Geschäftskonten galten als eine der letzten Bastionen, bei der sich „konservative“ Konten- und Gebührenmodelle lange hielten.
Anderswo mischten Direktbanken, Neo-Banken, Digital-Banken und andere Player längst den Markt auf.
Ein kostenloses (oder zumindest günstiges) Geschäftskonto jedoch? Lange Zeit kaum möglich.
Mittlerweile gibt es jedoch auch für Firmen- und Geschäftskunden die ein oder andere interessante Möglichkeit. Dazu gehört FYRST und das möchte ich hier vorstellen.
FYRST ist ein Angebot der Deutsche Bank AG. Bereitgestellt wurde das Geschäftskonto zunächst auf der Infrastruktur der Postbank, was sich mittlerweile jedoch weitestgehend mit der Integration in die Deutsche Bank erledigt hat.
Inzwischen gibt es drei Kontomodelle: FYRST Base (je nach Rechtsform ohne oder mit monatlichem Kontoführungsentgelt), FYRST Complete (10,- € mtl.) und das neuere FYRST Premium (24,- € mtl.). Dazu kommen Sonderkonten für bestimmte Zielgruppen wie das Gründerkonto, ein eCommerce-Konto und ein Vereinskonto.
Ich nutzte das Geschäftskonto von FYRST zunächst eine ganze Weile für mein kleines Unternehmen und kündigte es im Zuge meines Umzuges ins Ausland. Seit Januar 2025 bin ich zum zweiten Mal FYRST-Kunde – dieser Erfahrungsbericht verbindet daher beide Phasen.
Meine Erfahrungen als FYRST-Kunde schildere ich hier.
Ich habe den Bericht umfassend aktualisiert. Rund um das FYRST-Geschäftskonto hat sich seit dem ersten Erscheinen einiges getan – die wichtigsten Änderungen im Überblick:
- Neues Kontomodell FYRST Premium (24,- € mtl.) sowie Sonderkonten (Gründer-, eCommerce- und Vereinskonto)
- Die FYRST Card ist heute eine Debit Mastercard – Online- und Auslandszahlungen sind damit direkt möglich
- Eine girocard (genannt FYRST Service Card) gibt es auf Wunsch ebenfalls
- Die frühere Postbank Visa Business Card wurde durch die Postbank Mastercard Business (Classic/Gold) abgelöst
- Fortschreitende Integration der Postbank in die Deutsche Bank: Neuere Konten laufen m.W. bereits mit einer Deutsche-Bank-BIC (mehr dazu im Abschnitt zum BIC)
- Seit Oktober 2025 gelten EU-weit kostenlose SEPA-Echtzeitüberweisungen und die Empfängernamen-Prüfung (Verification of Payee)
Ich bin seit Januar 2025 zum zweiten mal FYRST-Kunde (FYRST Base) und ergänze meine aktuellen Erfahrungen laufend.
Preise und Kontomodelle
FYRST Base
FYRST Base – das Geschäftskonto
Ich für meinen Teil entschied mich für FYRST Base, die Geschäftskonto-Variante ohne monatliches Kontoführungsentgelt (für Gewerbetreibende und Freiberufler).
Die Eckdaten sehen hier wie folgt aus:
- deutsche IBAN
- inkl. 50 beleglose Buchungsposten monatlich
- inkl. FYRST Card (Debit Mastercard)
- Online-Kontoauszug kostenfrei
- Online-Banking mit FinTS / HBCI
Ein monatiches Kontoführungsentgelt fällt wie gesagt für Gewerbetreibende und Freiberufler und für das erste Konto nicht an.
Sofern man mit den inkludierten 50 Buchungsposten monatlich auskommt und keine weiteren, kostenpflichtigen Bankdienstleistungen nutzt, hat man so effektiv ein kostenloses Geschäftskonto.
Für Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften (GmbH, GmbH & Co.KG, UG, KG, OHG, GbR) sowie eingetragene Kaufleute (e.K.) fällt mittlerweile ein Kontoführungsentgelt in Höhe von 6,- € monatlich an.
Sofern man ein zweites Geschäftskonto benötigt (z.B. als Zweitkonto / Unterkonto) fallen ebenfalls 6,- € monatlich an – und zwar unabhängig der Rechtsform.
Wer z.B. Bargeld einzahlt, Auslandszahlungsverkehr (Fremdwährungen und Nicht-SEPA) oder Firmenlastschriftmandate nutzt, zahlt weitere Gebühren laut Preis- und Leistungsverzeichnis.
Bestimmte Kleinunternehmer, Gründer, Freelancer dürften zu den Unternehmern gehören, die mit FYRST Base unterm Strich ein komplett kostenloses Geschäftskonto führen können.
Ich jedenfalls musst bei FYRST bislang keinerlei Gebühren berappen 🙂
Entscheidend für die Gebührenfreiheit sind unter anderem die Rechtsform, eine geringe Anzahl an Buchungsposten und die genutzten Bankleistungen.
Vielnutzer schauen sich ggf. besser das Premium-Konto an.
Optional: das FYRST Gründerkonto
Das frühere „Gründerpaket“ als Add-on zum Base-Konto gibt es in dieser Form nicht mehr. Stattdessen bietet FYRST heute ein eigenständiges Gründerkonto an. Voraussetzung ist, dass die Unternehmensgründung nicht länger als 365 Tage zurückliegt.
Das Gründerkonto basiert auf dem Tarif FYRST Complete und bringt folgende Konditionen mit:
- im ersten Jahr 0,- € Kontoführungsentgelt, ab dem zweiten Jahr 10,- € monatlich
- 75 kostenlose beleglose Buchungsposten pro Monat (danach 0,08 € je Posten)
- ein kostenloses Unterkonto (mit eigener IBAN) z.B. für Liquiditätsrücklagen
- DATEV-Schnittstelle im ersten Jahr kostenfrei, danach 5,- € monatlich
Für junge Unternehmen ist das Gründerkonto damit vor allem im ersten Jahr ein attraktiver Einstieg.
Ob sich der Wechsel auf 10,- € ab dem zweiten Jahr lohnt, hängt wie immer vom eigenen Buchungsvolumen ab.
FYRST Complete
FYRST Complete ist das Premium-Kontomodell mit 10,- € monatlichem Kontoführungsentgelt.
Hier findet keine Unterscheidung je nach Rechtsform statt.
Im Gegenzug gibt es natürlich einige Mehrleistungen:
- inkl. 75 beleglose Buchungsposten monatlich
- inkl. einem weiteren FYRST-Base-Konto (Zweitkonto mit eigener IBAN) ohne Grundpreis
- reduzierte Entgelte im Preis- und Leistungsverzeichnis
Damit ist das Complete-Kontomodell vor allem für Vielnutzer interessant.
Einerseits gibt es zusätzliche 25 Inklusiv-Buchungsposten. Andererseits gewährt das Premium-Konto reduzierte Entgelte für zusätzliche Leistungen.
So kosten z.B. zusätzliche Buchungsposten 0,08 € statt 0,19 € bei FYRST Base.
SEPA-Echtzeitüberweisungen kosten bei FYRST übrigens das gleiche Entgelt wie normale SEPA-Überweisungen – ein Aufpreis fürs Instant-Payment fällt nicht an.
Auch weitere Entgelte wie z.B. für den Auslandszahlungsverkehr (außerhalb des SEPA-Raums) sind teils reduziert.
Für mich mit meinem kleinen, nebenberuflichen Unternehmen hat sich das Premium-Kontomodell nicht gelohnt.
Geschäftsmodelle sind jedoch unterschiedlich.
Wer viele monatliche Buchungsposten generiert, dürfte mit dem Premium-Geschäftskonto besser aufgehoben sein.
Auch für Rechtsformen, bei denen im Base-Tarifmodell ohnehin ein monatliches Kontoführungsentgelt anfallen würde (derzeit GmbH, GmbH & Co.KG, UG, KG, OHG, GbR sowie eingetragene Kaufleute – e.K.), können darüber nachdenken, direkt das Complete-Tarifmodell zu wählen.
FYRST Premium
Neu hinzugekommen (nach meinem ersten Erfahrungsbericht) ist das Kontomodell FYRST Premium für 24,- € monatlich.
Es richtet sich an Unternehmen mit hohem Zahlungsverkehr und Bedarf an mehreren Konten.
- keine Inklusiv-Buchungsposten, dafür nur 0,04 € je beleglosem Posten (günstigster Postenpreis im FYRST-Portfolio)
- bis zu fünf FYRST-Base-Unterkonten (mit eigener IBAN) ohne Aufpreis inklusive
- kostenlose DATEV-Schnittstelle inklusive (bei Base und Complete kostet sie 5,- € monatlich)
Premium lohnt sich also vor allem bei sehr vielen Buchungen oder wenn man mehrere Unterkonten mit eigener IBAN und die DATEV-Anbindung ohnehin benötigt.
Für ein kleines Unternehmen wie meines ist das nicht erforderlich.
Karten: von der girocard zur Debit Mastercard
Was mich anfangs davon abhielt, mir FYRST genauer anzuschauen, war die fehlende Karte für Online-Zahlungen: In den ersten Jahren gab es ausschließlich eine girocard, mit der sich Software-Lizenzen, Hosting oder Cloud-Dienste nicht bezahlen ließen.
Ich behalf mir damals mit einer Mastercard einer anderen Bank, die per Lastschrift vom FYRST-Konto abbuchte.
Das hat sich grundlegend geändert. Die heutige FYRST Card ist eine Business Debit Mastercard, die zusätzlich die girocard-Funktion mitbringt – in allen Tarifen ohne Kartengebühr. Folgendes ist mit der FYRST Card möglich:
- Bezahlung in Geschäften – auch kontaktlos
- Online-Zahlungen im In- und Ausland
- Nutzung von Apple Pay, Google Pay sowie Samsung Pay
- Einzahlungen und Auszahlungen am Geldautomaten
Der Kritikpunkt von damals ist also ausgeräumt.
Bei mir gab es rund um die Karte allerdings eine Erfahrung, die so gar nicht nach „Digitalbank“ klang: Als ich die Debit Mastercard fürs Online-Shopping bestellte, meldete sich ein Bank-Mitarbeiter per E-Mail und wollte Auskünfte zu meinem Geschäftsmodell sowie weitere Unterlagen – vermutlich ein Compliance-Check.
Es mag daran liegen, dass das noch der Umstellung auf die FYRST Card geschah – zum Zeitpunkt meiner Kontoeröffnung gab es noch die FYRST Service Card als girocard mit Maestro Co-Branding direkt bei Kontoeröffnung. Eine Mastercard als Debit-Karte musst ich nachbestellen – und diese wurde im Postbank-Branding ausgestellt.
Zumindest an dieser Stelle war mein Eindruck also eher „klassische Filialbank“ als „Digitalbank“. Für ein sauberes Onboarding ist das nachvollziehbar – ein rein digitaler Prozess war es aber nicht.
Wie gut ein Geschäftskonto passt, hängt ansonsten stark vom Geschäftsmodell ab.
Für mein kleines, nebenberufliches Unternehmen war und bin ich gut aufgestellt. Junge und kleine Unternehmen sind allgemein die Zielgruppe, die hier am ehesten einen guten Geschäftsbank-Partner findet.
FYRST Base hat mir alles geboten, was ich für mein Einzelunternehmen benötigte. Geschäftsmodelle und damit Anforderungen an das Geschäftskonto können jedoch sehr unterschiedlich ausfallen. Das muss jeder Unternehmer für sich evaluieren.
Patrick Woessner, Autor bei Tech Junkies
Eine Prüfung, welche Banking-Leistungen in welchem Umfang benötigt werden (und welche überhaupt nicht), dürfte deshalb für die Auswahl eines Geschäftskontos unterlässlich sein.
Bild: Tech Junkies / Patrick WoessnerWissenswertes zum FYRST-Geschäftskonto
FYRST Bank (die eigentlich gar keine Bank ist)
FYRST stellt sich als Digitalbank vor.
Durchaus Wissenswert vor der Kontoeröffnung könnte sein, dass es die FYRST Bank im eigentlichen Sinne gar nicht gibt.
Ein Blick in das Impressum offenbart:
FYRST – ein Angebot der Deutsche Bank AG
Quelle: Impressum von FYRST
FYRST ist als Marke für den Vertrieb digitaler Geschäftskonten geschaffen worden. Dahinter steht jedoch die Deutsche Bank.
Technisch bereitgestellt wurde das Geschäftskonto zunächst auf der Infrastruktur der Postbank (inkl. Online-Banking).
Die Postbank wurde inzwischen als Niederlassung in die Deutsche Bank AG integriert (die frühere DB Privat- und Firmenkundenbank AG ist mit der Deutsche Bank AG verschmolzen). Die Deutsche Bank betreut ihre Kunden seither unter mehreren Marken – Deutsche Bank, Postbank, DSL und eben FYRST.
Eine „FYRST Bank“ im engeren Sinne gibt es also nicht: Es ist ein Angebot der Deutsche Bank AG.
Spannend wird es beim BIC – und hier hat die Integration Spuren hinterlassen. Traditionell lief FYRST auf der Postbank-Infrastruktur, weshalb die Konten den Postbank-BIC PBNKDEFF (Niederlassung Frankfurt: „PBNK“ = Postbank, „DE“ = Deutschland, „FF“ = Frankfurt) tragen.
Die FYRST-Webseite nennt für FYRST Base bis heute genau diese BIC.
Mein aktuelles, im Januar 2025 eröffnetes FYRST-Base-Konto trägt jedoch den BIC DEUTDE6… – und das ist ein BIC der Deutsche Bank AG (Postbank Branch), nicht mehr der eigenständige Postbank-BIC.
Mein erstes FYRST-Konto (bis 2020) hatte dagegen noch PBNKDEFF.
Im Zuge der Postbank-Integration wandert die Bankkennung von der eigenständigen Postbank-BIC (PBNKDEFF) wohl in den Namensraum der Deutsche Bank (DEUTDE6F…). So stellt es sich jedenfalls meiner Erfahrung nach dar.
Ältere Konten werden vermutlich nicht migriert, neuere jedoch offensichtlich direkt dort geführt.
Welchen BIC das eigene Konto trägt, prüft man am zuverlässigsten im FYRST Online-Banking (Konto auswählen, dann „Details“) oder auf dem Kontoauszug.
Auf Rechnungen gibt man laut FYRST die Deutsche Bank AG zusammen mit dem eigenen BIC an.
Erlaubte Rechtsformen bei FYRST
Sowohl natürliche Personen wie auch juristische Personen können ein Geschäftskonto bei FYRST eröffnen.
Laut FAQ sind derzeit möglich:
- Gewerbetreibende
- Freiberufler
- Eingetragene Kaufleute (e.K.)
- Unternehmergesellschaften (UG), auch UG & Co. KG
- Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH)
- Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR)
- GmbH & Co. KG
- Offene Handelsgesellschaften (OHG)
- Kommanditgesellschaften (KG)
- Partnergesellschaften
- Eingetragene Vereine (e.V.) und Genossenschaften (e.G.)
- Gesellschaften in Gründung (i.G.)
Als ich mein Konto eröffnete, waren nur natürliche Personen möglich.
Nun können auch Personengesellschaften (GbR, OHG, KG) sowie Kapitalgesellschaften (UG, GmbH) ein Geschäftskonto eröffnen.
Mittlerweile geht das sogar komplett digital. Das ist durchaus eine Erwähnung wert.
Für eine Kapitalgesellschaft habe ich anderswo schon „online“ ein Konto eröffnet. Das lief dann so ab, dass man die Stammdaten auf der Bank-Webseite eingab, der Prozess danach aber „offline“ weitergeführt wurde.
Denn im Folgenden galt es für die Kontoeröffnung z.B. Gründungsurkunde, Handelsregisterauszug usw. in der Filiale oder auf dem Postweg einzureichen.
Die digitale Antragsstrecke für juristische Personen bei FYRST ist deshalb eine Erwähnung wert.
„Beyond Banking“ – bitte was?
Sowohl die Deutsche Bank wie auch die Postbank bieten bereits Geschäftskonten unter der jeweils eigenen Marke an.
Mit FYRST als Digital-Bank-Ableger will man vermehrt Kleinunternehmen ansprechen, die einfache Geschäftskonten zu günstigen Konditionen nachfragen.
Das Banken-Marketing hat sich wohl überlegt, wie man das der Zielgruppe noch etwas schmackhafter machen kann.
Zur Markteinführung war häufig vom „Beyond Banking“-Konzept zu lesen.
Hierunter versteht die Digital-Bank laut FAQ folgendes:
Beyond Banking beschreibt jene Bereiche, die nicht im klassischen Bankgeschäft liegen, sondern darüber hinaus (‚beyond‘) gehen. Mit diesen Funktionen, die unser innovatives Banking ergänzen, bieten wir unseren Kunden ein ganzheitliches Ökosystem für ihr Unternehmen. Mit unseren Beyond Banking Funktionen, welche eng mit dem Banking Bereich verzahnt sind, treffen wir auf die sich ständig wechselnden Bedarfe unserer Kunden.
Quelle: FYRST-FAQ
Damit dürfte das die Kooperationen mit sevDesk (Buchhaltungssoftware, siehe nächster Abschnitt) sowie DKV (Krankenversicherungen) sowie Zurich (Haftpflicht, Rechtsschutz, Cyber, D&O) gemeint sein.
Ich für meinen Teil benötigte nur das Banking 😛
FYRST und der Steuerberater
Der überwiegende Teil der Selbständigen und Unternehmer wird für Buchhaltungs- und Steuerangelegenheiten ein Steuerbüro beauftragen.
Damit der Steuerberater die Buchhaltung erledigen bzw. überprüfen kann, benötigt dieser Zugriff auf die Kontoumsätze.
Im schlechtesten Fall schickt man dazu monatlich den klassischen Kontoauszug an den Steuerberater.
Dadurch entsteht im Steuerbüro hoher manueller Aufwand und den wird der Steuerberater letztendlich in Rechnung stellen.
Empfehlenswert ist deshalb die elektronische Übergabe der Kontoumsätze.
Mittlerweile bietet FYRST eine direkte Anbindung an das Service-Rechenzentrum per Datenfernübertragung (DFÜ) an, was 5,- € monatlich je angebundenem Geschäftskonto kostet – die DATEV-Anbindung.
Ob es sich um ein Base- oder ein Complete-Geschäftskonto handelt, ist hier unerheblich. Sofern man mehrere Geschäftskonten hat (Unterkonto bzw. Zweitkonto), so fällt die Gebühr je Konto an.
Nur bei FYRST Premium ist die DATEV-Schnittstelle inklusive.
Als ich mein FYRST-Geschäftskonto eröffnete, bestand diese Möglichkeit der DATEV-Anbindung mittels Service-Rechenzentrum noch nicht.
Steuerberater nutzen in aller Regel DATEV Rechnungswesen und können die Kontoumsätze auch auf anderen Wegen elektronisch einlesen.
Die verschiedenen Möglichkeiten stimmt man am besten mit dem Steuerberater ab.
Grundsätzlich denkbar sind m.W.:
- EBICS
- RZ-Bankinfo
- finAPI (XS2A / PSD2 bzw. HBCI PIN/TAN)
- MT940-Export (.STA)
- CSV oder sonstige Importdatei
Vor der Einführung von PSD2 war es noch einfacher.
Bei den meisten Geschäftskonten konnte entweder per EBICS oder FinTS / HBCI ein Kontenabruf für den Steuerberater eingerichtet werden.
Auch bei FYRST ist FinTS / HBCI verfügbar, jedoch ist die Einrichtung nach PSD2 (PIN/TAN) eben schwieriger geworden.
Interessant ist vielleicht, dass FYRST eine weitere Möglichkeit anbietet, um mit dem Steuerberater zusammenzuarbeiten.
Es besteht eine Kooperation mit dem Buchhaltungsprogramm sevDesk.
Während sevDesk grundsätzlich jedem Unternehmer offen steht, bekommen FYRST-Kunden derzeit 60% Rabatt auf die monatliche sevDesk-Gebühr.
sevDesk verfügt wiederum um die Möglichkeit, einen DATEV-Export an den Steuerberater zu übermitteln.
Ich für meinen Teil habe sevDesk nicht genutzt.
An dieser Stelle ist meine Empfehlung, sich nicht blind aus dem FYRST-Portfolio zu bedienen und mit dem Steuerberater abzusprechen, welche Lösung am meisten Sinn macht.
Ein FYRST Geschäftskonto lässt sich z.B. auch problemlos in Lexware einbinden. Über Lexware erhält der Steuerberater Zugriff auf Umsätze und Buchungsdaten – weitere Unterlagen können per „Mein Steuerberater“-Funktion bereitgestellt werden.
Es geht also auch ohne Service-Rechenzentrum per Datenfernübertragung (DFÜ) oder sevDesk.
Konto eröffnen – schnell und einfach
Für natürliche Personen läuft die Kontoeröffnung bei FYRST schon immer komplett online.
Folgende Erfahrungen machte ich dabei:
- Antrag Kontoeröffnung auf der FYRST-Webseite ausgefüllt
- Legitimation direkt im Anschluss per Video-Ident (via POSTIDENT)
- Schufa-Abfrage (und Schufa-Eintrag, dazu gleich mehr)
- Kontoeröffnung und Login-Daten am Folgetag
- FYRST Card und weitere Unterlagen in den kommenden Tagen per Post
Für juristische Personen kann mittlerweile ebenfalls die digitale Antragsstrecke genutzt werden – das war anfangs noch nicht so und macht das Leben natürlich einfacher.
Aus meiner Sicht lief die Kontoeröffnung völlig reibungslos ab.
Wie lange es dauert, hängt vom Kundentyp ab: Natürliche Personen erhalten nach der Videolegitimation direkt ihre IBAN und können sofort loslegen. Juristische Personen bekommen ihre Zugangsdaten in der Regel innerhalb von drei bis fünf Werktagen per Post.
Schufa – Abfrage und Eintrag
Was mich nach dem Abschluss meines ersten FYRST-Geschäftskontos wunderte: In Meine Schufa tauchte sowohl eine Abfrage wie auch ein Eintrag des Kontos auf.
Und das im privaten Bereich des Schufa-Datensatzes neben z.B. meinem privaten Girokonto und meiner privaten Kreditkarte.
Das ist für geschäftliche Konten eigentlich nicht üblich – so meine Erfahrung.
Ich habe das daraufhin bei der Schufa reklamiert, woraufhin mein Schufa-Datensatz wie folgt angepasst wurde:
- Schufa-Eintrag (störungsfreie Vertragsdaten) „Girokonto“ für FYRST-Konto wurde komplett entfernt.
- Schufa-Abfrage „Anfrage zum Girokonto“ wurde geändert zu „Anfrage zur Bonitätsprüfung vor Eröffnung eines geschäftlichen Girokontos (für Selbständige und Kleingewerbetreibende)“.
Damit war das FYRST-Konto bei mir nicht mehr im Schufa-Datensatz eingetragen.
Außerdem wurde die Abfrage bei Eröffnung vom privaten in den geschäftlichen Bereich des Schufa-Datensatzes verschoben.
Eine Anfrage zur Bonitätsprüfung ist etwas anderes als ein Eintrag.
- Ein Schufa-Eintrag (störungsfreie Vertragsdaten) wird gespeichert, so lange die Geschäftsbeziehung besteht.
- Eine Schufa-Anfrage hingegen wird nach 12 Monate Aufbewahrungsfrist automatisch gelöscht.
Das kann man sich ganz offiziell auf der Schufa-Webseite durchlesen.
Ich habe es in dieser Form jedenfalls für nicht korrekt gehalten und den Schufa-Datensatz entsprechend korrigieren lassen.
Bei meiner zweiten Kontoeröffnung (Januar 2025) habe ich erneut in meine Schufa geschaut – und beide Vorgänge tauchen wieder auf. Als Vertragspartner ist „Deutsche Bank AG mit den Marken Postbank, DSL, FYRST“ hinterlegt.
- eine Bonitätsabfrage, die interessanterweise als „Anfrage zur Kreditkarte“ geführt wird – obwohl ich nur die girocard und die Debit Mastercard nutze, also keine Kreditkarte mit Kreditrahmen habe
- eine Einmeldung „Geschäftliches Girokonto (für Selbständige und Kleingewerbetreibende)“, die gespeichert bleibt, solange die Geschäftsbeziehung besteht
FYRST fragt bei der Eröffnung also die Schufa ab und meldet das Geschäftskonto zusätzlich ein.
Login zum Online-Banking via FYRST oder Postbank
Für das Login im Online-Banking wird eine Postbank-ID vergeben.
Man kann anschließend entscheiden, ob man das Online-Banking auf der FYRST-Webseite oder auf der Postbank-Webseite nutzt.
Ein Login ist auf beiden Webseiten möglich.
Technisch nutzt FYRST das Online-Banking der Postbank.
Bis auf das Branding (FYRST-Logo und Corporate-Design) macht es keinen Unterschied, wo man sich letztlich einloggt.
Es stehen auf beiden Webseiten die gleichen Online-Banking-Funktionen zur Verfügung.
Ein Freund von mir, der sowohl privates Girokonto wie auch FYRST-Geschäftskonto nutzt, hat mir außerdem berichtet, dass beide Konten bei ihm unter der gleichen Postbank-ID zusammengefasst werden.
Auch bei der Nutzung der mobilen Banking-Apps hat man die Qual der Wahl.
Es gibt zwar jeweils eine FYRST-App für Android und iPhone. Alternativ kann man auch die Postbank-App nutzen.
Als TAN-Verfahren wird BestSign angeboten, was direkt in die Banking-App integriert ist (mittels Device Binding).
Ich persönlich bin kein großer Freund von App-basierten TAN-Lösungen.
Insbesondere gilt das dann, wenn die TAN-Funktion Teil der Baking-App ist oder die TAN-Generator-App und Banking-App auf dem gleichen mobilen Endgerät betrieben wird.
Ein echter zweiter Faktor ist das dann nicht mehr.
Das ist aber ein generelles Thema. Viele Banken bieten es so an.
Bei meinem ersten FYRST-Konto hatte ich noch chipTAN eingerichtet. Das Setup sieht dann wie folgt aus.
Bild: Tech Junkies / Patrick WoessnerJedoch hat die Postbank das chipTAN-Verfahren im Jahr 2022 eingestellt – und das gilt für FYRST ebenfalls.
Auch auf der Postbank-Webseite wird BestSign mittlerweile als Standard-TAN-Verfahren angepriesen.
FYRST-Kreditkarte – mit Umweg über die Postbank
Eine eigenständige FYRST-Kreditkarte gibt es nach wie vor nicht – wohl aber inzwischen eine ordentliche Kartenausstattung.
Die FYRST Card selbst ist heute eine Business Debit Mastercard (mit zusätzlicher girocard-Funktion) und damit für Online-Zahlungen und den Einsatz im Ausland geeignet. Als Zusatzkarte – etwa für Mitarbeiter, ohne Kontovollmacht – gibt es die kostenlose FYRST Card Plus, ebenfalls eine Debit Mastercard.
Wer zusätzlich eine „echte“ Kreditkarte mit Verfügungsrahmen und Zahlungsziel möchte, greift auf das Portfolio der Postbank zurück – man ist ja ohnehin eng verbunden. An die Stelle der früheren Visa Business Card ist die Postbank Mastercard Business getreten, verfügbar in zwei Varianten:
- Mastercard Business Classic: im ersten Jahr 0,- €, danach 30,- € pro Jahr, mit bis zu 40 Tagen Zahlungsziel
- Mastercard Business Gold: im ersten Jahr 40,- €, danach 80,- € pro Jahr, zusätzlich mit Reiseversicherungen
Die Kreditkarte lässt sich im FYRST Online-Banking verwalten, das FYRST-Geschäftskonto dient als Referenzkonto für die Abrechnung.
Ein Zahlungsziel von bis zu 40 Tagen ist heute nicht mehr selbstverständlich. Viele Banken stellen auf Debit-Karten um.
Der Preis einer echten Kreditkarte ist die Bonitätsprüfung: FYRST weist darauf hin, dass das Kreditkartenangebot nur bei erfüllter Bonitätsprüfung genutzt werden kann.
Eine Beantragung direkt bei der Kontoeröffnung ist nicht möglich – man füllt den Antrag aus und schickt ihn per E-Mail oder Online-Banking-Nachricht an den Kundendienst.

FYRST kündigen
Früher oder später kann auch das ein Thema werden – FYRST kündigen.
So war es in meinem Fall – ich habe das Geschäftskonto schlicht nicht mehr benötigt und folglich die Kündigung ausgesprochen.
Ich wohne nicht mehr in Deutschland und hatte folglich schlichtweg keinen Bedarf mehr für ein Geschäftskonto in Deutschland. Das war also kein Kündigungsgrund, der der Bank zuzurechnen wäre.
Bzgl. der Modalitäten zur Kündigungen informierte ich mich auf der Webseite:
Um ein Konto aufzulösen, benötigen wir die Unterschrift aller Kontoinhaber.
Bitte senden Sie uns daher einen Brief an:
Quelle: FYRST-FAQ
FYRST Dortmund
Hiltropwall 4-12
44137 Dortmund
Das hätte meinen positiven Erfahrungen mit dem FYRST Geschäftskonto zum Abschluss fast einen Dämpfer verpasst.
Digital-Bank und dann Kündigung ausschließlich per Brief? Das passt in meinen Augen nun wirklich nicht zusammen.
Ich habe mich deshalb zu einem Selbstversuch entschieden 🙂
Es besteht die Möglichkeit, über das Online-Banking eine Nachricht an die Bank zu senden, bei der man auch PDF-Dokumente anhängen kann.
Vorteil bei einer solchen Nachricht: Diese wird per TAN bestätigt.
FYRST stellt ein Formular zur Kündigung (Stichwort: „Auflösung eines FYRST Girokontos“) als PDF-Dokument bereit.
Dieses habe ich ausgefüllt, unterschrieben, eingescannt und anschließend per Mitteilung im Online-Banking bestätigt durch eine TAN übermittelt.
Und siehe da – am Folgetag kam die Bestätigung per E-Mail, dass der Auftrag zur Kündigung bzw. Kontoschließung in Kürze ausgeführt wird.
Nochmal drei Tage später war das Konto geschlossen und Restsaldo ging als Überweisung auf dem angegebenen Konto ein.
FYRST kündigen – auf Wunsch geht also auch das digital 🙂
Gut zu wissen: Ein FYRST-Geschäftskonto lässt sich jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist auflösen.
Der Abschlusskontoauszug, den man erhält, dient zugleich als Kündigungsbestätigung des Geschäftskontos.
Meine Erfahrungen mit FYRST
In meiner ersten Phase habe ich FYRST rund ein Jahr genutzt, seit Januar 2025 bin ich erneut Kunde – und in beiden Phasen bin ich zufrieden mit den gesammelten Erfahrungen.
Dazu muss ich jedoch sagen, dass ich ein „pflegeleichter“ Geschäftskonto-Kunde war, denn ich nutzte ausschließlich:
- überschaubare Anzahl an eingehenden SEPA-Überweisungen (Ausgangsrechnungen) und ausgehenden SEPA-Überweisungen (Eingangsrechnungen)
- keinerlei Bargeld-Transaktionen (weder Abhebungen noch Einzahlungen)
- keine Nicht-SEPA-Auslandsüberweisungen (eingehend oder ausgehend)
- keine Firmen-Lastschriftmandate
- … auch sonst keine „fortgeschrittenen“ Bankdienstleistungen
Mit meinen bescheidenen Anforderungen würde ich damit bei fast jeder Bank glücklich werden.
So einfach ist es dann aber auch nicht.
Bei meinem früheren Geschäftskonto habe ich mich gelegentlich geärgert.
Das Konto war nicht wirklich zuverlässig (z.B. immer wieder Online-Banking-Störungen), eine FinTS / HBCI-Schnittstelle fehlte mir und zuletzt änderten sich die Konditionen häufig.
Junge FinTech-Anbieter und kleine Direktbanken neigen meiner Erfahrung nach häufiger dazu, Produkte und Konditionen zu ändern (zum Vorteil oder zum Nachteil).
Wegen dieser Erfahrungen wollte ich zu einer größeren Bank wechseln.
Zu diesem Zeitpunkt startete FYRST.
Außerdem gibt es hier FYRST Base, welches (bei meinem Nutzungsverhalten) ein komplett kostenloses Geschäftskonto für mich darstellte.
50 Buchungsposten monatlich waren für mich nämlich voll und ganz ausreichend.
Das gilt bis heute: Bei meinem Buchungsvolumen zahle ich effektiv 0,- €.
Mein Geschäftskonto habe ich inzwischen für die Buchhaltung an Lexware angebunden, und der Kontakt zum Support per E-Mail bzw. Nachricht im Online-Banking reicht mir völlig aus.
Den Kundenservice habe ich während dieser Zeit zweinmal per E-Mail kontaktiert:
- Meine girocard ging zunächst auf dem Postweg verloren und hierzu erhielt innerhalb von gut einem Tag eine Antwort mit guter Hilfestellung per E-Mail.
- Nach der Kündigung habe ich den Abschlusskontoauszug zusätzlich digital angefordert. Das war ebenfalls innerhalb eines Tages erledigt.
Hinter FYRST steht die Deutsche Bank bzw. die Postbank, die seit Jahrzehnten im Firmen- und Geschäftskunden-Banking tätigt sind.
Dementsprechend gibt es auch eine deutsche IBAN.
Das ist nicht so selbstverständlich, wie man vielleicht denken möchte. Der ein oder andere FinTech-Anbieter, der auch auf dem deutschen Markt Geschäftskonten anbietet, stellt keine deutsche IBAN zur Verfügung.
Zwar ist IBAN-Diskriminierung im Einheitlichen Europäischen Zahlungsraum eigentlich untersagt.
Aus anderen Gründen dürften deutsche Unternehmer jedoch dennoch in vielen Fällen eine deutsche IBAN bevorzugen.
Wer wie ich vergleichsweise einfache Anforderungen an ein Geschäftskonto hat, dürfte bei FYRST eine einfache, kostengünstige bzw. sogar kostenlose Lösung finden.
Ein Pluspunkt gegenüber manchem Fintech: Als Angebot der Deutsche Bank AG unterliegen die Einlagen der gesetzlichen Einlagensicherung (bis 100.000 € pro Einleger) sowie zusätzlich dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken.
Das deckt sich mit dem, was man in Foren für Selbstständige immer wieder liest: Viele entscheiden sich ganz bewusst für FYRST, weil eine deutsche Bank mit hiesiger Einlagensicherung dahintersteht – und eben nicht ein reiner Auslands-Fintech.
Der am häufigsten genannte Kritikpunkt der Community ist dagegen der Support: Wer selten etwas braucht, kommt gut zurecht (so wie ich). Wird es einmal komplizierter, kann die Bearbeitung per E-Mail aber zäh werden. Das sollte man für sich abwägen.
Größere Unternehmen mit komplexen Geschäftsprozessen nehmen die Digital-Bank vermutlich eher nicht in die engere Auswahl.
Aber das ist ja auch in Ordnung so, denn die Bank stellt sich selbst so vor:
FYRST verbindet digitales Banking mit der Kompetenz & Sicherheit der Deutschen Bank. Profitieren Sie von günstigen Preisen und leistungsstarken Banking-Funktionen ab 0 € monatlich.
Quelle: FYRST-Webseite
Man legt bei der Bank also ganz offiziell den Schwerpunkt auf digitales Banking und günstige Preise.
Und allen kann man es bekanntlich auch nicht Recht machen 🙂
Die Deutsche Bank bzw. die Postbank dürfte FYRST dabei als Gegengewicht zu FinTech-Alternativen im Business-Banking-Bereich platziert haben.
Dort sind z.B. Qonto (das den früheren Wettbewerber Penta übernommen und dessen Marke eingestellt hat), Finom, Kontist und N26 Business zu nennen.
Diese Anbieter fokussieren sich mit günstigen oder kostenlosen Geschäftskonto-Lösungen gezielt auf die Zielgruppe kleiner Unternehmen wie Solo-Selbständige, Freelancer, Gründer, nebenberuflich Selbständige oder Kleinunternehmer.
Der Wettbewerb hat sich seither spürbar verschoben: Der französische Anbieter Qonto hat den deutschen Pionier Penta übernommen und dessen Marke eingestellt – ein deutliches Zeichen für die Konsolidierung im Markt.
Für Solo-Selbständige und kleine Unternehmen ist die Auswahl damit größer denn je.
Denn Wettbewerb belebt bekanntlich das Geschäft 🙂
Zu hoffen bleibt jedoch, dass die günstigen oder sogar kostenlosen Geschäftskonten dauerhaft auf dem Markt bleiben – egal ob es von einem FinTech, einer Digital-Bank oder einer Direktbank angeboten wird.
Das geht vermutlich auf Dauer nur, wenn Geschäftskunden entweder zusätzliche Banking-Leistungen nutzen oder in ein Premium-Kontomodell wechseln.
Häufige Fragen zum FYRST-Geschäftskonto
Traditionell trägt ein FYRST-Konto den Postbank-BIC PBNKDEFF. Im Zuge der Integration der Postbank in die Deutsche Bank erhalten neuere Konten jedoch eine Deutsche-Bank-BIC (im Format DEUTDE6F…). Den für das eigene Konto gültigen BIC findet man im FYRST Online-Banking über das jeweilige Konto unter „Details“ oder auf dem Kontoauszug.
FYRST Base ist für Gewerbetreibende und Freiberufler ohne monatliches Grundentgelt, für andere Rechtsformen kostet es 6 € im Monat. Inklusive sind 50 kostenlose beleglose Buchungen pro Monat, danach 0,19 € je Buchung. Wer wenig bucht und keine kostenpflichtigen Zusatzleistungen nutzt, führt Base effektiv kostenlos.
FYRST Complete kostet 10 € im Monat (75 Freibuchungen, danach 0,08 € je Buchung, inklusive Zweitkonto). FYRST Premium kostet 24 € im Monat, bietet keine Freibuchungen, dafür nur 0,04 € je Buchung, bis zu fünf Unterkonten mit eigener IBAN sowie die DATEV-Schnittstelle inklusive.
Natürliche Personen wie Einzelunternehmer und Freiberufler erhalten nach der Video-Legitimation direkt ihre IBAN und können sofort loslegen. Juristische Personen bekommen ihre Zugangsdaten in der Regel innerhalb von drei bis fünf Werktagen per Post.
Ja. Bei der Kontoeröffnung fragt FYRST die Schufa ab und meldet das eröffnete Geschäftskonto zusätzlich ein; dieser Eintrag bleibt gespeichert, solange die Geschäftsbeziehung besteht.
Die FYRST Card ist eine Business Debit Mastercard mit zusätzlicher girocard-Funktion und in allen Tarifen kostenlos. Damit lässt sich online und im Ausland bezahlen, auch via Apple Pay, Google Pay und Samsung Pay. Optional gibt es eine echte Kreditkarte mit Zahlungsziel (Postbank Mastercard Business Classic oder Gold).
FYRST akzeptiert nahezu alle deutschen Rechtsformen: Gewerbetreibende, Freiberufler, eingetragene Kaufleute (e.K.), UG, GmbH, GbR, GmbH & Co. KG, OHG, KG, Partnergesellschaften, eingetragene Vereine (e.V.) und Genossenschaften (e.G.) sowie Gesellschaften in Gründung. Das Angebot gilt ausschließlich für deutsche Unternehmen.
Ein FYRST-Geschäftskonto lässt sich jederzeit ohne Kündigungsfrist auflösen. FYRST stellt dafür ein Auflösungsformular bereit, das man unterschrieben per Post oder – mit einer TAN bestätigt – als Anhang über eine Nachricht im Online-Banking einreichen kann. Der Abschlusskontoauszug dient zugleich als Kündigungsbestätigung.

Hallo Patrick, du weißt sicher, dass man im Netz viele, zum Teil shitstorm-ähnliche, massive Kritiken z.B. an PENTA finden kann. Zum Teil behaupten dort PENTA-Kunden, die guten Bewertungen seien „gekauft“. Hast du Erfahrungen auch mit PENTA, die ja mit der solaris-Bank arbeiten oder kannst du Kritiken bestätigen? Du hast ja vermutlich mehrere FinTecs getestet und nicht nur FYRST!?
Hallo Reinhard,
da bin ich überfragt.
PENTA kenne ich zwar, aber nicht aus eigener Erfahrung. Viele oder gar jedes Geschäftskonto vorzustellen, würde meine bescheidenen Ressourcen sprengen und ich habe den Anspruch, nur über FinTech-Anbieter zu schreiben, die ich selbst ausführlich ausprobiert habe bzw. nutze.
Und bei FYRST liegt tatsächlich mein Geschäftskonto 🙂
Ich habe PENTA am Ende als eine mögliche FYRST-Alternative genannt, denn kostenlose bzw. kostengünstiger FinTech-Alternativen für das klassische Geschäftskonto kann man ja nach wie vor an einer Hand abzählen.
Worüber ich hier jedoch auch schon schrieb ist Tomorrow. Das ist ein weiteres FinTech, welches auf die Infrastruktur der solarisBank zurückgreift – dieses aber als privates Girokonto.
Viele Grüße,
Patrick
Hallo Patrick,
vielen Dank für deinen Bericht! Beachtenswert finde ich die Zeilen rund um die Schufa-Anfrage. Du schreibst, du hättest diese reklamiert. Wie kann denn eine solche Reklamation aussehen? Habe dazu keine Erfahrung und kann mir das weder inhaltlich vorstellen noch, ob das überhaupt eine wirklich wichtige Sache ist.
Vielen Dank!
Kai
Hallo Kai,
in einer „Schufa-Karriere“ kann es immer mal wieder zu Unstimmigkeiten (z.B. Eintrag zu bereits gekündigter Kreditkarte wird nicht entfernt – aber auch andersherum – die Hausbank „vergisst“ das Girokonto einzutragen) kommen. So meine Erfahrung. Um das zu überprüfen, braucht man entweder einen Zugang zu meineSCHUFA oder man fordert eine DSGVO-Datenkopie an.
Wenn etwas nicht stimmt (meiner Meinung nach), schreibe ich entweder eine E-Mail an die Adresse im Impressum auf der Schufa-Webseite oder ein Fax. Alternativ geht es auch ganz klassisch auf dem Postweg. Die Schufa hält Rücksprache mit dem Vertragspartner und prüft das. Eine Antwort erhalte ich meist innerhalb von 7 – 14 Tagen.
Ein Problem ist der Eintrag zu einem Konto eigentlich nicht. Ich beobachte und „pflege“ meinen Schufa-Datensatz aber ein wenig.
Häufig wird auch vermutet, dass viele eingetragene Konten / Karten sich eher negativ auf den Schufa-Score auswirken (insbesondere wenn kurze Geschäftsbeziehungen dabei sind). Ob ein geringer Score in der Praxis Nachteile nach sich ziehen würde, ist dann nochmal eine andere Frage. Es kann aber sein, dass Schufa-Vertragspartner bei geringem Score z.B. keine Vertragsbeziehung eingehen wollen (z.B. Abschluss neuer Kreditkarte aber auch Mobilfunkvertrag) oder z.B. nur ein geringes Limit gewähren.
Ich schaue vielleicht einmal im Jahr bei der Schufa rein. Wenn ich etwas sehe, was in meinen Augen unstimmig ist, melde ich das. Es geht mir auch darum, dass nur aktuelle und richtige Daten über mich gespeichert sind (Stichwort: Datensparsamkeit).
In den meisten Fällen, so denke ich, muss man sich darüber aber keine Gedanken machen.
Ob FYRST für das Geschäftskonto bei persönlichen Kontoinhabern (z.B. Einzelunternehmer) grundsätzlich einen Eintrag in der Schufa vornimmt oder ob ich da ein Einzelfall war, kann ich nicht sagen.
Viele Grüße,
Patrick
Da eigentlich interessante wäre jetzt. Warum bist du nicht mehr dort? Wo bist du jetzt? Und warum hast du gewechselt? Kommt leider nicht heraus.
Hallo „jo“,
also am Rande habe ich es ja erklärt – ich habe das Geschäftskonto nicht mehr benötigt.
Konkret ist es so, dass ich seit einiger Zeit im Ausland lebe. Kein Wohnsitz in Deutschland, kein Unternehmen in Deutschland und somit auch kein Bedarf an einem Geschäftskonto in Deutschland (zumal FYRST nur für deutsche Unternehmen angeboten wird) – so einfach ist es 🙂
Würde ich irgendwann wieder meinen Lebensmittelpunkt wieder nach Deutschland verlegen und dort ein Unternehmen anmelden, wäre das FYRST-Geschäftskonto bei mir wieder in der engeren Auswahl – denn ich war soweit zufrieden / meine Erfahrungen waren positiv.
Viele Grüße,
Patrick
Hallo Patrick, vielen Dank für deinen Bericht. Ich unterhalte ein Firmenkonto bei Penta und möchte dieses im Rahmen der Qonto-Übernahme kündigen. Aktuell ziehe ich die Kontoauszüge im .sta-Format und sende diese an meinen Steuerberater. Weißt du, ob dies auch über Fyrst möglich wäre? Könntest du berichten, wie du die Datenübertragung an deinen Steuerberater schlussendlich geregelt hast? Vielen Dank für deine Hilfe!
Hallo Hans,
ich habe zeitweise meinen Steuerberater auch mit einer .STA-Datei (i.e. MT940) versorgt.
Soweit ich mich erinnere, gab es im FYRST Online-Banking nur CSV, XML und PDF. Ich habe das damals mit einer externen Banking-Software gelöst, die mir die .STA-Datei generiert hat.
FYRST bietet jedoch auch an:
https://www.fyrst.de/banking/rechenzentrum/
Viele Grüße,
Patrick
Meine Erfahrungen mit dem Fyrst Konto sind leider nicht so positiv. Es war ein Riesenaufwand das Konto aktiviert zu bekommen. Zuerst kam die SMS mit dem Passwort nicht. Nach Reklamation wurde mir ein Brief zugesendet. Dauer 2 Wochen. Danach musste ich das Zugangsverfahren aktivieren, wieder warten auf einen Brief. Letztendlich ist das Konto aktiv aber die Zubuchnung einer Kreditkarte nicht möglich. Ich kann sie seit Wochen nur reservieren. Bisher habe ich für ein zweites Unternehmen ebenfalls ein Onlinekonto einer anderen Bank und hier ging alles viel schneller und unkompliziert. Mein Mann der ebenfalls für seine freiberufliche Tätigkeit ein First-Konto eröffnet hat wartet auch immer noch auf das Eröffnungspasswort. Er musste ein Dokument nachreichen, das ist auch schon 2 Wochen her. Antworten vom Support dauern im Schnitt 2 Tage oder kommen gar nicht. Wir überlegen die Konten wieder zu kündigen, für Selbständige ist das eine Zumutung.
Hallo Heidi,
danke für Dein ehrliches Feedback.
Ich hatte damals keinerlei Probleme – die Kontoeröffnung bei FYRST klappte schnell und reibungslos.
Aber das ist schon eine Weile her und heißt natürlich nicht, dass dies immer so der Fall ist.
Viele Grüße,
Patrick
Hallo, mein Steuerberater möchte gern mit Datev arbeiten. Ist das auch bei Fyrst möglich?
Lg Sabine
Hallo Sabine,
hier mehr dazu: https://www.fyrst.de/banking/zahlungsverkehr/rechenzentrum.html.
Ein Aufpreis wird dafür fällig. Ich meine mich zu erinnern, dass FYRST 5,- € monatlich dafür nimmt.
Viele Grüße,
Patrick
Hallo Patrick, leider kann auch ich nichts Positives mehr an der Fyrst Bank finden. Ich kann deine Aussage ein Konto bei der Fyrst zu eröffnen bestätigen. Der Service war toll und die Mitarbeiter motiviert. Allerdings war das, wie bei dir, schon ein paar Jahre her. Irgendwann wurde dann still und heimlich in der Pandemie der Telefon Support eingestellt. Man konnte also nur noch schreiben und manchmal hat man dann auch eine Antwort bekommen, meist bezog die sich dann allerdings nicht auf die Frage und man hat erneut geschrieben. Dann kann es schon mal eins zwei Wochen dauern, bis das Problem gelöst ist. Nach Corona kam der Telefonsupport zwar nicht wieder, dafür aber Best Sign. Und jetzt wird es richtig geil. Jetzt wird mal eben der Zugang zum Geschäftskonto über eine Woche komplett verweigert.
„Ach geht nicht? Tut uns leid. Versuchen Sie es doch bitte morgen nochmal“
Ich schau das ich mich hier vom Acker mache. Die gefährden deine Existenz und hoffen dann auf dein Verständnis.
Hallo Thomas,
danke für das Teilen Deiner Erfahrungen mit FYRST, auch wenn Du mit der Qualität des Supports zuletzt nicht mehr zufrieden warst.
Viele Grüße,
Patrick