD_Black SN8100 2 TB (PCIe 5.0-SSD)
Derzeit eine der schnellsten Gen5-SSDs im Handel - der SM2508-Controller liefert knapp 15 GByte/s und bleibt dabei deutlich sparsamer als die erste Gen5-Generation.
Bezeichnung, Bilder und Preis zu WD_Black SN8100 2 TB (PCIe 5.0-SSD) via Shop-Datenfeed von Amazon, Affiliate-Links (Provisions-Links)

Weitere PCIe 5.0-SSDs liegen jedoch quasi gleich auf.

Die Samsung SSD 9100 Pro (gelistet bei Amazon) setzt auf Samsungs eigenen Presto-Controller und kommt auf bis zu 14.800 MB/s lesend sowie 13.400 MB/s schreibend, bei bis zu 2,2 Millionen IOPS. Erhältlich ist sie mit 1, 2, 4 oder 8 TB, mit und ohne Kühlkörper, mit fünf Jahren Herstellergarantie.

Die Crucial T710 (gelistet bei Amazon) löst die T705 ab und schafft bis zu 14.500 MB/s lesend und 13.800 MB/s schreibend; die 1-TB-Variante (gelistet bei Amazon) liest sogar minimal schneller, schreibt dafür etwas langsamer. Auch hier arbeitet ein SM2508.

Preis-Leistung und Gaming

Einem Gamer empfehle ich, andere SSDs in Erwägung zu ziehen.

Die Kingston FURY Renegade G5 (gelistet bei Amazon) bietet je nach Kapazität 14.700 bis 14.800 MB/s lesend und bis zu 14.000 MB/s schreibend – praktisch High-End-Tempo, ebenfalls auf Basis des SM2508 mit 3D-TLC-Speicher.

Kingston liefert sie mit 1, 2 oder 4 TB und fünf Jahren Garantie.

Kingston FURY Renegade G5 2 TB (PCIe 5.0-SSD)
Produktbild zu Kingston FURY Renegade G5 2 TB (PCIe 5.0-SSD)
High-End-Tempo ohne High-End-Aufschlag - die Renegade G5 nutzt denselben SM2508-Controller wie die Spitzenmodelle und kommt mit fünf Jahren Garantie.
Bezeichnung, Bilder und Preis zu Kingston FURY Renegade G5 2 TB (PCIe 5.0-SSD) via Shop-Datenfeed von Amazon, Affiliate-Links (Provisions-Links)

Alternativen gibt es auch im Gaming-Segment.

Die Kioxia Exceria Pro G2 (gelistet bei Amazon) erreicht in der 2-TB-Ausführung bis zu 14.900 MB/s lesend und 13.400 MB/s schreibend, bei 2,3 Millionen IOPS beim Lesen. Kioxia verbaut den eigenen BiCS-TLC-Speicher. Die 1-TB-Variante (gelistet bei Amazon) ist etwas langsamer, wie bei kleineren Kapazitäten üblich.

Die Crucial T705 (gelistet bei Amazon) bleibt eine gute Wahl, sobald sie im Preis nachgibt. Sie basiert noch auf dem Phison E26 und erreicht bis zu 14.500 MB/s lesend sowie 12.700 MB/s schreibend – beim Verbrauch und bei der Abwärme liegt sie hinter den neueren SM2508-Modellen.

Einstieg – Gen5 ohne Hitzeproblem

Für den Einstieg gibt es inzwischen eine eigene Klasse: Gen5-SSDs mit Phison-E31T-Controller, vier statt acht Kanälen und ohne eigenes DRAM. Sie erreichen rund 10.000 MB/s statt knapp 15.000 – laufen dafür deutlich kühler und sparsamer.

Die Crucial P510 (gelistet bei Amazon) liest mit bis zu 10.000 MB/s und schreibt mit bis zu 8.700 MB/s.

Crucial P510 2 TB (PCIe 5.0-SSD)
Produktbild zu Crucial P510 2 TB (PCIe 5.0-SSD)
Der vernünftige Gen5-Einstieg - rund 10 GByte/s reichen im Alltag völlig aus, dafür bleibt die DRAM-lose SSD angenehm kühl.
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Ebenfalls in dieser Klasse sind die Kioxia Exceria Plus G4 (gelistet bei Amazon) und die PNY CS2150 (gelistet bei Amazon), letztere zusätzlich mit TCG-Opal-2.0-Verschlüsselung (wer’s braucht).

Für die meisten Anwender ist das die vernünftigere Gen5-Variante. Immer noch sehr schnell, bei günstigeren Preisen und geringerer Hitzeentwicklung.

Worauf man achten sollte

Kühlung: Reicht der Kühlkörper des Mainboards?

Das ist die häufigste Praxisfrage – und die Antwort lautet meistens ja, mit Einschränkungen.

Aktuelle Mainboards bringen für den Gen5-M.2-Slot einen ordentlich dimensionierten Kühlkörper mit. In Kombination mit einem sparsamen Controller wie dem Phison E31T oder dem SM2508 genügt das im Normalbetrieb.

Kritisch wird es bei Dauerlast über viele Minuten, in schlecht belüfteten Gehäusen und bei den Spitzenmodellen der ersten Gen5-Generation mit Phison E26. Diese Modelle produzierten so viel Abwärme, dass Hersteller ihnen teils wuchtige Kühlkörper mit Lüfter beilegten.

Das heißt dann aber auch: Ein SSD-Kühlkörper kann mit einer breiten Grafikkarte oder einem großen CPU-Kühler kollidieren – vor dem Kauf lohnt ein Blick auf die Bauhöhe. Und in Notebooks sind Gen5-SSDs oft die schlechtere Wahl, weil dort weder die Kühlung noch das Strombudget dafür ausgelegt sind.

Wer schon einen Kühlkörper am Mainboard hat, kauft die SSD sinnvollerweise als nacktes M.2-Modul – beides zusammen passt nicht.

Sustained Write – Geschwindigkeit hat Spitzen

Die beworbenen Schreibraten gelten nur, solange der SLC-Cache der SSD Platz hat. Ist er voll, fällt die Schreibgeschwindigkeit deutlich ab – bei manchen Modellen bis auf einen Bruchteil des Spitzenwerts.

Beim Kopieren einiger Gigabyte merkt man davon nichts. Wer regelmäßig sehr große Datenmengen am Stück schreibt, etwa beim Sichern von Videomaterial, sollte dagegen auf die Dauerschreibrate achten statt auf die Spitzenwerte im Datenblatt.

Als Faustregel gilt: Je größer die Kapazität, desto größer der Cache und desto später der Einbruch.

QLC-Speicher fällt dabei stärker ab als TLC.

Kapazität und Lebensdauer

Kleine Kapazitäten sind bei SSDs grundsätzlich langsamer, weil weniger Speicherchips parallel angesprochen werden können.

Bei Gen5 ist der Effekt besonders deutlich – die vollen Transferraten gibt es meist erst ab 2 TB.

Die Lebensdauer gibt der Hersteller als TBW an, also als Gesamtschreibmenge. Die Kioxia Exceria Pro G2 liegt beispielsweise bei 600 TBW für 1 TB und verdoppelt den Wert mit jeder Kapazitätsstufe. Für normale Nutzung sind diese Werte unkritisch – sie werden praktisch nie ausgeschöpft.

Ausblick – lohnt es sich, auf PCIe 6.0 zu warten?

Kurz gesagt: nein.

PCIe 6.0 existiert bei SSDs bereits, aber ausschließlich im Rechenzentrum. Kioxia hat mit der CM10-Serie eine entsprechende Baureihe vorgestellt – in den Formfaktoren E3.S, E1.S und 2,5 Zoll, mit Kapazitäten von 1,6 bis 61,44 TB und ausgerichtet auf KI-Inferenz und klassische Enterprise-Workloads.

Für Desktop-PCs ist das nicht interessant Die Formfaktoren passen nicht in einen M.2-Steckplatz und Consumer-Mainboards unterstützen PCIe 6.0 ohnehin nicht.

Ungefähr 2030 ist mit den ersten PCIe-6.0-SSDs im breiten Endkundenmarkt zu rechnen – so hat sich jedenfalls der CEO des Controller-Herstellers Silicon Motion in einem Interview geäußert.

Wer heute eine SSD braucht, kauft also besser, was heute verfügbar ist – und zwar PCIe 5.0.

Begriffe: NVMe, M.2 und PCIe kurz erklärt

NVMe-M.2-PCIe 5.0-SSD - bitte was?

NVMe

NVMe steht für nonvolatile memory express – also nichtflüchtigen Speicher mit schneller Anbindung. Gemeint ist damit das Softwareprotokoll, das dafür verwendet wird, um eine SSD über das PCIe-Interface zu verbinden.

Aktuell ist die NVMe 2.1-Spezifikation, die jedoch im Vergleich zu 2.0 vor allem für Server-SSDs relevant Neuerungen bringt.

M.2, M.2 M-Key, M.2 2280

M.2 ist die Spezifikation für die physische Karte und die Steckverbindung. Diese gibt es mit verschiedenen Kontaktkonfigurationen – M-Key, B-Key oder B-M-Key.

Für eine PCIe-SSD ist der M-Key relevant, der mit bis zu vier PCIe-Lanes angebunden ist.

Grundsätzlich kann M.2 auch per SATA oder USB angebunden werden. Langsamere M.2-SSDs nutzen SATA – da ist es dann der B-M-Key.

Neben SSDs gibt es auch weitere Erweiterungskarten für den M.2-Steckplatz wie z.B. WLAN-Adapter.

In der Beschreibung einer SSD-Festplatte findet sich dann noch eine weitere Angabe – bei quasi allen erhältlichen SSD-Modulen ist das M.2 2280. Das beschreibt die Abmessungen (nämlich 22 mm Breite, 80 mm Höhe).

PCIe 5.0 bzw. PCIe Gen5 und PCIe 5.0 x4

Während NVMe das Softwareprotokoll und M.2 das Format sowie den Anschluss der Speicherkarte beschreibt, fehlt noch PCIe, nämlich das Bussystem zur Datenübertragung.

Aktuell ist PCIe 5.0, welches alternativ auch PCIe Gen5 geschrieben wird.

Das gilt zumindest. für Desktop-PCs. PCIe 6.0 ist bereits verfügbar, bleibt jedoch derzeit noch Server-Mainboards vorbehalten.

PCIe ist grundsätzlich abwärtskompatibel. Damit die volle Geschwindigkeit erreicht wird, müssen SSD und Mainboard jedoch die gleiche PCIe-Version unterstützen.

Relevant ist dann noch PCIe 5.0 x4 – hier werden vier PCIe-Lanes genutzt. Das ist die übliche Konfiguration für eine M.2-SSD.

SSD bzw. Solid State Drive

Eine SSD hat im Vergleich zu einer konventionellen Festplatte keine mechanischen Bauteile, ist energieeffizient und bietet schnelle Zugriffszeiten bzw. Transferraten. Weiterhin verrichtet eine SSD ihre Arbeit geräuschlos.

Als Speichertechnologie kommen Flash-Speicherchips, die von einem Controller gesteuert werden, zum Einsatz. Diese Speicherchips haben im Vergleich zu einer konventionellen HDD eine beschränkte Lebensdauer, was jedoch durch den Controller und die Software gut im Griff gehalten werden kann.

Häufige Fragen zu PCIe 5.0-SSDs

Ist eine PCIe 5.0-SSD sinnvoll?

Für Videoschnitt, große Dateitransfers und lokale KI-Modelle – klares ja. Für Spiele und den Alltag ist der Unterschied zu einer guten PCIe 4.0-SSD gering – bei Ladezeiten liegen meist nur ein bis zwei Sekunden dazwischen. Da der Preisabstand geschrumpft ist, spricht bei ähnlichem Preis aber wenig gegen Gen5.

Kann man eine PCIe 5.0-SSD in einen PCIe 4.0-Steckplatz einbauen?

Ja, PCIe ist abwärtskompatibel. Die SSD läuft dann allerdings nur mit dem Tempo des Steckplatzes, also grob 7.500 statt 14.000 MB/s. Umgekehrt funktioniert eine PCIe 4.0-SSD ebenso in einem Gen5-Slot – bremsend ist jeweils der langsamere Teil des Paares.

Braucht eine PCIe 5.0-SSD einen Kühlkörper?

Ja. Der Kühlkörper aktueller Mainboards reicht im Normalbetrieb meist aus, besonders bei sparsamen Controllern wie Phison E31T oder Silicon Motion SM2508. Ganz ohne Kühlung sollte eine Gen5-SSD nicht betrieben werden.

Ist die Samsung 990 EVO eine PCIe 5.0-SSD?

Nur eingeschränkt. Die 990 EVO und die 990 EVO Plus sind mit PCIe 5.0 x2 angebunden, nutzen also nur zwei statt vier Lanes. Das Tempo entspricht ungefähr einer PCIe 4.0-x4-SSD. Entscheidend beim Kauf ist die Angabe PCIe 5.0 x4.

Bremst eine Gen5-SSD die Grafikkarte aus?

Auf manchen Mainboards ja. Teilt sich der M.2-Steckplatz die Lanes mit dem Grafikkartenslot, läuft die Grafikkarte nur noch mit x8 statt x16. In Spielen kostet das meist wenige Prozent. Ob das eigene Board betroffen ist, steht im Handbuch.

Lohnt es sich, auf PCIe 6.0 zu warten?

Nein. PCIe-6.0-SSDs gibt es bislang nur für Rechenzentren, in Formfaktoren, die nicht in einen M.2-Steckplatz passen. Silicon Motion rechnet erst ungefähr 2030 mit PCIe 6.0 im breiten Endkundenmarkt.

Patrick Woessner

Ich bin Patrick und hier blogge ich zu verschiedenen Themen rund um Technik, Gadgets und mehr. Früher hatte ich gleich mehrere Blogs zu diesem Thema. Mittlerweile steht Tech Junkies im Mittelpunkt.

6 Kommentare

  1. duweisstschonwer

    Danke für deine Mühe, PCIe5 wurde als 4 geschrieben 🙂
    PCIe 3.0 bzw. PCIe 3.1 – 8 GT/s je Lane
    PCIe 4.0 – 16 GT/s je Lane
    PCIe 4.0 – 32 GT/s je Lane

    Antworten
  2. Albert

    vielen Dank für diesen wirklich ausführlichen und interessanten Beitrag. Super dass wir diesen schnellen Speicher jetzt haben. Aber ehrlich….. warum um Himmels Willen müssen wir uns so abwürgen, diese Dinger zwischen die Slots zu pressen, beim austauschen der Speicherchips alle Karten raus. kann man hier kein anderes Konzept entwickeln? wie zB LWL. oder ist bereits ein neues Design in Arbeit. Gruß an die Gemeinde.

    Antworten
    1. Hallo Albert,

      ja, stimmt durchaus. Es ist nicht die M.2-SSD an sich, da haben auch die Gen5-SSDs den üblichen M.2 2280-Formfaktor.

      Aber die Kühler werden eben immer größer.

      Und das kann beim Einbau (und Ausbau) in der Tat für Probleme sorgen. Zwischen SSD-Kühler und Passivkühler des Mainboard (sofern vorhanden) muss sich dann vielleicht entscheiden, die SSD rückt der Grafikkarte „auf die Pelle“ und generell ist wenig Platz…

      Zu Deiner Frage (ob es besser wird): Ja, vermutlich. Derzeit haben wir nur verfügbare PCIe 5.0-SSDs mit Phison E26-Controller. Der ist relativ leistungshungrig, was dann auch für ordentlich Abwärme sorgt (deshalb die teils wuchtigen Kühler). Bald sollen jedoch mit Silicon Motion SM2508 bzw. Silicon Motion SM2504XT alternative Controller erscheinen – und nachdem, was man bisher hört, könnten diese deutlich energieeffizienter sein.

      Das würde dann auch bedeuten, dass sich das Hitzeproblem bessert und ein eine SSD mit kleinem Kühlkörper, mit integriertem Passivkühlkörper des Mainboards (oder vielleicht auch der nackte Speicherriegel) kühl genug bleiben.

      Wenn es mit der Aufrüstung nicht eilt, deshalb ggf. noch ein bisschen auf die neuen Controller von Silicon Motion (SM2508 / SM2504XT) warten.

      Viele Grüße,
      Patrick

      Antworten
  3. Maite-Aileen Brandt

    Moin zusammen!

    Zunächst, vielen Dank für den ausführlichen Artikel!

    Eine kleine Anmerkung (und auf die Gefahr hin, dass ich mich hier nur versehe):
    Müsste der erste Link-Text „2000 GB – AORUS Gen5 12000 SSD 2TB“ (unter „2. Generation – SSDs mit PCI Express 5.0-Schnittstelle“, „Gigabyte AORUS Gen5 12000 SSD“) nicht eventuell eher 1000 GB (bzw. 1 TB) umfassen?
    Der Link da drunter sollte ja demnach korrekt sein, nur der obere könnte versehentlich falsch eingefügt worden sein.

    Antworten
    1. Hallo Maite-Aileen,

      danke, dass Du mich darauf aufmerksam machst! Da hat sich in der Tat ein kleiner Fehler eingeschlichen. Der Linktext ist nun korrigiert.

      Viele Grüße,
      Patrick

      Antworten

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